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Corona-Warn-App: Was kann sie - was nicht? Und wer sind nur diese Risiko-Begegnungen?

Seit gut 4 Monaten gibt es die Corona-Warn-App. Mehr als 19 Millionen Mal wurde sie heruntergeladen. Was kann die Tracing-App - und was nicht? Wie sicher sind deine Daten und was bedeuten diese Risiko-Begegnungen? Alle wichtigen Infos.
Teaserbild: Corona-Warn-App: Was kann sie - was nicht? Und wer sind nur diese Risiko-Begegnungen?

Das Wichtigste zum Thema Corona-Warn-App

  • Ziel der Corona-Warn-App ist es, Corona-Infektionsketten schneller zu durchbrechen.

  • Die Corona-Warn-App ist eine Ergänzung im Kampf gegen Corona, ersetzt die Abstands- und Hygieneregeln aber keineswegs.

  • Die App fragt keine Standortdaten ab (Tracking), sondern merkt sich nur, welche 2 Smartphones über einen bestimmten Zeitraum in kritischer Nähe zueinander waren (Tracing).

  • Die Nutzung ist freiwillig. Neuerdings vernetzt sich die deutsche Warn-App mit denen anderer Länder. Bis zum Jahresende sollen 16 EU-Staaten dabei sein.

  • Auch neu: Positiv Getestete können jetzt eintragen, wann sie welche Symptome hatten. Das soll präzisere Warnungen ermöglichen, da sich die Ansteckungsgefahr im Krankheitsverlauf ändert.

  • In Deutschland wird viel über die App diskutiert. Die große Herausforderung: Die App muss den geltenden Datenschutz-Gesetzen entsprechen. Außerdem stellt sich die Frage: Wer sind die Begegnungen mit geringem Risiko? Wir klären auf!

Wieso kam die Corona-Warn-App später als geplant?

Wochenlang bemühte sich die Bundesregierung um die Einführung einer Corona-Warn-App, damit Corona-Infektionsketten besser nachverfolgt werden können. Letztlich verzögerte sich der Start-Termin um 2 Monate. Ein entscheidender Grund dafür war der Datenschutz. Und zwar ganz konkret die Frage: Wo werden die Daten gespeichert?

Hier ist die Bundesregierung nach heftiger Kritik noch mal umgeschwenkt - vom zentralen Konzept Pepp-PT-Projekt (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing) zum dezentralen DP-3T (Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing).

Das Grundprinzip ist bei beiden Varianten gleich: Das Tracing erfolgt per Bluetooth und mit verschlüsselten IDs. Die dezentrale Variante ist aber nicht so leicht zu attackieren und nicht so missbrauchsanfällig wie ein zentraler Server. Genau davor hatten rund 300 Experten in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewarnt.

Zudem machte den Entwicklern der Strom-Hunger der App Sorgen. Sollte sie zu viel Akku-Leistung verbrauchen, würde die Corona-App schnell wieder gelöscht - so die Befürchtung. Jetzt sind scheinbar alle Probleme gelöst.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

  • 📱

    Die App kannst du dir freiwillig herunterladen. Du musst weder deinen Namen ein-, noch deinen Standort freigeben. Aber: Bluetooth muss eingeschaltet sein.

  • 👭

    Über die Bluetooth-Technologie Low Energy (BLE) erfasst die App andere Smartphones, auf denen die App installiert ist, im Abstand von etwa 2 Metern und weniger. Im Vergleich zum "klassischen" Bluetooth soll BLE einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben.

  • 🆔

    Die App weist dem Gerät, mit dem du sie nutzt, eine zufällige, verschlüsselte ID zu, die sich in regelmäßigen Abständen ändert. Das lässt keine Rückschlüsse auf deine Identität zu.

  • 📳

    Befindet sich also eine Person mit der App im Abstand von unter 2 Metern über einen gewissen Zeitraum neben dir, tauschen die Smartphones die IDs aus und speichern sie für 14 Tage - lokal auf dem Smartphone.

  • Damit das funktioniert, musst du direkt bei der Einrichtung der App die Risiko-Ermittlung aktivieren und damit zustimmen, dass deine IDs an andere Smartphones weitergegeben werden.

