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Digitales Bewerbungsgespräch: So bekommst du den Job!

In Corona-Zeiten sind Online-Vorstellungsgespräche bei vielen Unternehmen beliebt. Dabei gibt es beim Video-Call einiges zu beachten. Tipps und Tricks, wie du dich optimal präsentierst und dir die Stelle sicherst.
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Das Wichtigste zum Thema Digitales Bewerbungsgespräch

  • In Zeiten von Kontaktbeschränkungen sind Online-Vorstellungsgespräche mehr die Regel als die Ausnahme. Der Vorteil: Sie sparen Zeit und lassen sich flexibler planen.

  • Einer Studie des Karriereportals Stepstone und des Bundesverbands der Personalmanager zufolge setzte Anfang 2020 nur jedes 3. Unternehmen Video-Interviews ein – laut Mitarbeiter in den Personal-Abteilungen. Im Mai 2020 waren es bereits 60 Prozent.

  • Video-Calls werden insgesamt immer wichtiger – auch für Meetings, die im Job online stattfinden.

  • Allerdings sollte man gut vorbereitet sein. Denn im Video-Interview kommen Bewerberinnen und Bewerber oft schlechter weg als im persönlichen Gespräch. Das fanden Psychologen der Universität Ulm in einer Studie* heraus. Der Grund: Blickkontakt, Körperhaltung und Gestik kamen zu kurz.

* Die Studie erschien im „Journal of Business and Psychology“

Was ist beim Online-Bewerbungsgespräch neu dazukommt

Grundsätzlich solltest du dich genauso intensiv auf das Gespräch vorbereiten, wie du es auch für einen persönlichen Austausch machen würdest. Sei dir über deine Stärken und Schwächen bewusst, setze dich mit den typischen Fragen auseinander und informiere dich über das Unternehmen, bei dem du dich bewirbst.

Trotzdem solltest du im Digitalen Bewerbungsgespräch einige Besonderheiten beachten - darunter neue Variablen wie die technische Ausstattung, deine Umgebung und die Kommunikation via Kamera mit deinem Gegenüber.

5 Tipps für das Bewerbungsgespräch

Es gibt keinen Grund, vor einem Bewerbungsgespräch nervös zu sein. Zumindest nicht, wenn du diese fünf Tipps von unserem Bewerbungs-Coach beachtest.

Wichtig: Die Location beim Online-Bewerbungs-Gespräch

  • 👱‍♀️

    Eine möglichst neutraler Hintergrund ist wichtig. Versuche dich nicht künstlich mit schlauen Büchern oder ausgefallenen Interior-Details in Szene zu setzen. Bei manchen Apps wie Skype oder Microsoft Teams kannst du den Hintergrund unscharf stellen.

  • 🛋️

    Präsentierst du dich in gutem Licht? Es sollte hell genug sein und gleichzeitig nicht zu grell wie etwa bei einer Neonleuchte an der Decke. Am besten du überprüfst das bereits einen Tag zuvor zur jeweiligen Tageszeit an dem Platz in der Wohnung, an dem du das Gespräch führen willst.

  • 🔕

    Hast du genügend Ruhe? Am besten du bist allein, die Spülmaschine läuft nicht gerade, Handy und Wohnungsklingel sind im Lautlos-Modus. Ein Café oder eine Bibliothek sind ebenfalls nicht empfehlenswert.

  • 🚰

    Stelle ein Glas Wasser bereit. Solltest du zwischendurch einen trockenen Hals bekommen, ist es ungeschickt, aufstehen zu müssen.

  • 🖊️

    Auch Schreib-Utensilien sollten bereitliegen. Getippe auf der Tastatur würde während des Gesprächs nur stören.

Der Technik-Check: Das solltest du vor dem Gespräch erledigt haben

  • Ist der Akku deines Laptops ausreichend geladen?

  • Funktioniert die Kamera einwandfrei - und ist sie frei von Schmutz und Staub?

