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Abnehmen mal ganz anders: Die Gen-Diät im Test

Abnehmen ohne auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten? Noch nicht mal auf Kohlenhydrate? Das verspricht die Gen-Diät. Wir haben sie ausprobiert.

Das Wichtigste zum Thema Gen-Diät

  • Wissenschaft hin oder her - ein Patentrezept zum Abnehmen gibt es nicht. Das sagen auch Gen-Diät-Berater. Aber: Im Laufe der Evolution sollen sich bei Menschen verschiedene Stoffwechsel-Typen herausgebildet haben.

  • Genau hier setzt die Gen-Diät an. Denn Gene beeinflussen laut verschiedener Studien zu etwa 50 bis 70 Prozent das Körpergewicht.

  • Es wird zunächst eine Speichelprobe für die DNA-Analyse entnommen. Durch die Stoffwechselgene lässt sich erkennen, zu welchem von insgesamt 4 Stoffwechseltypen du gehörst.

  • Danach gibt es Ernährungs- und Sportempfehlungen, die auf deinen Stoffwechsel abgestimmt sind.

Das sagt Margret Morlo, Diätassistentin DKL/DGE und Verband für Diätetik und Ernährung e.V. zur Gen-Diät

"Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass mit einer Gen-Diät ein besserer Abnehmerfolg zu erzielen ist als mit einer normalen, aber kalorienreduzierten Mischkost. Dass Kinder und Erwachsene immer schwerer werden, liegt am modernen Lebensstil. Wir bewegen uns weniger und verbrauchen weniger Kalorien. "

 

Übergewicht und Gene

 

"Es ist erwiesen, dass auch genetische Faktoren die Entstehung von Übergewicht begünstigen. Laut Dr. Christina Holzapfel vom Institut für Ernährungsmedizin am Else Kröner Fresenius-Zentrum der Technischen Universität München gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gesamt-Energieaufnahme und den Genen FTO (Gen für Fettmasse und Fettleibigkeit) und MC4R (Melancortin-4-Rezeptor-Gen). "

 

 

"Die Funktionen der meisten Gene und deren Mechanismen sind jedoch noch nicht bekannt. Der aktuelle Wissensstand ist noch zu begrenzt, um nur aufgrund genetischer Informationen individuelle Ernährungsempfehlungen zur Gewichtsreduktion zu erstellen."

 

Genetik allein ist nicht die Lösung

 

"Selbst die Anbieter entsprechender Gen-Diäten weisen in ihren Konzepten darauf hin, dass sie die Genetik nur als weiteren Baustein im Rahmen eines herkömmlichen Abnehmkonzeptes einbeziehen. Der Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung und Gewichtsveränderung ist bisher nicht hinreichend gesichert. "

Mögliche Risiken der Gen-Diät

  • "Es gibt bei dieser Variante zur Gewichtsreduktion nicht mehr oder weniger Risiken als bei anderen Trend-Diäten", sagt Ernährungsexpertin Margret Morlo.

  • Um dauerhaft und auf gesunde Art Gewicht abzunehmen, empfiehlt die Expertin die Teilnahme an einem Kurs oder Besuche bei einem Diät-Assistenten oder Oecotrophologen.

  • Die Gen-Diät berücksichtigt meist nicht die persönlichen Ernährungsgewohnheiten. "Das ist aber wichtig, damit die neu erlernte Ernährung leichter beibehalten wird und es keinen Jojo-Effekt gibt", erklärt Morlo.

3 weitere Diät-Konzepte, die auf körperliche Veranlagung zielen

  • Stoffwechsel-Diäten beziehen sich auf bestimmte Lebensmittel, die den Energieumsatz beschleunigen und somit Pfunde purzeln lassen sollen.

 

  • Die Blutgruppen-Diät geht von der Annahme aus, dass die Blutgruppe bestimmt, welche Nahrung uns gut tut und welchen Sport wir treiben sollten.

 

  • Bei Allergie-Diäten wird mit einem IgG-Test die Verträglichkeit von bis zu 250 Lebensmitteln ermittelt und darauf basieren dann die Ernährungsempfehlungen.

Gen-Diät: Was dürfen die 4 Meta-Typen essen?

Veröffentlicht: 08.01.2020 / Autor: Miriam Eichhorn

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