  • 👨‍⚕️

    Wer ein positives Testergebnis erhält, kann das in der App melden - nur mit einer Bestätigung von offizieller Stelle. Dann werden die eigenen IDs an einen großen Server gesendet und allen anderen App-Nutzern zur Verfügung gestellt. Die eigentliche Prüfung, ob es einen Kontakt gab, findet lokal auf dem Handy statt. Diese Variante ist dezentral.

  • 📄

    Der Unterschied zur zuvor geplanten zentralen Variante: Alle IDs, auch die der Kontaktpersonen, würden an den Server verschickt werden. Dort läge dann ein Kontaktnetz. Das wäre wesentlich angreifbarer für Hacker.

  • 🔑

    Eine Überprüfung auf den Smartphones zeigt, mit welchen temporären IDs Infizierte in Kontakt waren. Es lässt sich nicht entschlüsseln, wer sich hinter der ID verbirgt oder wo der Kontakt stattgefunden hat, ...

  • ... aber alle betroffenen Smartphones erhalten eine Warnung in Form von einer Push-Benachrichtigung.

  • 🏥

    Die Person muss sich dann eigenverantwortlich und freiwillig testen lassen und in Quarantäne begeben. Zudem sollte sie das örtliche Gesundheitsamt informieren, damit wiederum ihre Kontaktpersonen informiert werden können, sollte das Test-Ergebnis positiv ausfallen.

So werden die IDs gespeichert

Auf dem Smartphone wird eine Liste der IDs gespeichert, die sich mindestens 15 Minuten lang in weniger als 2 Metern Entfernung aufgehalten haben. Die IDs sind verschlüsselt und temporär.

Wie kommt dein Testergebnis in die App?

Im Idealfall bekommst du beim Abstrich einen QR-Code, den du in der App abscannen kannst. Das Labor, das deinen Abstrich untersucht, kann das Ergebnis digital an die auf deinem Gerät installierte App übermitteln.

Da aber längst nicht alle Labore über die dafür notwendige Technik verfügen, kann es auch sein, dass du dich telefonisch über eine Hotline verifizieren musst, um eine Tan zu erhalten. Die gibst du in der App ein, um dich als Corona-infiziert zu melden und damit andere Nutzer warnen zu können.

Und: Das Ganze funktioniert nur, wenn positiv getestete Nutzer ihr Ergebnis auch in der App eintragen. Das haben bislang nur 60 Prozent der Betroffenen getan.

Begegnungen mit niedrigem Risiko - was bedeutet das?

Neben Begegnungen mit hohem Risiko weist die App auch auf Begegnungen mit niedrigem Risiko hin. Dann zeigt die App weiterhin ein grünes Fenster an. In diesem Fall musst du nichts weiter unternehmen. Viele Nutzer finden diese Warnung daher eher verwirrend.

2 Begegnungen mit geringem Risiko: Was bedeutet das nun?


2 Begegnungen mit geringem Risiko: Was bedeutet das nun?
© Screenshot: Corona-Warn-App

Wie ermittelt die App das Ansteckungs-Risiko?

  • 📲

    Die App berechnet, was für einen Abstand die Smartphones mutmaßlich zueinander hatten und wie lange der Kontakt war.

  • War man mehr als 8 Meter voneinander entfernt - und das weniger als 10 Minuten lang-, wird das Risiko in der App als gering erachtet.

  • Das ist aber nur ein Richtwert: Wenn die Begegnung in einem nicht belüfteten Raum ohne Masken stattfand, kann das Risiko höher sein als in der App angegeben.

Wo hakt es noch?

Das kann die App nicht

Die App verrät nicht, wann und wo eine Begegnung stattgefunden hat. Das hat allerdings einen guten Grund: Datenschutz. Die Corona-Warn-App wurde so konzipiert, dass sie keinen Rückschluss auf Bewegungsmuster zulässt. Mit Datum und Uhrzeit wüsste man in vielen Fällen, wer neben einem stand.

Trotzdem: Mehr Infos über den Risiko-Kontakt könnten hilfreich sein, etwa um einzuschätzen, wie riskant der Kontakt wirklich war: Fand er draußen statt? Müssen weitere Kontaktpersonen informiert werden, die die App nicht installiert haben?

