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Tschernobyl und Blick auf den Reaktor

Super-Pilze und schrumpfende Gehirne: Was wir von Tschernobyl lernen

Tschernobyl als Lehrstätte: Ein Fotograf dokumentiert, wie sich die Natur eine verlassene Stadt zurückerobert. Ein Pilz mit Superkräften lockt die NASA an - und der Tourismus boomt. Und im Clip: Galileo-Reporter Manuel reist nach Tschernobyl.
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Tschernobyl: Geisterstadt, Naturparadies und Forschungs-Gebiet zugleich

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    Die "Chernobyl Exclusion Zone" hat ungefähr eine Fläche von 2.800 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der dreifachen Fläche von Berlin. Noch strahlt das Gebiet radioaktiv.

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    Das Sperrgebiet gibt es seit 1986. Dort zeigt sich, wie die Natur sich eine verlassene Stadt zurückerobert.

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    Seltene Tiere wie Bisons, Przewalski-Pferde, Luchse und Adler finden Lebensraum. Sie sind dort (fast) ungestört von Menschen.

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    Forscher:innen untersuchen, wie sich Radioaktivität auf Tiere auswirkt. Laut einer Studie schrumpfen Strahlen das Gehirn von Vögeln, die rund um den Reaktor leben. Es ist 5 Prozent kleiner als bei Artgenossen aus anderen Regionen.

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    Die NASA erforscht einen schwarzen Pilz im verseuchten Reaktor. Er schützt sich vor Strahlung und wandelt sie sogar in Energie um. Der Strahlen-Pilz könnte künftig nützlich als Krebsmittel und für die Raumfahrt sein.

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    Galileo sprach mit dem Fotografen David McMillan. Seine Bilder dokumentieren den Verfall der Stadt Pripjat.

Galileo-Reporter Manuel in Tschernobyl: Wie ist es da heute so?

Der ganze Film von Reporter Manuel: Tschernobyl - Das Geschäft mit der Katastrophe

Der ganze Film von Reporter Manuel: Tschernobyl - Das Geschäft mit der Katastrophe

Erst in zehntausenden Jahren werden die bei der Tschernobyl-Explosion freigesetzten, radioaktiven Atome komplett zerfallen sein. Trotzdem boomt der Tourismus vor Ort - und auch für die Forschung ist das Gebiet von großem Interesse.

Wo der Super-GAU passierte und die Sperrzone liegt

Lage Tschernobyl
Die Lage des Kernkraftwerks Tschernobyl und die Entfernung zu Deutschland.
Sperrzone Tschernobyl
Seit 1986 gibt es eine Sperrzone um das Kernkraftwerk.
Lage Tschernobyl
Sperrzone Tschernobyl

Urlaub in Tschernobyl: Wir waren dort

Urlaub in Tschernobyl: Wir waren dort

Ein Trip nach Tschernobyl - was erlebt man dort? Wie sicher ist das? Und wer macht in einer radioaktiven Sperrzone Urlaub? Wir begleiten eine Reisegruppe.

So wandelte sich die verlassene Stadt Pripjat im Laufe der Zeit

Lenin Kindergarten Tschernobyl Pripjat
Ein Bild von Lenin: Das Foto zeigt die Wand eines Kindergartens ins Pripjat im...
Boden Kindergarten Tschernobyl Sperrgebiet Fotos
Schuhe liegen auf dem Boden im Kindergarten in Pripjat. Das Bild entstand 2006, also...
Basketballplatz 2007 in der Tschernobyl-Sperrzone
Ein Basketballplatz im Jahr 2007 im Sperrgebiet von Tschernobyl ist überwuchert von...
Lobby Kinderkrankenhaus Bilder Tschernobyl Sperrgebiet
Die Natur kehrt zurück in die Lobby eines Kinderkrankenhauses. Fotografiert im...
Fenster im Kinderkrankenhaus in Prpipjat in der Sperrzone
Durch das Fenster eines Untersuchungsraums im Kinderkrankenhaus Pripjat wachsen...
Lenin Kindergarten Tschernobyl Pripjat
Boden Kindergarten Tschernobyl Sperrgebiet Fotos
Basketballplatz 2007 in der Tschernobyl-Sperrzone
Lobby Kinderkrankenhaus Bilder Tschernobyl Sperrgebiet
Fenster im Kinderkrankenhaus in Prpipjat in der Sperrzone

