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Warum geht uns etwas "durch die Lappen"?

Ein Job, ein Gewinn, eine Konzertkarte - all das kann einem durch die Lappen gehen. Doch um welche Lappen handelt es sich eigentlich? Und woher kommt die Redensart? Mach dich schlau!

Schlaumeier-Wissen

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    Wenn einem etwas durch die Lappen geht, hat man sich etwas entgehen lassen. Oder anders ausgedrückt: Man hat die Gelegenheit nicht genutzt.

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    Topf-, Putz- oder Waschlappen haben mit der Redewendung nichts zu tun. Die besagten Lappen kamen im 18. Jahrhundert bei der Treibjagd zum Einsatz.

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    Die Jäger spannten Seile mit bunten Stoff-Fetzen zwischen die Bäume, um die Fluchtwege der Tiere einzugrenzen. Das nannte sich Lapp-Jagd.

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    Das Wild schreckte vor den wehenden Hindernissen zurück. Und wurde so in eine bestimmte Richtung getrieben - direkt vor die Flinten der Schützen.

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    Ausgebüchst! Konnte ein Tier entkommen, ging es den Jägern buchstäblich "durch die Lappen". Denn außerhalb des Jagdgebiets durfte es nicht geschossen werden.

Topf-, Putz- und Waschlappen kennt jeder: Aber wusstest du, dass es noch ganz andere Lappen gibt?

Lappen nennt man auch …

… Teilstücke des Schweinefleischs. Der Bauchlappen vom Schwein enthält einen hohen Anteil an Bindegewebe und Fett und wird hauptsächlich zur Wurstherstellung verwendet.

… Geldscheine. Und zwar vor allem Banknoten mit einem größeren Wert.

… ein (herunterhängendes) Stück Haut am Körper eines Tieres. Bei Truthähnen entspringt der Lappen über dem Schnabel. Männchen mit einem besonders langen und besonders roten Lappen gelten als gesund und stark - und werden von Weibchen bevorzugt.

 

Truthahn mit rotem Lappen


Truthahn mit rotem Lappen - der Fortsatz (Karunkel) ist üblicherweise 6 bis 8 Zentimeter lang.
© Getty Images

jemanden, der dünn und schwach ist. Unter Jugendlichen wird eine solche Person oft auch als "Lauch" bezeichnet.

… ein indigenes Volk im hohen Norden Europas. Da der Begriff "Lappen" jedoch als abwertend empfunden wurde, setzte sich in den 1970ern die Bezeichnung "Samen" durch. Heute leben noch rund 80.000 der Ureinwohner Lapplands in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland.

Veröffentlicht: 03.08.2020 / Autor: Heike Predikant