Selbst- und kostenlose Schnelltests

Selbst- und kostenlose Schnelltests: Was du jetzt wissen musst

Bisher haben wenige Menschen einen vollständigen Corona-Impfschutz. Wichtige Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen im Griff zu haben, sind Selbst- und kostenlose Schnelltests. Wir klären, was jetzt gilt und worauf du achten musst.
Selbst- und kostenlose Schnelltests: Was du jetzt wissen musst12

Das Wichtigste zum Thema Selbst- und kostenlose Schnelltests

  • Beim Corona-Gipfel Anfang März vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident:innen einen mittelfristigen 5-stufigen Öffnungsplan.

  • Ein zentraler Baustein auf dem Weg aus dem Lockdown sind Tests: Neben PCR-Tests und von Profis durchgeführten Schnelltests gibt's bald auch Selbsttests im Drogerie- und Supermarkt für zu Hause.

  • Bei einem PCR-Test dauert es teils ein paar Tage, bis ein sehr genaues Ergebnis vorliegt. Schnelltests liefern schon nach etwa 15 Minuten ein Ergebnis, das jedoch weniger präzise ist. Schnell- und Selbsttests erweitern die bisherige Test-Strategie daher sinnvoll, ersetzen diese aber nicht.

  • Expert:innen rufen zu einem verantwortungsvollen Gebrauch der Selbsttests auf: Ein positives Ergebnis müsse schnellstmöglich durch einen PCR-Test überprüft und weitere Kontakte vermieden werden. Ein negativer Schnelltest hingegen ist nur eine Momentaufnahme und kein Freifahrtschein.

Selbsttests und kostenlose Schnelltests für alle

Bald kannst du im Discounter, Drogeriemarkt oder in der Apotheke Schnelltests für zu Hause kaufen. Aldi will bereits ab 6. März zunächst pro Haushalt begrenzt Selbsttests anbieten. Andere Händler wollen möglichst bald nachziehen.

Die 5er-Packung Selbsttests soll bei Aldi rund 25 Euro kosten. Das macht für einen Test also etwa 5 Euro. Womöglich sinkt der selbst zu zahlende Betrag durch staatliche Zuschüsse noch etwas.

Für mehr Preiswettkampf werden in den nächsten Wochen wohl auch weitere zugelassene Selbsttests sorgen. Bisher sind 6 Schnelltests zugelassen, rund 50 weitere Anträge sind gestellt. Über eine Online-Liste informiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), welche Corona-Antigen-Tests durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beurteilt sind.

Andreas Scheuer Jens Spahn


Die dauerhafte Verfügbarkeit von Tests in der Zukunft soll eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU; rechts) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU; links) sicherstellen.
© picture alliance/dpa/Lisa Ducret

 

👌 1 kostenloser Schnelltest wöchentlich

Ab dem 8. März haben außerdem alle Bürger:innen Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest pro Woche in einem Testzentrum, einer Apotheke oder Arztpraxis. Die Kosten dafür trägt der Bund. Nach dem Schnelltest gibt's eine Bescheinigung über das Ergebnis. Wie genau der Nachweis dokumentiert wird, ist noch unklar.

Ein aktuelles negatives Schnelltest-Ergebnis wird für manche Bereiche bei weiteren Lockerungen sogar eine Art Eintrittskarte: Zum Beispiel für eine Rasur beim Barbier, wo Kunden ihren Mund-Nasen-Schutz nicht durchgängig tragen können.

Auch Schulen und Unternehmen sollen mindestens einen kostenlosen Schnell- oder Selbsttest pro Woche anbieten. Der genaue Ablauf dort muss aber auch noch geklärt werden.

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Freiheit und Sicherheit mit negativem Test?

  • 💡

    Kurz gesagt: Regelmäßige und flächendeckende Schnell- und Selbsttests sind ein weiterer Schlüssel im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie allein garantieren aber keinen Freifahrtschein.

  • 🧫

    Im Gegensatz zu PCR-Tests benötigen Schnelltests eine höhere Virus-Konzentration, um eine Ansteckung verlässlich zu erkennen. Sehr infektiöse Corona-Erkrankte erwischt ein Schnelltest also in der Regel, Infizierte ohne merkliche Symptome hingegen bleiben zunächst unerkannt.

  • 🙈

    Bei einem falsch-negativen Test können Infizierte das Virus somit weitertragen, ohne es zu wissen. Falsch-positive Ergebnisse hingegen zwingen Menschen bis zu einem negativen PCR-Test zur Quarantäne.

  • 📆

    Besonders effektiv sind Schnelltests daher, wenn sie mehrmals pro Woche eingesetzt werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, positive Fälle zu finden, bevor diese Menschen das Virus noch lange Zeit weitertragen.

  • 👩‍🔬

    Wiederkehrende Schnelltests gleichen dadurch die geringere Genauigkeit gegenüber PCR-Tests ein Stück weit aus. Trotzdem ist bei einem positiven Ergebnis weiterhin ein zusätzlicher PCR-Test notwendig.

  • Wichtig für die Selbsttests daheim: Führe jeden Schritt gemäß der Gebrauchsanleitung durch und handle bei einem positiven Ergebnis sofort. Vereinbare telefonisch einen Termin für einen PCR-Test und begib dich in Selbst-Quarantäne. Informiere auch deine Kontaktpersonen der letzten Tage.

  • 😷

    Expert:innen warnen außerdem vor einem falschen Sicherheitsgefühl durch die Selbsttests: Negative Ergebnisse sind bloß eine Momentaufnahme. Mund-Nasen-Schutz, Abstandhalten und Hygieneregeln sind auch dann unverzichtbar.

  • 🔗

    Negativer Selbsttest und dann zur Party? Darauf solltest du auch weiterhin verzichten. So praktisch ein Testergebnis schon nach rund einer Viertelstunde ohne Labor-Auswertung auch ist. Denn die verfügbaren Testkapazitäten sollten vielmehr strategisch genutzt werden, um Infektionsketten zu durchbrechen.

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Veröffentlicht: 05.03.2021 / Autor: Alexander Duebbert