Experten wie der Virologe Christian Drosten fordern, sich an der Nachverfolgung bei Ansteckungen in Japan ein Beispiel zu nehmen. Dort wird nach Ansteckungen gezielt danach gefragt, ob sich die Betroffenen in einer größeren Menschenansammlung befunden haben. Der Sprecher des "Chaos-Computer-Clubs" (CCC), Linus Neumann, hat vorgeschlagen, auch in der Corona-Warn-App etwa Restaurant-Besuche besser zu erfassen.

Das kann die App

Immerhin: Infizierte Nutzer können ab sofort freiwillig angeben, welche Symptome sie seit wann haben. In einem in der App integrierten Kalender können sie notieren, ab wann welche Symptome aufgetreten sind. Dadurch verbessere sich laut RKI die Berechnung des Übertragungs-Risikos.

Corona-Warn-App wird international

Die Corona-Warn-App wird permanent weiterentwickelt und optimiert. Mit dem neuesten Update vernetzt sich die deutsche App auch mit den Apps aus Irland und Italien. Später sollen Dänemark, Lettland und Spanien folgen, noch etwas später zum Beispiel Österreich und die Niederlande.

Wenn das alles klappt, werden bis Jahresende 16 Apps miteinander verbunden sein.

Wichtige Fragen zur Corona-Warn-App

  • ⁉️

    Wer hat die Corona-Warn-App entwickelt?

    Die App ist ein Projekt im Auftrag der Bundesregierung. Entwickelt wurde sie von der Deutschen Telekom und dem Software-Unternehmen SAP. Dabei wurden sie von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Helmholtz-Zentrum CISPA beraten und unterstützt. Die Entwicklungskosten betragen rund 20 Millionen Euro.

  • ⁉️

    Welche Rolle spielt das Robert Koch-Institut bei der Corona-Warn-App?

    Das Robert Koch-Institut nimmt eine Doppelrolle ein. Es ist der Anbieter der App und damit auch der datenschutzrechtliche Verantwortliche für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten der App-Nutzer.

  • ⁉️

    Welche meiner Daten werden abgefragt?

    Die App erfasst keine Daten, die Rückschlüsse auf deine Identität, Standort, Adresse, Alter oder deinen Gesundheitsstatus ermöglichen. Dein Nutzungsverhalten kann die App nicht erfassen, weil sie keine Tracking-Tools anwendet.

  • ⁉️

    Wie werden die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet?

    Um allen notwendigen Anforderungen gerecht zu werden, wurden bei der Entwicklung das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sowie der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und Informationsfreiheit eingebunden.

  • ⁉️

    Läuft die Corona-Warn-App auf meinem Smartphone?

    Um die App installieren und nutzen zu können, benötigst du entweder ein Android-Smartphone, auf dem mindestens das Betriebssystem Android 6 (Marshmallow) läuft oder ein iPhone mit mindestens iOS 13.5 - das gibt es für Geräte ab dem iPhone 6s. Ältere Geräte, oder Geräte, die den Bluetooth-Standard Low Energy (BLE) nicht unterstützen, fallen leider raus.

  • ⁉️

    Wie viel Speicherplatz nimmt die App auf meinem Smartphone ein?

    Beim Download hat die Corona-Warn-App im Apple App Store eine Größe von rund 15 MegaByte (MB), im Google Play Store rund 17 MB. Zum Vergleich: Facebook hat rund 244 MB (Apple) beziehungsweise 55 MB (Google). Die Galileo App hat rund 31 MB (Apple) und 19 MB (Google).

  • ⁉️

    Wie viele Menschen müssen die App nutzen, damit sie erfolgreich ist?

    So viele wie möglich. Je mehr Menschen die App nutzen, umso besser lässt sich der Schutz vor einer erneuten starken Ausbreitung des Corona-Virus garantieren. Wissenschaftler der Oxford Universität erhoffen sich, dass 60 Prozent der Bevölkerung die Corona-Warn-App nutzen wird. In Deutschland wären das also rund 50 Millionen Menschen.

  • ⁉️

    Wie zuverlässig warnt die App?

    Über den Funkstandards BLE wird der Abstand zwischen Smartphones eher geschätzt als gemessen. Je nach Smartphone-Modell unterscheidet sich die Signalstärke. Auch Wände und andere Hindernisse können das Signal beeinflussen. Es kann also sein, dass die App Nutzer warnt, obwohl sie gar nicht in kritischer Nähe zu einem Infizierten waren. Informatik-Professor Stefan Brunthaler von der Bundeswehr-Universität München glaubt, dass "man im Ernstfall besser zu viele Personen von einem potenziellen Infekt benachrichtigen sollte als zu wenige".

