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Drei Alpakas schauen in eine Kamera.

Alpaka statt Gans: Wie du beim Kauf deiner Bettdecke zum Tierschützer wirst

Daunendecken gelten als Gipfel des Schlafkomforts. Doch für ihre Herstellung müssen die Gänse sterben. Dabei gibt es eine tierisch gute Alternative: Alpaka-Decken. Im Clip erfährst du, warum Alpaka-Wolle im Winter wärmt und im Sommer kühlt.
Alpaka statt Gans: Wie du beim Kauf deiner Bettdecke zum Tierschützer wirst
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Das Wichtigste zum Thema Bettdecken

  • Für eine klassische Daunendecke werden Gänse gerupft.

  • In vielen Ländern geschieht das noch lebend und ist sehr qualvoll für die Tiere. In Deutschland ist der Lebend-Rupf verboten. Die Tiere müssen vorher getötet werden.

  • Ein Alpaka wird dagegen für seine Wolle geschoren, ähnlich wie ein Schaf. Das geschieht schmerzfrei - und die Wolle wächst wieder nach.

  • Die einzelnen Fasern der Wolle sind im Inneren hohl. Der Effekt: In kalten Anden-Nächten wärmt das Fell die Alpakas, an heißen Tagen kann die Hitze einfach verdampfen. Die Tiere frieren oder schwitzen also nicht.

  • Dieses Prinzip nutzen auch Hersteller von Bettdecken.

  • Alpaka-Bettdecken sind sogar leichter als Daunendecken und zählen neben Kaschmir und Seide zu den edelsten Naturfasern.

Von der Weide ins Bett: So werden Alpaka-Decken hergestellt

  • Einmal im Jahr, am Ende des Winters, werden Alpakas geschoren. Dann brauchen sie ihr warmes Fell nicht mehr.

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    In einem so genannten Tumbler, der aussieht wie eine XXL-Bingo-Trommel aus Draht, wird die Wolle geschleudert. So wird grober Schmutz, wie Erdreste oder Heu, entfernt. Das erleichtert die Reinigung.

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    Anschließend wird die Wolle eingeweicht, gewaschen und getrocknet. Sie sieht dann verfilzt aus und erinnert an Dreadlocks.

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    In einem maschinellen Prozess werden harte Haare entfernt, die Wolle gekämmt, gewalzt und zu einem dünnen Vlies verarbeitet.

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    Das flauschige Vlies wird im Anschluss in Baumwoll-Stoffe genäht und gesteppt, damit es nicht verrutscht.

Blumen statt Daunen: Funktioniert das?

Blumen statt Daunen: Funktioniert das?

Daunenjacken halten warm, sind wegen ihrer Füllung allerdings auch umstritten. Doch jetzt gibt es eine neue Alternative: eine mit Blumen gefüllte Jacke. Wie sie für Wärme sorgt, siehst du im Video.

Sind Alpaka-Decken auch für Allergiker geeignet?

  • ⁉️

    Gilt der Hinweis "für Allergiker geeignet" wirklich für alle Allergien?

    Das gilt in erster Linie für Menschen, die auf Hausstaubmilben reagieren. Die mikroskopisch kleinen Tiere stecken vor allem in Bettdecken und Kissen und lieben die feuchte Wärme.

  • ⁉️

    Warum sind Alpaka-Decken für Hausstaubmilben-Allergiker so gut?

    Da Alpakawolle klimaregulierend und atmungsaktiv ist, schwitzt du nicht unter der Decke. Folge: Sie bleibt trocken, und die Milben vermehren sich deutlich weniger.

  • ⁉️

    Und wie sieht es mit einer Allergie gegen Tierhaare aus?

    Eine Allergie gegen Wolle ist sehr selten. Bei Schafwolle entsteht sie meistens wegen der chemischen Substanzen, mit denen die Wolle behandelt wird. In Schafwolle findet sich außerdem das natürliche Wollfett Lanolin, auf das manche Menschen ebenfalls allergisch reagieren. Alpakawolle für Bettdecken ist jedoch in der Regel naturbelassen, zudem enthält es kein Lanolin, sodass Allergiker die Alpakadecken häufig gut vertragen.

  • ⁉️

    Wie finde ich heraus, ob ich Alpaka-Wolle vertrage?

    Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, Alpakas einmal live zu sehen und so zu gucken, ob du allergisch reagierst – etwa bei einem der über 400 Züchter in Deutschland.

Berge statt Anden: Wie Alpakas in Deutschland gehalten werden

Gruppe von Alpakas im Schnee


Alpakas sind extrem anpassungsfähig. Sie leben sich in allen klimatischen Verhältnissen schnell ein.
© GettyImages

 

Alpakas werden auch in Deutschland immer beliebter. Der Alpakazuchtverband Deutschland (AZVD) schätzt, dass bereits 8.000 Tiere bei uns eine neue Heimat gefunden haben.

Alpakas gelten hierzulande als Nutztiere. Für die Haltung gelten laut Deutschem Tierschutzgesetz folgende Bestimmungen:

  • Alpakas müssen mindestens zu zweit gehalten werden. Es sind Herdentiere.
  • Für zwei Alpakas muss mindestens 1.000 Quadratmeter Weidefläche zur Verfügung stehen. Plus 100 Quadratmeter für jedes weitere Tier.
  • Auf der Weide muss ein wetterfester Unterstand stehen, mit 2 bis 3 Quadratmeter Platz pro Tier.

Wem die artgerechte Haltung der Alpakas beim Kauf seiner Alpaka-Decke besonders wichtig ist, der kann sie oft im Internet direkt beim Züchter oder vor Ort im Hofladen kaufen.

Die Preise liegen für eine normalgroße Decke bei etwa 200 bis 300 Euro. Billigere Decken beim Discounter enthalten oft noch andere Fasern und sind nicht aus reiner Alpakawolle.

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Veröffentlicht: 21.02.2021 / Autor: Stephanie Arndt