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Du hältst dir beim Niesen die Nase zu? Besser nicht

Hatschi! Wer nicht vor anderen niesen will, tut es leise und verlegen mit zugehaltener Nase. Doch Forscher raten davon ab. Hier erfährst du, warum.

Darum geht's genau

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    Beim Niesen fliegen rund 40.000 Partikel mit einer Geschwindigkeit von 150 bis 1.045 Kilometern pro Stunde aus der Nase - also mehr als Orkangeschwindigkeit. Warum? Fremdkörper sollen sich nicht in der Lunge festsetzen können.

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    Wer sich dabei die Nase zuhält und den Mund schließt, riskiert was. Durch den Druck können Erreger in die Nebenhöhlen geraten und dort Entzündungen auslösen. In der Fachliteratur gibt es auch Berichte über Taubheit, Risse in der Hauptschlagader, geplatzte Trommelfelle oder Blutgerinnsel.

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    25 Prozent aller Menschen niesen übrigens auch wenn sie ins helle Licht schauen. Bei einigen Menschen löst auch Haarebürsten, Augenbrauenzupfen, ein voller Magen oder sexuelle Erregung den Niesreflex aus.

Professor Werner Hosemann, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an der Universität Greifswald:

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    Niesen kann körperliche Schäden verursachen, wenn man die Nase zuhält. Zum Beispiel kann Luft in Augenhöhle oder Hirninnraum gelangen. Häufig sind diese Fälle aber nicht.

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    Primär ist Niesen ein Schutzreflex zur Reinigung der, vornehmlich oberen, Luftwege. Warum manche Personen zum Beispiel auf Lichteinfall oder vom Magen her mit einem Niesen reagieren, kann aktuell nicht eindeutig wissenschaftlich erklärt werden.

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    Es gibt kaum zuverlässige Methoden, einen sich anbahnenden Niesreiz zu unterdrücken. Es gibt den Versuch, ihn durch sanftes Drücken auf die Nase von der Seite zu verhindern. Das hilft aber selten.

Das solltest du dir merken

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    Das Risiko für schwerwiegende Schäden durch einen unterdrückten Nieser ist gering. Dennoch solltest du den Druck besser rauslassen, um die Atemwege zu reinigen. Trotzdem peinlich? Ein Taschentuch wirkt wie ein Schalldämpfer.

Veröffentlicht: 07.12.2019 / Autor: Melanie Khoshmashrab