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Die Schatzsuche ist zu Ende: Forrest Fenns Truhe wurde gefunden

In den Rocky Mountains hatte der Millionär Forrest Fenn eine Schatztruhe versteckt - jetzt wurde sie gefunden. Wer der glückliche Finder ist und wie du in deiner Nähe Schätze finden kannst.
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Das Wichtigste zum Thema Forrest Fenns Schatz

  • 2010 versteckte der Amerikaner Forrest Fenn eine Truhe voller Münzen, Gold und Edelsteinen in den Rocky Mountains. Geschätzter Wert: 1 bis 3 Millionen Dollar.

  • Hunderttausende verfielen daraufhin dem Goldrausch und begaben sich auf die Suche.

  • Nun hat der exzentrische Millionär auf seiner Webseite verkündet, dass ein ihm unbekannter Mann seinen Schatz in den Rocky Mountains gefunden habe.

  • Die Bergkette erstreckt sich von New Mexiko bis Kanada. In Schatzjäger-Foren wurde die Größe des Suchgebiets auf bis zu 550.000 Quadratkilometer geschätzt. Und: In der Gegend gibt es wilde Tiere, tiefe Schluchten, reißende Wasserströme.

  • Hinweise zum Schatz lieferte zunächst ein von Fenn verfasstes Gedicht. Später folgten weitere Anhaltspunkte: zum Beispiel, dass die Schatzkiste nicht in Nevada, Idaho oder Kanada zu finden ist.

Wie kommt man auf die Idee, einen Millionen-Schatz zu verstecken?

Forrest Fenn, geboren 1930 in Temple (Texas), kam als Kunsthändler zu viel Geld. Mit 57 Jahren wurde Nierenkrebs bei ihm diagnostiziert. Die Ärzte gaben ihm noch 6 Monate. Der Millionär schmiedete einen Plan: Er würde einen Schatz in den Rocky Mountains verstecken und neben ihm sterben. Doch dann kam es anders: Forrest Fenn besiegte den Krebs.

Die Truhe, gefüllt mit Gold, Edelsteinen, Münzen, Schmuck und einer Jade-Skulptur, lagerte daraufhin in seinem Safe. Kurz vor seinem 80. Geburtstag setzte der Abenteurer sein Vorhaben dann in die Tat um und versteckte den Schatz. Hinweise lieferte ein von Forrest Fenn selbst verfasstes Gedicht, das auch in seiner Autobiographie veröffentlicht wurde. Seitdem jagten mehr als 250.000 Menschen in den Rocky Mountains nach der fetten Beute. Mindestens 4 Menschen soll die Suche nach Fenns Truhe sogar das Leben gekostet haben.

Nun da der Schatz endlich gefunden wurde, sagt Fenn: "Ich weiß nicht, zur Hälfte bin ich froh und zur anderen Hälfte etwas traurig, weil die Jagd vorbei ist."

 

Schatztruhe Forrest Fenn

Dieses Gedicht führte zu Forrest Fenns Schatz

Schatzsuche im 21. Jahrhundert: Geocashing und Sondengänge

Beim Geocaching steht eher die Suche als der Schatz selbst im Vordergrund. Anmelden kann man sich über verschiedene Websites (geocashing.com ist die größte Plattform).

Und so funktioniert's: Über das Internet oder eine App werden bestimmte Koordinaten bereitgestellt. Rucksack packen (Stift nicht vergessen!) und auf zum vorgegebenen Ort. Dort wird nach einem versteckten Behälter ("Cache") gesucht. Darin steckt kein Gold, dafür oft kleine Tauschgegenstände und ein Logbuch. Dieses wird mit dem mitgebrachten Stift ausgefüllt. Das ist zwar kein Eintrag in die Geschichtsbücher, rundet das Abenteuer aber gut ab.

Weltweit gibt es über drei Millionen Caches. Aber Achtung: Lass dich bei der Schatzsuche nicht von "Muggles" (Uneingeweihten) beobachten. Damit die Caches nicht abhanden kommen, also lieber unauffällig verhalten.

 

 

Anders als beim Geocaching, können bei Sondengängen sehr wohl echte Reichtümer gehoben werden. "Sondler" nutzen Metalldetektoren.

Ihre erhoffte Beute: antiker Schmuck, alte Münzen oder wertvolle Funde aus der Vergangenheit. Klingt spannend, ist aber mühsam, denn die Sonde deckt nur einen kleinen Radius ab und das Gelände ist meist groß. Wer "sondeln" zu seinem Hobby machen will, braucht Durchhaltevermögen. Bei dem Großteil der Fundstücke handelt es sich nämlich um Müll.

Trotzdem konnten Sondengänger schon einige Sensationsfunde verbuchen: 10.000 Silbermünzen aus dem Spätmittelalter, die in Baden-Württemberg gefunden wurden. 217 Goldmünzen aus der Nazi-Zeit, die in Lüneburg unter der Erde schlummerten. Oder der "Barbarenschatz", der in einem Wald in Rheinland-Pfalz verborgen war.

Veröffentlicht: 11.07.2020 / Autor: Franziska Schosser