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Öffnungszeiten: Wo du wann wie lange in Deutschland einkaufen kannst

Zahnpasta oder Klamotten rund um die Uhr? Brötchen am Sonntag? Je nach Bundesland sind die Öffnungszeiten verschieden. Hier ein Überblick für dich.

Das Wichtigste zum Thema Öffnungszeiten

  • Die Bundesländer regeln ihre Öffnungszeiten seit 2006 unterschiedlich. Trotzdem: Sonn- und Feiertage sind mit einigen Ausnahmen verkaufsfrei.

  • Innerhalb der erlaubten Zeiten bestimmt der Ladenbesitzer die Öffnungsdauer. Geschäfte müssen nicht offen bleiben.

  • 61 Prozent der Deutschen wünschten sich, dass Händler, wenn sie möchten, auch am Sonntag öffnen dürfen. 39 Prozent stimmten dagegen. Das ergab eine Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2017.

  • Der Bundesgerichtshof entschied im Oktober, dass Bäckereien sonntags ganztägig, und nicht nur stundenweise, Brötchen verkaufen dürfen. Allerdings nur, wenn ein Café angeschlossen ist. Dann zählen sie als Gaststätten.

  • Ladenschlussgesetze schützen die Arbeitnehmer. Deshalb streiten sich Gewerkschaften und Handelsverbände um die Ausweitung der Öffnungszeiten. 2018 arbeiteten 3,1 Millionen Menschen im deutschen Einzelhandel. Davon fielen 1,2 Millionen unter die Sozialversicherungspflicht.

So unterscheiden sich die Öffnungszeiten an Werktagen:

Hier kannst Du auch am Sonntag einkaufen:

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    Bäckereien

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    Kioske

  • 🚗

    Tankstellen

  • 🚉

    Geschäfte in Bahnhöfen, Flug- oder Fährhäfen

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    Blumenläden

  • 💊

    Apotheken

Sonderaktionen öffnen dir die Ladentür

Damit die Kassen öfter klingeln, genehmigen die Bundesländer ihren Händlern Ausnahmen. So veranstalten Geschäfte meist 4 verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage im Jahr, in Berlin sogar 10. An Adventssonntagen und hohen Feiertagen dürfen sie das meist nicht. Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen lassen trotz ihrer strengeren Landenschlussgesetze jährlich zwischen einer und 8 Einkaufsnächte zu. 

Die Geschichte der Öffnungszeiten - Ein Hin und Her seit mehr als 100 Jahren

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    1891: Nachdem die Besitzer ihre Läden täglich zwischen 5 und 23 Uhr öffneten, dürfen sie sonntags nur noch 5 Stunden lang verkaufen.

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    1900: Werktags gelten Öffnungszeiten von 5-21 Uhr.

  • 🕖

    1919: Werktags verkürzen sich die Öffnungszeiten auf 7-19 Uhr. Am Sonntag bleiben die Läden dicht.

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    1956: Das "Gesetz über den Ladenschluss" regelt die Verkaufszeiten von Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 18:30 Uhr und samstags bis 14 Uhr.

  • 🕗

    1958: Der erste Samstag im Monat ist nun der Lange Samstag mit Öffnungszeiten bis 18 Uhr.

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    1960: An den 4 Adventssonntagen öffnen sich die Pforten bis 18 Uhr.

  • 🕘

    1989: Der Lange Donnerstag ermöglicht das Einkaufen bis 20:30 Uhr.

  • 🕤

    1996: Unter der Woche gelten Öffnungszeiten von 6-20 Uhr, am Samstag bis 16 Uhr. Der Lange Donnerstag entfällt wieder.

  • 🕙

    2003: Am Samstag gibt es Verlängerung bis 20 Uhr.

  • 🕥

    2006: Die Bundesländer übernehmen die Regelung individuell.

Veröffentlicht: 12.11.2019 / Autor: Sven Hasselberg