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Corona: Alles Wichtige für den Fall der Fälle - Ansteckung, Symptome, Tests

Das Corona-Virus breitet sich weiter aus. Welche Symptome für Covid-19 typisch sind, für wen das neue Virus gefährlich werden kann und wie du dich testen kannst, erfährst du hier.
Reisende am Flughafen schützen sich vor dem Corona-Virus mit einem Mund-Nasen-Schutz.

Welche Symptome sind für Corona typisch?

Covid 19 Symptome


Diese Symptome treten laut Robert Koch-Institut häufig bei einer Covid-19-Infektion auf.
© Galileo

 

Die häufigsten Symptome von Covid-19 sind hierzulande Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen. Andere Beschwerden sind ebenfalls möglich, aber sie treten seltener auf - darunter Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen, Atemnot, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Hautausschlag. Eine Lungenentzündung tritt bei rund 3 Prozent der Corona-Patienten auf.

"Es wird angenommen, dass etwa 81 Prozent der diagnostizierten Personen einen milden, etwa 14 Prozent einen schwereren und etwa 5 Prozent einen kritischen Krankheitsverlauf zeigen", schreibt das Robert Koch-Institut (RKI).

Der Krankheitsverlauf ist bei jedem anders und kann auch länger als 14 Tage dauern. Einige haben auch keinerlei Beschwerden.

Ansteckend sind auch Corona-Patienten, die nur leichte oder keine Symptome zeigen. Zudem dauert die Inkubationszeit bis zu 2 Wochen - im Durchschnitt 5 bis 6 Tage. In dieser Zeit trägt man die Viren schon in sich, zeigt aber noch keine Symptome.

Das Problem: Bei einigen Patienten - überwiegend Alte und Kranke - geht das Virus mit einem schwereren Verlauf einher. Sie kämpfen mit Atemproblemen und Lungenentzündungen. In schweren Fällen ist eine intensiv-medizinische Versorgung und eine Beatmung nötig.

Die gute Nachricht: Bei Kindern scheint Covid-19 eher mild und unspezifisch zu verlaufen.

Gut wirksame Medikamente oder eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus gibt es bisher nicht. Weltweit laufen unzählige Impfstoff-Forschungsprojekte. Wann mit einem Impfstoff zu rechen ist, erfährst du hier.

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Die Zulassung eines Corona-Impfstoffs rückt näher. Galileo-Autor Peter Krainer hat in München als einer der ersten einen Test-Impfstoff erhalten. Im Clip: So war es für ihn.

Für wen Corona lebensgefährlich ist

  • Die Gefahr an Covid-19 zu sterben, ist gering. Bisher starben in Deutschland rund 2,5 Prozent der bestätigten Corona-Erkrankten.

  • Da es vermutlich eine hohe Dunkelziffer an Covid-19-Fällen gibt (da die Erkrankten kaum Symptome haben und nicht getestet werden), ist die Sterberate tatsächlich wohl noch niedriger.

  • Die Verstorbenen sind in erster Linie Senioren und/oder Patienten, die bereits eine chronische Vorerkrankung hatten. Damit gemeint sind schwere Krankheiten wie Herzschwäche, chronische Bronchitis, Krebs oder Diabetes.

So ist der Corona-Übertragungsweg

Übertragen wird das Corona-Virus hauptsächlich über Tröpfcheninfektion. Wenn ein Erkrankter hustet, niest, schnäuzt, spricht oder atmet, spritzen Tröpfchen aus seinem Mund und/oder Nase. Gelangen die Tröpfchen mit den Viren an Mund, Nase oder Augen anderer Personen, können diese erkranken.

Während große, schwere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können winzige Tröpfchen, die Aerosole, über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. "Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber infektiösen Partikeln jeglicher Größe im Umkreis von 1 bis 2 Metern um eine infizierte Person herum erhöht. Eine Maske (Mund-Nasen-Schutz oder Mund-Nasen-Bedeckung) kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren", so das RKI.

Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen könne sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole über eine größere Distanz als 1,5 Meter erhöhen. Daher besonders wichtig: Lüften! Wie das richtig funktioniert, erfährst du hier.

Ebenfalls möglich ist eine Schmierinfektion, beispielsweise wenn der Erkrankte gerade in die Hand geniest hat und dann eine Tür öffnet. Der Nächste, der den Türgriff anfasst und sich im Anschluss an Mund, Nase oder Augen berührt, kann sich die Viren einfangen.

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Die Angst vor Covid-19, ist bei vielen Menschen spürbar. Aber wie schlimm ist eine Infektion tatsächlich, wenn man nicht zur Risikogruppen gehört? Wir haben einem Corona-Patienten gesprochen.

Was mache ich, wenn ich glaube, Corona zu haben?