  • ⁉️

    Funktioniert das Tracing auch zwischen Android-Handys und iPhones?

    Ja, denn Google und Apple stellen Bluetooth-Schnittstellen zur Verfügung.

  • ⁉️

    Kann ich die Corona-Warn-App wieder löschen?

    Du kannst die App jederzeit löschen. Damit werden auch alle von der App gespeicherten Informationen gelöscht.

Fehlermeldungen und Ursachen

Du hast folgende Hinweise schon erhalten? Wir sagen dir, was du tun kannst.

"Risiko-Ermittlung seit 16 von 14 Tagen aktiv" - Ist der Zähler kaputt?

Das erste Element auf der Startseite der Corona-Warn-App zeigt unter anderem an, seit wie vielen Tagen die App aktiv ist. Da die IDs nur 14 Tage auf dem Smartphone gespeichert werden, sollte der Zähler ab der zweiten Woche nach der Installation konstant 14 betragen, da nur die Schlüssel verfallen, die länger zurückliegen.

Bei einigen Nutzern bleibt der Zähler aber einfach stehen, bei anderen fängt er von vorn an, springt ein paar Tage zurück oder zählt weiter. Einzelne iPhone-Nutzern sehen auf der Anzeige sogar, dass die App seit "16 von 14 Tagen aktiv" sein soll.

Das Bundesgesundheitsministerium teilt auf Nachfrage von Galileo mit, dass solche Fehler bei iPhones vereinzelt auftreten können. Anlass zur Sorge bestehe aber nicht: Die Risiko-Ermittlung funktioniere trotzdem problemlos. Nutzer erhalten also trotzdem eine Warnung nach einem Risiko-Kontakt.

Was helfen soll: die neueste Version der App zu installieren. Die Anzeige springt dann zwar wieder auf 0, zurückliegende Begegnungen bleiben aber gespeichert.

"Risiko-Ermittlung nicht möglich" - Was kann ich tun?

Bei manchen Nutzern - sowohl von Android- als auch von iOS-Smartphones - erscheint der Hinweis: "Risiko-Ermittlung nicht möglich: Ihre Risiko-Ermittlung konnte seit mehr als 24 Stunden nicht mehr aktualisiert werden." (siehe Screenshot unten).

In der App finden sich dazu allerdings keine weiteren Details, wo genau das Problem liegt. Den Entwicklern ist das Problem bereits bekannt, sie arbeiten an einer Lösung.

Solltest du den Hinweis auch bekommen, kannst den Fehler womöglich selbst beheben, wenn du deine Einstellungen anpasst. Bei iPhones sollte die Hintergrund-Aktualisierung aktiviert sein, bei Android-Handys solltest du die Energiespar-Einstellungen überprüfen. Es kann nämlich sein, dass sie die Funktionsweise der App einschränken.

Manchmal wird auch vergessen, einen Blick in die WLAN- und Netzwerkeinstellungen zu werfen. Die App braucht eine Internetverbindung, um die aktuellen Serverdaten abzurufen.

Was meinst du?

Diese Methoden kommen in anderen Ländern zum Einsatz

Andere Länder setzen bereits auf das Smartphone als Mittel gegen das Corona-Virus - die Vorgehensweisen sind aber sehr unterschiedlich. So gehen andere Länder vor:

  • 🇦🇺

    Australien war mit der App "CovidSafe", die wie die Corona-Warn-App, auf der Bluetooth-Technologie basiert, Vorreiter. Sechs Millionen Australier haben die App heruntergeladen - ein Drittel aller Smartphone-Besitzer. Allerdings gibt es Probleme: Apple- und Android-Smartphones haben Schwierigkeiten bei der Verständigung und auch die Bluetooth-Technik ist nicht immer präzise genug.

  • 🇸🇬

    Die App namens "TraceTogether" kommt in Singapur schon seit mehreren Wochen zum Einsatz. Sie ist sehr ähnlich zum deutschen Konzept, mit einer Ausnahme: Sie will auch die Mobilnummer wissen und wäre nicht mit den Datenschutz-Gesetzen in Deutschland vereinbar.

