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Hip, aber schädlich? Worauf du beim Musikhören mit Köpfhörern achten solltest

Kopfhörer gehören zum Alltag. Aber was passiert eigentlich, wenn du damit zu laut Musik hörst? Schädigt das dein Gehör?

Das Wichtigste zum Thema Kopfhörer

  • In Ear, On Ear, Over Ear: Kopfhörer sind auf den Straßen omnipräsent, zum Telefonieren oder Musik hören. Aber ist nicht gerade laute Musik, die direkt ins Gehör geht, schädlich für uns?

  • Das Gute vorne weg: Du kannst stundenlang Musik hören, ohne dass etwas passiert. Und du darfst die Musik auch mal so richtig laut aufdrehen, denn deine Ohren können das ab - zumindest für kurze Zeit.

  • Dabei ist es ganz egal, welche Art von Kopfhörern du benutzt.

  • Warum das so ist? Dein Gehör kann sich selbst "reparieren". Wie es das macht, erklärt dir ein Experte weiter unten im Interview.

  • Dennoch sollte es nicht zu oft zu laut sein. Über 85 Dezibel ist auf Dauer zu viel. Zum Vergleich: So laut ist eine viel befahrene Hauptverkehrsstraße.

Wusstest du, dass ...

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    ... die Ohren von Kindern und Erwachsenen gleich empfindlich sind? Unser Ohr ist schon vor der Geburt komplett ausgereift, das verändert sich im Laufe unseres Lebens nicht mehr.

Wir haben mit dem HNO-Arzt Dr. Michael Deeg darüber gesprochen, ob sich unsere Ohren wieder erholen können.

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    Wer unbedingt über seine Kopfhörer Musik in Konzertlautstärke hören will, kann das schon tun. Wenn man seinem Gehör aber ein bis zwei Stunden lang eine Lautstärke von 90 Dezibel antut, dann sollte man ihm hinterher auch eine mindestens ebenso lange Pause gönnen.

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    In der Regel erholen sich unsere Ohren gut in so einer Lärmpause. Wer zum Beispiel ein sehr lautes Konzert besucht hat, kennt das Gefühl, dass sich seine Ohren hinterher wie betäubt fühlen. In der Regel regenerieren sich unsere Sinneszellen in ein paar Stunden.

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    Das funktioniert so: Wenn wir sehr laute Musik hören, drückt das die Haarzellen im Inneren unseres Ohres nach unten. Wie bei einem Kornfeld, dessen Ähren vom Regen plattgedrückt werden. Normalerweise richten sie sich nach ein paar Stunden wieder auf.

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    Wenn die Lautstärke aber extrem ist, also 100 Dezibel und lauter, dann kann es passieren, dass die Haarzellen unwiederbringlich geschädigt werden und sich nicht mehr aufrichten.

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    Jeder sollte also gut auf sein Gehör aufpassen. In einem Club kann die Lautstärke die 100-Dezibel-Grenze schon mal überschreiten. Wer sich dem zwei bis drei Stunden aussetzt, dessen Gehör nimmt in dieser Zeit so viel Lärm auf, wie ein Metallarbeiter in einer Woche.

Was helfen kann, unsere Ohren zu schützen

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    Manche Geräte warnen, wenn die Lautstärke von 85 Dezibel überschritten wird. Das hilft dir, deine Ohren zu schützen.

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    Kopfhörer alleine richten keinen großen Schaden an. Kritisch wird es aber, wenn du auch sonst starkem Lärm ausgesetzt bist.

  • ✔️

    Um das zu checken, gibt es eine kostenlose App vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte, mit der wir den Lärm um uns herum messen können. LärmApp heißt sie, es gibt sie für Androidsmartphones und iPhones.

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    Gute Idee: So genannte Noise-Cancelling-Kopfhörer schalten Außengeräusche ab. So reicht eine geringere Lautstärke aus, um die Musik oder den Podcast gut hören zu können.

  • 🔇

    Und der wichtigste Tipp: den Ohren immer mal wieder Ruhe gönnen.

So funktioniert unser Gehör

Was ist eigentlich wie laut?

Ab 65 Dezibel empfinden wir etwas als laut - ab 90 kann es zu Gehörschäden bei langjähriger Belastung.

Lärmpegel in Dezibel

Die schlimmsten Lärmquellen in unserem Alltag

Veröffentlicht: 25.03.2020 / Autor: Kathrin Aldenhoff