  • Wenn du persönlichen Kontakt mit einer Person hattest, bei der das Corona-Virus nachgewiesen wurde, solltest du dich (auch ohne Symptome) an das Gesundheitsamt in deiner Region wenden (hier kannst du danach suchen).
  • Wenn du Kontakt mit jemanden hattest, der wiederum Kontakt mit einer infizierten Person hatte, solltest du 14 Tage zu Hause bleiben.
  • Wenn du in einem offiziellen Risikogebiet oder in einer Region in Deutschland warst, die stark betroffen ist, solltest du unabhängig von Symptomen unnötige Kontakte vermeiden und 14 Tage zu Hause bleiben. Bekommst du typische Atemwegsbeschwerden wie Husten, wende dich telefonisch an einen Arzt.
  • Wenn du in einer Region warst, die kein Risikogebiet ist, aber es dort Covid-19 Fälle gibt, solltest du auch zum Arzt, wenn du innerhalb von 14 Tagen Symptome wie Fieber, Husten oder Atemnot entwickelst.
  • Generell bittet die Regierung alle, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie stellt der Arzt fest, ob ich Corona habe?

Ein Test beim Arzt gibt Klarheit. Wer getestet wird, entscheiden dabei die Ärzte und Kliniken. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten.

Für den Test wird Material mit einem Stäbchen aus den Atemwegen entnommen.

In den Proben wird im Labor dann nach Corona-Viren-DNA gesucht. Normalerweise müssen die Patienten 1 bis 2 Tage auf ihr Covid-19-Test-Ergebnis warten, aktuell wegen der Vielzahl an Tests aber oft länger.


Eine Laborantin gibt aufbereitete Proben in das PCR-Gerät.
© Getty Images

Corona-Tests: So funktionieren sie

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Wie der Arzt mittels Abstrich feststellt, ob du Covid-19 hast und was es mit den Antikörpertests auf sich hat, erklären wir im Clip.

Positiv oder negativ? In 2,5 Stunden Gewissheit

Firmen weltweit haben in den letzten Monaten an einem Schnelltest getüftelt - mit Erfolg. Nach und nach werden neue Geräte vorgestellt. Bis sie jedoch flächendeckend in den Arztpraxen, Kliniken und Laboren stehen, dauert es noch.

Der große Vorteil der Schnelltests: Der Patient hat innerhalb weniger Stunden Gewissheit und kann bei positiven Ergebnis unverzüglich in Quarantäne gehen. Infektionsketten können so gestoppt und die Pandemie eingedämmt werden.

Auch deutsche Firmen mischen mit: So hat die Biotechfirma Mikrogen aus Bayern einen Schnelltest herausgebracht, der in 3 Stunden anzeigt, ob der Patient das neuartige Coronavirus in sich trägt.

Der ab April in Deutschland erhältliche Schnelltest von Bosch liefert sogar schon innerhalb von 2,5 Stunden ein Ergebnis. Dieser erkennt 10 verschiedene Atemwegserreger, darunter das neuartige Coronavirus, aber auch Grippeviren, und kann direkt in der Arztpraxis durchgeführt werden.

So funktioniert der Test von Bosch:

  • mit einem Abstrichtupfer eine Probe aus Nase oder Rachen des Patienten entnehmen
  • auf eine Kartusche geben, die bereits alle erforderlichen Reagenzien enthält, geben. Die Kartusche in das Analysegerät stecken
  • auf Start drücken und warten bis das Ergebnis da ist

Bis zu 10 Tests in 24 Stunden schafft das Gerät.


Covid-19-Schnelltest mit Analysegerät Vivalytic von Bosch
© Bosch

Du hast Covid-19: So schützt du deine Mitbewohner

Der Test hat es bestätigt: Du hast Covid-19. Wenn du nur leichte Symptome hast, kommst du jetzt in häusliche Isolierung. Das heißt, du musst in deiner Wohnung bleiben. Doch wie schütze ich meine Familie oder Mitbewohner vor einer Ansteckung?

  • Trage einen Mund-Nasen-Schutz
  • Halte 1,5 bis 2 Meter Abstand
  • Sei möglichst alleine im Raum, esse alleine und schlafe auch alleine im Zimmer
  • Lüfte oft
  • Drehe dich beim Husten und Niesen weg und nutze ein Taschentuch, werfe es dann gleich in einen Mülleimer mit Deckel
  • Wasche dir oft und gründlich die Hände, verwende Einmalhandtücher, desinfiziere deine Hände
  • Verwende nur du dein Handtuch, wasche die Wäsche bei mindestens 60 Grad Celsius
  • Reinige und desinfiziere mindestens einmal pro Tag die Oberflächen, im Bad mehrmals täglich
  • Risikopersonen, wie Senioren oder Menschen mit Vorerkrankungen, sollten vorübergehend woanders wohnen

Noch mehr Tipps wie du dich als Covid-19-Patient am besten zu Hause verhältst, findest du beim Robert Koch-Institut.

Veröffentlicht: 28.03.2020 / Autor: Larissa Melville