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Fake News, US-Wahlkampf und Big Business - die Welt des Mark Zuckerberg

Fast 3 Milliarden Menschen nutzen seine sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und WhatsApp. Dabei ist Mark Zuckerberg schon mehrmals heftig in die Kritik geraten. Wer ist der Chef von Facebook - und wie groß ist sein Einfluss auf die Präsidenten-Wahl in den USA?
Was hat Mark Zuckerberg mit dem US-Wahlkampf zu tun? Wir erklären es dir.

Darum ist Mark Zuckerberg so mächtig

  • Mark Zuckerberg ist Gründer und CEO von Facebook. Zum Unternehmen gehören seit einigen Jahren auch WhatsApp und Instagram.

  • 2,99 Milliarden Menschen nutzten in den ersten 3 Monaten 2020 eine der Apps des Facebook-Konzerns. Facebook allein hat 2,6 Milliarden aktive Nutzer.

  • Für Anerkennung in Tech-Kreisen sorgte Zuckerbergs Erfolg, mit personalisierter Werbung Geld zu verdienen: In den ersten 3 Monaten dieses Jahres machte Facebook 4,9 Milliarden Dollar Gewinn.

  • Der 36-Jährige hat ein Privatvermögen von etwa 85 Milliarden Dollar und hält 28 Prozent der Anteile von Facebook.

  • Schon in den Anfangsjahren von Facebook gab es zahlreiche Kaufangebote, unter anderem von Google, MySpace, MTV und Microsoft. Zuckerberg lehnte alle ab, weil er sich weiter um "sein Baby" kümmern wollte.

Die Rolle von Facebook im US-Wahlkampf

  • Während der Proteste der "Black lives matter"-Bewegung geriet Zuckerberg stark in die Kritik. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einige Kommentare in den sozialen Medien abgesetzt, die von Twitter und Snapchat mit Warnhinweisen versehen wurden. Facebook wollte nicht eingreifen, Zuckerberg berief sich auf die Meinungsfreiheit. Nach scharfer Kritik von eigenen Mitarbeitern kündigte Zuckerberg an, den Umgang mit umstrittenen Posts zu prüfen.

  • Schon zuvor hatte Twitter bei einem Tweet des US-Präsidenten einen Hinweis zu einer Faktencheck-Seite eingeblendet. Trump hatte fälschlicherweise behauptet, Briefwahl führe fast automatisch zu Wahlbetrug.

  • Einige US-Politiker kritisieren Facebook zudem dafür, nicht gegen falsche Wahlkampf-Videos vorzugehen. So wird in einem Clip des Trump-Teams behauptet, die Demokraten wollten das Recht auf Waffenbesitz kippen. Facebook verdient an den Wahlkampf-Spots.

  • Schon nach Trumps Wahl stand Facebook in der Kritik. Damals war das soziale Netzwerk mit falschen Informationen geflutet worden. Zahlreiche Fake News waren Teil einer russischen Kampagne. Facebook wurde vorgeworfen, zu wenig gegen die Fake News unternommen zu haben. Das Unternehmen gab schließlich zu: Als Anzeigen geschaltete Fake News hatten vor der Wahl 126 Millionen Nutzer erreicht.

  • Im Vorfeld der aktuellen US-Wahlen hat Zuckerberg angekündigt, stärker gegen Fake News vorzugehen und Wahlkampf-Spots besser als Werbung zu kennzeichnen. So wurden Anzeigen des Trump-Teams gelöscht, weil sie ein Symbol enthielten, das die Nazis im Dritten Reich verwendet hatten. Damit verletzten die Posts laut Facebook die Regeln gegen Hate Speech.

Die größten Skandale rund um Facebook

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    Das Unternehmen Cambridge Analytica soll mit Hilfe von Facebook-Daten die US-Wahl 2016 beeinflusst haben, in dem es über eine Daten-Lücke auf Nutzerprofile zugriff. Diese illegal beschafften Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern nutzte das Unternehmen, um personalisierte Wahlwerbung zu schalten.

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    Mehrere tausend Moderatoren prüfen Inhalte auf Facebook - so werden zum Beispiel Videos mit Gewaltszenen entfernt. Immer wieder haben Medien enthüllt, unter welchen schlechten Bedingungen diese Moderatoren arbeiten müssten. Von Druck, Krankheiten und fehlender psychologischer Unterstützung ist da die Rede.

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    Auch beim Datenschutz steht Facebook immer wieder in der Kritik. Die New York Times berichtete im Dezember 2018 unter Berufung auf frühere Facebook-Angestellte, dass das soziale Netzwerk zahlreichen Firmen die Daten seiner User zur Verfügung stelle. Ganz im Gegensatz zu den Zusicherungen von Zuckerberg, die Nutzer hätten "die komplette Kontrolle" darüber, wer ihre Inhalte sehen darf. Die EU-Kommission und Politiker weltweit fordern von Facebook immer wieder Verbesserungen beim Datenschutz.

Darum braucht Zuckerberg gute Anwälte

  • 3 Harvard-Studenten verklagten Zuckerberg, weil er ihnen die Idee zu Facebook gestohlen habe. Sie hatten ihn gebeten, beim Bau ihrer Webseite ConnectU zu helfen - doch dann tauchten viele der dort eingeplanten Funktionen später bei Facebook auf. Zuckerberg musste dafür 65 Millionen Dollar an die 3 zahlen.

  • Eduardo Saverin war einer der Gründer von Facebook. Sein Abgang aus dem Unternehmen mündete in einem Gerichtsverfahren. Bei einem Vergleich wurde ihm eine Abfindung in unbekannter Höhe zugesprochen.

  • Facebook-Moderatoren in den USA haben mit einer Klage Entschädigungszahlungen in Höhe von 52 Millionen Dollar erstritten. Zahlreiche Moderatoren leiden durch die Sichtung von Videos mit extremer Gewalt oder Kindesmissbrauch unter posttraumatischen Belastungsstörungen.

  • Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal musste sich Zuckerberg vor dem US-Kongress verantworten. Dabei erklärte er: "Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert."

Die wichtigsten Stationen im Leben von Mark Zuckerberg

5 Facts über Mark Zuckerberg

  • 🔵

    Zuckerberg ist rot-grün-blind - daher hat er für Facebook die Farbe blau gewählt. Diese Farbe kann er am besten sehen.

  • 💻

    Der Facebook-Gründer besitzt keinen Fernseher und gilt zudem als Party-Verweigerer.

  • 💾

    In seiner Kindheit entwickelte Zuckerberg das "Zucknet". Dabei waren alle Computer seiner Familie und der Rechner in der Zahnarztpraxis seines Vaters über eine Software miteinander verbunden.

  • 🎉

    Priscilla Chan besuchte wie Zuckerberg die Harvard Universität. Kennengelernt haben sie sich in der Klo-Schlange auf einer Studenten-Party. Das Ehepaar hat inzwischen 2 Töchter.

  • 💰

    Zusammen mit ihrem Mann gründete Priscilla Chan 2015 die "Chan Zuckerberg Initiative" gegründet. Die Organisation soll unter anderem die Gleichstellung sowie das menschliche Potential fördern. Chan und Zuckerberg wollen im Laufe ihres Lebens 99 Prozent ihres Vermögens spenden.

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Veröffentlicht: 20.06.2020 / Autor: Johannes Huyer