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Lüften in Corona-Zeiten: So machst du's richtig!

Experten empfehlen zur Eindämmung der Corona-Pandemie: Regelmäßig lüften. Aber wie oft, wie lange - und reicht es, das Fenster zu kippen? Darauf solltest du achten.
Richtig Lüften in Corona-Zeiten: Darauf kommt's an.

Warum ist Lüften in Corona-Zeiten wichtig?

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    Sars-CoV-2 kann sich nach aktuellen Erkenntnissen über Aerosole übertragen - also winzige Partikel, die wir beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen ausstoßen und an denen Viren anhaften können.

  • Unter Laborbedingungen sind vermehrungsfähige Viren in Aerosolen bis zu 3 Stunden nach der Freisetzung nachweisbar, so die Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt.

  • Im Gegensatz zu größeren Tröpfchen sinken Aerosole nicht direkt zu Boden

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    An der frischen Luft wehen die kleinen Teilchen schnell weg.

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    In einem schlecht belüfteten Raum hingegen können sich mit Viren beladene Aerosole in der Luft ansammeln.

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    Je mehr Menschen sich in einem Raum aufhalten, je kleiner er ist und je länger der Aufenthalt dauert, desto größer die Gefahr, dass jemand die Viren einatmet und sich infiziert.

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    Durch Lüften wird die Raumluft mit frischer Außenluft vermischt. Dadurch wird die Konzentration der Aerosole reduziert.

Die CO2-Ampel kann man zur Corona-Überwachung nutzen

CO2-Ampel für Corona-Überwachung nutzen

Die CO2-Ampel kann man zur Corona-Überwachung nutzen

Forscher der Technischen Universität Berlin haben in einem Test herausgefunden, dass CO2-Messgeräte helfen können, die Corona-Konzentration in der Luft besser einzuschätzen. Wie das funktioniert, zeigen wir im Video.

Wie war das noch gleich mit der Ansteckung?

Richtig lüften: So geht's

Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) am Umweltbundesamt empfiehlt: Am besten solltest du querlüften - also gegenüberliegende Fenster öffnen. So kann sich die Luft im Raum innerhalb weniger Minuten vollständig austauschen.

Ist das nicht möglich, solltest du mindestens stoßlüften - also: ein Fenster ganz weit öffnen, dazu möglichst noch eine Tür.

Fenster auf Kipp? Bringt's nicht

Ein gekipptes Fenster bringt - insbesondere bei stark belegten Räumen - nicht viel. Denn: Erst wenn ein richtiger Durchzug entsteht, ist der Luftaustausch optimal.

Außerdem erhöht Kipplüftung das Schimmelrisiko an den Fensterlaibungen.

Bei einem gekippten Fenster wird die Luft nicht regelmäßig ausgetauscht. Dabei hilft das, die Viruslast zu senken. Daher: Querlüften!


Bei einem gekippten Fenster wird die Luft nicht regelmäßig ausgetauscht. Das muss aber passieren, um die Viruslast zu senken. Daher besser: querlüften.
© picture alliance/Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/ZB

Wie oft und wie lange lüften?

  • Die Empfehlungen sind abhängig von: Raumgröße, Zahl der anwesenden Personen und auch von der Jahreszeit.

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    Generell gilt: Je mehr Menschen im Raum, desto häufiger.

  • In deiner Wohnung solltest du die Fenster jede Stunde für mindestens 3 Minuten öffnen.

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    Wenn Besuch kommt, solltest du schon während des Treffens lüften - nicht erst danach.

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    In Schul- und Besprechungsräumen sollte mindestens alle 20 Minuten gelüftet werden.

  • Je größer die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen sind, desto schneller tauscht sich die Luft aus. Deshalb solltest du im Sommer länger lüften (mindestens 10 Minuten) als im Winter (mindestens 3 Minuten).

Wie oft lüftest du bei dir zu Hause durch?

Was kann der Mini-Luftfilter gegen Corona-Viren ausrichten?

Mini-Luftfilter gegen Corona

Was kann der Mini-Luftfilter gegen Corona-Viren ausrichten?

Er ist so groß wie ein Blumentopf und säubert die Luft von Corona-Viren. Ein englisches Unternehmen hat diese Mini-Klimaanlage entwickelt. Der eingebaute Filter soll 99,99 Prozent aller luftübertragenden Viren zerstören.

Lüften und Kälte: Wird man schneller krank?

Angst vor der Außenluft muss niemand haben:

"Es besteht nach gegenwärtigem Kenntnisstand keine Gefahr, dass durch das Lüften Coronaviren aus der Außenluft in den Innenraum gelangen und eine Infektion verursachen können. " - Umweltbundesamt (UBA)

Allerdings ist kalte Luft sehr trocken - und mit Viren belastete Aerosole schweben in trockener Luft besonders lange. Auch Corona-Viren könnten sich so besser verbreiten.

Zudem sind deine Schleimhäute trockener und bieten weniger Schutz vor Viren. Kalte, trockene Luft erhöht also das Ansteckungs-Risiko. Mehr Infos dazu, erfährst du hier. 

Du kannst aber etwas dagegen tun und die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen, etwa indem du Wasserschalen oder Pflanzen aufstellst.

Pflanzen können das Raumklima verbessern

Pflanzen produzieren nicht nur Sauerstoff und wandeln Kohlenstoffdioxid um, sie sind auch Schadstoff-Filter. Schädliche Stoffe wie Formaldehyd, Benzol und Trichlorethan gelangen beispielsweise durch Plastik, Waschmittel oder Wandfarben in unsere vier Wände. Zimmerpflanzen können deren Konzentration reduzieren. Und: Sie machen dich glücklich. Hier erfährst du, wieso.

Übrigens: Die IRK hält mobile Luftreiniger zu Hause für nicht geeignet, da sie das aktive Lüften nicht ersetzen, sondern nur die schon vorhandene Luft durchschleusen. Nur Luftreiniger mit besten Schad- und Schwebstoff-Filtern können zur Verringerung der Virenlast in der Luft beitragen.

Lüften allein reicht nicht aus

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor einem längeren Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen. Selbst wenn du vorbildlich lüftest, bietet das keinen hundertprozentigen Schutz vor Viren.

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    Lüften macht das Abstandhalten und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nicht überflüssig! 

Veröffentlicht: 03.11.2020 / Autor: Viviane Osswald