  • Ist die Internetverbindung stabil und ausreichend schnell?

  • Sind deine Nutzernamen und Profilbilder bei Skype, Zoom, Microsoft Teams und Co. seriös?

  • Ist das Mail-Programm ausgeschaltet - und alle anderen Tools, die Töne produzieren?

  • Hast du die Telefonnummer und den Namen des Ansprechpartners parat, damit du im Falle eines Problems anrufen kannst?

Das richtige Outfit

Oben Hemd oder Bluse und untenrum Jogginghose? Keine gute Idee. Es soll sogar schon Fälle gegeben haben, wo Personal-Verantwortliche plötzlich Kandidaten bei Video-Calls in Unterwäsche gesehen haben, weil die nur für den Bildausschnitt der Kamera angezogen waren und unverhofft aufgestanden sind. Peinlich!

Deshalb: Ziehe dich so an, als ob du zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch gehen würdest. Extra-Tipp: Teste bei Make-up, wie es mit der künstlichen Display-Beleuchtung harmoniert. Bei Glitzerpartikeln oder Glow-Make-up kann das seltsam reflektieren.

Das kommt im Video-Call gut an, das nicht

  • Gib dich authentisch und fang nicht an, zu schauspielern.

  • Halte Blickkontakt mit deinem Gesprächspartner.

  • Pünktlichkeit ist genauso wichtig wie beim persönlichen Gespräch. Bereite dich vor und sei am besten schon 15 Minuten vorher startklar.

  • 🚫

    Störfaktoren aller Art sind nervig. Ob Geräusche oder Technikprobleme.

  • 🚫

    Bleib beim Thema: Nur weil du dich in deiner Umgebung zu Hause wohl fühlst, heißt das nicht, dass du auch alles Private ausplaudern solltest.

  • 🚫

    Große Kopfhörer oder Headsets wirken oft irritierend.

Profi-Tipps für den Video-Call: Das rät Media-Coach Maren Braun

  • **Wie schaffe ich es, Blickkontakt zu meinem Gesprächspartner zu halten? **

  • 💬

    Das ist nicht ganz einfach. Der Blickkontakt ist nur hergestellt, wenn man direkt in die Kamera spricht. Dann habe ich aber nicht meinen Gesprächspartner im Blick, was auf viele irritierend und verunsichernd wirkt. Deshalb sollte man das direkte Sprechen in die Kamera vorher üben. Wer sich unwohl fühlt, kann sich ein bisschen weiter weg von der Kamera platzieren. Dann erkennt man die Blickrichtung der Augen nicht mehr so präzise.

  • Wie können schüchterne Menschen vor der Kamera entspannter werden?

  • 💬

    Je vertrauter man mit der Situation wird, desto lockerer wird man. Der beste Weg: Üben. Vielleicht hilft schon ein Video-Gespräch mit einem Freund, um sich vor der Kamera gleich lockerer zu fühlen. Oder man zeichnet probeweise etwas auf, um zu sehen, wie man sich dabei fühlt und rüberkommt. Auch mein Umfeld, der Hintergrund, das Licht oder mein Outfit – all diese Dinge können mir Sicherheit geben. Das lässt sich bewusst beeinflussen.

  • Wie verhindere ich, dass man meine Nervosität in der Stimme hört?

  • 💬

    Erster Schritt: Die Nervosität selbst ein wenig runter regeln – das gelingt am besten über die Atmung. Vor dem wichtigen Gespräch fünf Minuten Zeit nehmen, um ruhig und ganz bewusst zu atmen. Tief einatmen und mindestens doppelt so lang ausatmen. In der Aufregung neigt man außerdem dazu, mit der Stimme hoch zu gehen, was sie auch brüchiger werden lässt. Am besten vorher üben, die Stimme eher tief zu halten. So strahlt man mehr Stärke und Sicherheit aus.

Typische Bewerbungsfragen: Wie antwortest du darauf?

Veröffentlicht: 28.02.2021 / Autor: Bianca Leppert