  • 🇨🇳

    Im Kampf gegen das Coronavirus setzt China auf Health-Code-Apps. Inzwischen hat fast jede Stadt und jede Provinz ihre eigene App. Ein grüner Code bedeutet, dass man Zutritt zu Bussen, Städten und anderen öffentlichen Einrichtungen hat. Gelb und Rot heißen, dass man sich in Quarantäne begeben muss. Welche Daten die Apps genau speichern, ist unklar. Bei der Installation muss man Angaben zum Gesundheitszustand machen und darüber, wo man in den letzten 14 Tagen war. Auch diese Methode wäre in Deutschland in Hinblick auf Datenschutz undenkbar.

  • 🇮🇳

    In Indien kommt die App "Aarogya Setu" zum Einsatz - die Nutzung ist freiwillig. Die App registriert nicht nur die Nähe zu anderen Smartphones via Bluetooth, sondern erstellt über GPS auch ein Bewegungsprofil der Nutzer, das auf dem Smartphone gespeichert wird. Sobald Nutzer Corona-positiv sind, geben sie das Profil an die Behörden weiter. Die wiederum warnen alle, die in ihrer Nähe waren.

  • 🇰🇷

    Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nimmt die Bevölkerung in Südkorea erhebliche Eingriffe in die Privatsphäre hin. Bei der Suche nach einem möglichen Kontakt mit Infizierten greift Südkorea auf GPS-, Kreditkarten-, und sogar Bilddaten von Überwachungskameras zurück. Das Umfeld von Infizierten wird dann über deren Geschlecht, Alter und Wohnviertel informiert. Anonymität? Fehlanzeige.

  • 🇮🇱

    In Israel übernimmt sogar der Geheimdienst "Schin Bet" die Überwachung der Bürger. Bei einem positiven Corona-Test geht er einer Reihe von Fragen nach: Mit wem war die Person in den letzten zwei Wochen in Kontakt? Wo war sie unterwegs? Welches Wlan-Netz hat sich in der Nähe befunden? Da bleibt so gut wie nichts mehr privat. Selbst E-Mails und Inhalte auf Social-Media kann der Geheimdienst sehen. Zudem gibt es eine App namens HaMagen. Die Nutzung ist zwar freiwillig, aber GPS-Daten werden erfasst - sie kann also Bewegungsprofile erstellen.

Du hast eine Smartwatch? Es gibt noch eine Corona-App!

Das Robert Koch-Institut hat eine App für Fitness-Armbänder und Smartwatches veröffentlicht, die neue Erkenntnisse zur Ausbreitung von Covid-19-Infektionen in Deutschland liefern soll: Die Corona-Datenspende-App.

Anders als die Corona-Warn-App, dient sie nicht zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen.

"Corona-Datenspende" - so heißt die neue App vom Robert Koch-Institut (RKI) zur Ermittlung neuer Erkenntnisse zur Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen in Deutschland.


Die neue "Corona-Datenspende" -App vom Roboter Koch-Institut.
© picture alliance / Flashpic

So funktioniert die Corona-Datenspende-App

  • Die App namens Corona-Datenspende kann auf Daten der Geräte zugreifen, zum Beispiel auf Infos zum Ruhepuls, Schlaf oder Aktivitätsniveau.

  • Da sich die Vitalzeichen bei akuten Atemwegserkrankung meist ändern, können so typische Covid-19-Symptome wie Fieber erkannt werden.

  • Auch diese App ist anonym. Wenn du sie nutzt, musst du aber einmalig deine Postleitzahl sowie dein Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht angeben.

  • Die gesammelten Daten werden vom RKI wissenschaftlich aufbereitet und fließen dann in eine Karte ein, die die Symptomausbreitung zeigt. Aber: Die App ersetzt keine Tests und warnt dich auch nicht vor einem Kontakt mit einem Infizierten.

  • Die Nutzung der "Corona-Datenspende"-App ist freiwillig und steht kostenlos zum Download in den Stores zur Verfügung.

  • Wie bei jeder Stopp-Corona-App gilt auch hier: Es hilft, wenn viele Menschen mitmachen. Denn: Je mehr Menschen ihre Daten zur Verfügung stellen, desto genauer sind die Erkenntnisse über die Verbreitung des Corona-Virus.

Corona-Datenspende.de

Veröffentlicht: 27.10.2020 / Autor: Viviane Osswald