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Neue Körperscanner am Flughafen: Mensch, fürchte dich nicht

Neue Körperscanner am Flughafen sollen die Wartezeit bei der Sicherheitskontrolle deutlich verkürzen. Doch wie funktioniert das? Und ist das wirklich unbedenklich für mich?

Das Wichtigste zum Thema Körperscanner

  • Körperscanner am Flughafen in Deutschland scannen mit elektromagnetischen Strahlen. Sie registrieren die Wärmereflexion des menschlichen Körpers. Wo Gegenstände sind, wird weniger Wärme zurückgestrahlt.

  • Deswegen erfassen Körperscanner in kürzerer Zeit, ob sich neben Metall-Gegenständen auch andere unerlaubte Dinge oder Substanzen, wie beispielsweise Sprengstoffe, am Körper befinden.

  • Der Begriff "Nacktscanner" ist irreführend: Das Bild wird dem Sicherheitsmitarbeiter nur schematisch dargestellt, so dass kein Passagier in Deutschland tatsächlich nackt zu sehen ist.

  • Zur Nutzung der Körperscanner besteht offiziell keine gesetzliche Verpflichtung. Jeder Passagier hat das Recht, sich abtasten und händisch untersuchen zu lassen.

  • Es kommen an deutschen Flughäfen keine Körperscanner mit Röntgenstrahlen zum Einsatz.

Körperscanner am Flughafen: Diese 5 Ängste sind unbegründet

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    Der Herzschrittmacher könnte versagen. Aber: Ein Münchner Herzzentrum hat die Gefahr von Körperscannern für Herzschrittmacher untersucht und konnte keine Beeinträchtigungen feststellen.

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    Die Angst, für das Sicherheitspersonal nackt sichtbar zu sein, ist unbegründet: Das Bild wird nur schematisch als Piktogramm ausgeworfen.

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    Körperscanner als Strahlengefahr? Nein, die Geräte geben beispielsweise weniger Strahlung ab als moderne Smartphones.

  • Aus religiösen Gründen möchten einige Passagiere nicht durchleuchtet werden. Sie fürchten etwa, dass ihr Körper nicht unversehrt bleibt. Doch die elektromagnetischen Strahlen dringen nicht tief genug in den Körper ein, um ihm zu schaden, so das Bundesamt für Strahlenschutz.

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    Auch für Schwangere gelten Körperscanner als ungefährlich. Langzeitstudien gibt es hierzu allerdings bislang nicht.

So funktioniert der neue Körperscanner am Flughafen genau

Körperscanner am Flughafen zeigen den Sicherheitsmitarbeitern innerhalb kürzester Zeit, ob ein Passagier gefährliche Gegenstände oder Sprengstoff am Körper mit sich trägt.

Das geschieht nicht mit Röntgenstrahlung - wie bei der Untersuchung des Gepäcks - sondern mit elektromagnetischen Strahlen. Diese Millimeterwellen bewegen sich im Frequenzbereich zwischen Zentimeterwellen und Terahertzstrahlung.

So wird dein Körper gescannt

Während des Scans senden die Antennen der Geräte für Bruchteile einer Sekunde die elektromagnetischen Strahlen in kurzen Wellen aus. Diese liegen unterhalb der Sendeleistung von Mobiltelefonen und werden von der menschlichen Haut reflektiert.

Der Körperscanner registirert dann die reflektierte Wärme deines Körpers. Da Kleidung durchlässig ist, wird diese nicht vom Scanner aufgenommen. Aber: Gegenstände am Körper sorgen dafür, dass von der Region weniger Wärme zurückstrahlt.

Sowohl dein gescannter Körper als auch der entsprechende Gegenstand werden aber nur schematisch dargestellt. Im Zweifel tasten dich die Sicherheitsmitarbeiter der Security noch einmal per Hand ab.

Personen im Körperscanner werden als Piktogramm dargestellt.

Körperscanner: Darum sind die neuen Geräte besser

Die Sicherheitskontrollen vor dem Boarding sollen sicherstellen, dass keine Waffen oder Sprengstoffe ins Flugzeug gelangen. Vor Einführung der ersten Körperscanner 2009/2010 waren reine Metalldetektoren, sogenannte Explosive Trace Detector (ETD) plus Abtasten per Hand Standard.

Jetzt ist die Strahlenmenge geringer, gleichzeitig wurden die Geräte technisch verbessert. Dadurch ist trotz kleinerer Strahlenmenge eine bessere Trefferquote gegeben. Und: Fehlalarme wurden reduziert.

 

Veröffentlicht: 11.01.2020 / Autor: Rebecca Arlt

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