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Werbe-Boykott auf Facebook: Wer steckt hinter der Aktion?

Facebook steht unter Druck. Zahlreiche Unternehmen stoppen vorläufig ihre Werbe-Anzeigen auf der Plattform. Was mit dieser Aktion erreicht werden soll und wer dabei alles mitmacht, erfährst du hier.

Das Wichtigste zum Thema Werbe-Boykott auf Facebook

  • Zahlreiche Unternehmen folgen dem Aufruf #StopHateforProfit und stoppen vorläufig ihre Werbe-Kampagnen auf Facebook.

  • Grund für den Werbe-Boykott: Facebook gehe nicht konsequent genug gegen Hass-Kommentare und Falschmeldungen auf der Plattform vor.

  • Werbe-Erlöse sind Facebooks wichtigste Einnahmequelle. Sie machen fast den gesamten Umsatz des Konzerns aus.

  • Was #StopHateforProfit ist, wer eigentlich dahinter steckt, und wie Facebook auf den Werbe-Boykott reagiert, erfährst du auf dieser Seite.

Deshalb steht Facebook in der Kritik

  • Seit langem gibt es immer wieder Kritik an Facebook, zu nachlässig mit Hass-Kommentaren und fragwürdigen Beiträgen umzugehen.

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    Die Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt hat diese Kritik wieder stark aufflammen lassen.

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    Wesentlich dazu beigetragen hat Konzern-Chef Mark Zuckerberg persönlich. Er hatte sich in der Vergangenheit geweigert, gegen umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump vorzugehen.

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    Der jüngste Vorwurf: Facebook lasse sich bereitwillig von Hasspredigern und Rassisten missbrauchen, anstatt seinen Jahresumsatz von mehr als 62 Milliarden Euro auch dafür zu nutzen, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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    Die einzige Möglichkeit, Zuckerberg zum Umdenken zu bewegen, sei ein Werbe-Boykott - zu dem die Kampagne #StopHateForProfit jetzt aufruft.

Was ist #StopHateforProfit?

Hinter der Initiative stecken verschiedene amerikanische Bürgerrechts-Organisationen, die sich zum Großteil aus Spenden finanzieren. Dazu gehören unter anderen die Anti Defamation League (ADL), Color of Change und die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP). Auch die Non-Profit-Organisaton Mozilla Foundation ist dabei.

 

Alle Partner der Initiative #StopHateforProfit auf einen Blick.


Alle Partner der Initiative #StopHateforProfit auf einen Blick.
© Screenshot: StopHateforProfit

Wer macht mit bei #StopHateforProfit?

Die Aktion hat den Zeitgeist voll und ganz getroffen: Schon nach wenigen Tagen beteiligten sich dutzende große Unternehmen wie Coca-Cola, Unilever, Adidas, Honda, Levi's, Starbucks und Outdoor-Hersteller wie Patagonia und The North Face. Auch deutsche Unternehmen wie VW, Henkel und SAP folgen dem Aufruf und stellen ihre Anzeigen-Kampagnen ein.

Allein bei Coca-Cola habe der Werbe-Etat in den USA im vergangenen Jahr umgerechnet geschätzte 19,5 Millionen Euro ausgemacht, berichtet die "New York Times" mit Verweis auf Daten des Branchen-Analysten Pathmatics. Bei Unilever seien es rund 37 Millionen Euro gewesen.

Auf ihrer Website führt die Initiative eine Liste mit bestätigten #StopHateforProfit-Werbekunden, die ihre Werbung auf Facebook erst einmal stoppen. Derzeit umfasst sie knapp 660 Namen (Stand: 2. Juli), täglich kommen neue dazu.

Neben mehr Infos gibt es dort auch eine Petition gegen Hass und Hetze auf Facebook. Mit dem Hashtag #StopHateforProfit kann jeder seinen Teil gegen Hass im Netz beitragen. Weitere Tipps, wie du Hate Speech im Netz noch heute den Kampf ansagst, findest du hier.

Facebook reagiert - das soll sich ändern

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    Facebook verschärft seine Standards für den Umgang mit diskriminierenden Werbe-Anzeigen. In der Werbung sollen abwertende und hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder sexueller Vorlieben blockiert werden.

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    Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl sollen gelöscht werden.

  • Wenn Beiträge gegen Facebooks Richtlinien verstoßen, aber das öffentliche Interesse das Risiko übersteigt, wird das Unternehmen jetzt doch Warnhinweise einblenden, ähnlich wie Twitter das schon tut.

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Veröffentlicht: 02.07.2020 / Autor: Viviane Osswald

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