Wie sich das Tschernobyl-Sperrgebiet veränderte

Kernkraftwerk Tschernobyl


Mehr Wald, mehr Grün: Der Fotograf David Mc Millan hielt den Blick aufs Kernkraftwerk Tschernobyl 1994 und 2017 fest.
© David McMillan/Galileo

 

Tschernoby Buchladen Pripjat


In der Nähe von Tschernoby befindet sich der Ort Pripjat, der immer weiter verfällt. Hier siehst du, wie ein Buchladen sich veränderte zwischen 2011 und 2017.
© David McMillan/Galileo

Pripjat Tschernobyl


Dokumentierter Zerfall: Die Flaggen in einem Schultreppenhaus in Pripjat  1994, 2003, 2009 und 2018.
© David McMillan/Galileo

Die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Folgen

Die Tschernobyl-Katastrophe und ihre Folgen

Am 26. April 1986 explodierte im Atomkraftwerk Tschernobyl der Reaktor-Block 4. Radioaktive Teilchen wurden tausende Meter hoch in die Atmosphäre geschleudert. Luftströme tragen gesundheitsgefährdende Stoffe über ganz Europa. Was waren die Folgen?

"Es war wie eine Reise in eine vergangene Kultur"

David McMillan ist Fotograf und reiste seit 1992 insgesamt 22 Mal in die Sperrzone nach Tschernobyl. Was er erlebte, erzählt der Kanadier im Interview.

Es klingt ziemlich verrückt, zig Mal in ein verseuchtes Sperrgebiet zu fahren. Was hat Sie angetrieben?

💬 Es war dort wie in einem Science-Fiction-Roman aus meiner Kindheit. Die Stadt Pripjat war verlassen, aber nicht zerstört. Bei der Explosion im Kernkraftwerk brannte nur der Reaktor, alles andere blieb intakt. Es gab so viele überraschende Motive - wie Bäume, die mitten in Hotelzimmern wuchsen. Ich wollte unbedingt mehr fotografieren. Nach 10 bis 15 Jahren merkte ich dann: Ich war zu einem Zeitzeugen geworden.

Inwiefern?

💬 Ich habe festgehalten, wie Gebäude zerfallen und sich zeitgleich Pflanzen ausbreiten. Die Natur erobert sich ihren Platz zurück. Das zeigen die Bilder in meinem Buch "Growth and Decay. Pripyat and the chernobyl exclusive zone." Es dokumentiert Zerfall und Wachstum.

Was hat Sie am meisten beeindruckt im Sperrgebiet?

💬 Die Stadt wirkte selbst 18 Jahre nach dem GAU, als hätte die Evakuierung erst vor Tagen stattgefunden: In den Schulen lagen noch Hefte mit Notizen auf dem Tisch. Die Menschen haben so viel zurückgelassen. Sie müssen in großer Eile gewesen sein bei der Evakuierung. Die Klassenzimmer sehen noch aus wie in der Sowjetunion damals. Mich faszinierte dieser Blick auf eine Kultur, die nicht mehr existiert.

Wie lange dauerten ihre Besuche - und gab es strenge Sicherheitsvorschriften?

💬 Ich bleib meistens für eine Woche. Anfangs in den 90ern musste ich nur die Kleidung wechseln. Ich sollte nicht mit der gleichen Jeans abends im Hotel essen gehen, mit der ich zuvor im Sperrgebiet rumlief. Ich bekam aber keine Sicherheitskleidung. Von Geigerzählern wussten die Menschen dort gar nichts. Die gab es erst später.

Und wer ließ Sie ins Sperrgebiet hinein?

💬 Die Regierung hatte eine Art Verwaltung aufgebaut, die sich um die Besucher kümmerte. Es waren in den ersten Jahren fast nur Journalisten, Wissenschaftler und Landschaftsarchitekten dort. Ich reiste immer mit Übersetzern und Fahrern. Als ich vor 5, 6 Jahren den ersten Touristenbus in der Sperrzone sah, staunte ich nicht schlecht.

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Veröffentlicht: 26.04.2021 / Autor: Alena Brandt