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Zwei Hörner auf dem Kopf? Body-Modification macht's möglich

Bei einer Body-Modification sollte man vor Skalpellen, Nadeln und Tätowiermaschinen keine Angst haben. Vom Reiz, den eigenen Körper zu verändern.

Das Wichtigste zum Thema Body-Modification

  • Body-Modification, auch BodyMod oder Körpermodifikation genannt, steht für eine Vielzahl von Veränderungen am menschlichen Körper.

  • Dazu gehören unter anderem Tattoos, Piercings, Zungenspaltungen, Implantate, Cuttings, Microdermals, Brandings, Elfenohren und Tunnel.

  • Streng genommen zählen auch Liftings, Botox-Behandlungen, Brustvergrößerungen oder Haarentfernungen zu den Eingriffen.

  • Cooler Trendsetter: Dass BodyMod kein Trend unserer Zeit ist, zeigt die Eis-Mumie Ötzi. Auch sie trägt Tätowierungen.

Beliebte Arten von Body-Modification

Kurze Geschichte der Body-Modification

Ötzi hatte 61 Tattoos

Wer hätte gedacht, dass Ötzi († zwischen 3359 und 3105 v. Chr.) ein echter Trendsetter war? Auf dem Körper der Mumie finden sich 61 Tätowierungen. Die alten Ägypter schmückten sich ebenfalls mit Tattoos. Und bevor römische Kaiser und Päpste Verbote aussprachen, stachen sich auch die Christen religiöse Symbole in die Haut.

 

Von Renaissance und Rebellion

Durch den Kontakt der Seefahrer mit der Südsee erfuhr das europäische Tattoo eine Renaissance. Selbst Kaiserin Sissi ließ sich in einer griechischen Hafenkneipe einen Anker in den Nacken stechen.

Doch Tattoos dienten seit jeher nicht nur als Schmuck. Immer wieder werden sie als Zeichen der bewussten Abgrenzung verwendet – zum Beispiel von kriminellen Banden. Doch Tätowierungen können auch ausgrenzen. So wurden sie etwa von Nazis genutzt, um Häftlinge in Konzentrationslagern auf menschenverachtende Weise zu nummerieren.

 

Punks der Antike

Eine ähnlich lange Tradition haben auch Piercings. In der Bibel wird bereits ein "Nasenreif" erwähnt (Genesis 24:22). Die alten Azteken durchstachen sich in einem heiligen Ritual die Zungen. Ohren- und Lippen-Piercings sowie Schmucknarben sind seit Jahrtausenden Teil religiöser und spiritueller Praktiken. Zudem geben sie Hinweise auf die Stammeszugehörigkeit oder die soziale Stellung.

Die ersten Nasen-Piercings gab es bereits vor 4000 Jahren im Mittleren Osten. Im 16. Jahrhundert gelangten sie schließlich nach Indien. Von dort aus verbreiteten sie sich vor allem durch Hippies, die dem Schmuck auf ihren Reisen begegneten, in den Westen.

 

Jeder 5. Deutsche ist #inked

Heute sind Tattoos und Piercings im Mainstream angekommen. Laut einer Studie der Uni Leipzig trägt jeder 5. Deutsche Tinte unter der Haut. Auch Piercings zählen schon lange nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal von Punks und Paradiesvögeln.

Wer auffallen will, braucht heute mehr als nur einen Glitzer-Stecker in der Nase. Für BodyMod-Fans kein Problem. Gespaltene Zungen, angespitzte Elfen-Ohren, tätowierte Augäpfel – an Ideen mangelt es nicht.

Interesse? Darauf solltest du bei der Wahl eines BodyMod-Studios achten

  • 🗣️

    Augen zu und durch? Auf keinen Fall! Nötig ist ein Vorgespräch, in dem du Fragen stellen und dir ein Bild vom Studio machen kannst.

  • 💧

    Body-Modifications beinhalten zum Teil operative Eingriffe. Hygiene und steriles Arbeiten sind Pflicht. Gute Studios richten sich nach den hygienerechtlichen Bestimmungen der Gesundheitsämter.

  • 🎓

    Um die Eingriffe vorzunehmen, muss man keine spezielle Ausbildung haben. Trotzdem sollten Studio-Mitarbeiter regelmäßig Lehrgänge und Fortbildungen besuchen.

  • ⚖️

    Juristisch gesehen sind BodyMods eine Körperverletzung. Du musst vor dem Eingriff schriftlich dein Einverständnis erklären. Bei Minderjährigen übernehmen das die Erziehungsberechtigten.

  • 😄

    Beratung muss auch nach dem Eingriff stattfinden. Tipps zur Pflege und eine Ansprechperson zur Nachsorge gehören dazu.

Veröffentlicht: 28.10.2019 / Autor: Miriam Eichhorn

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