Mann hat Deja-Vu

Kommt dir das bekannt vor? Wie ein Déjà-vu entsteht

Du bist auf einer Reise und plötzlich kommt es dir vor, als hättest du genau diesen Moment schon einmal erlebt. Schräg? Nein, ein klassisches Déjà-vu-Erlebnis. Wir erklären dir, was dahinter steckt und was dabei im Gehirn passiert.

Das Wichtigste zum Thema Déjà-vu

  • Der Ausdruck ist französisch und bedeutet so viel wie “schon gesehen”.

  • Dabei geht es darum, dass man glaubt, einen bestimmten Moment schon einmal erlebt zu haben. Etwas kommt dir seltsam vertraut vor. Obwohl das gar nicht sein kann.

  • Wie viele Menschen dieses seltsame Phänomen kennen, ist fraglich. Schätzungen gehen von ungefähr zwei Drittel aus.

  • Was genau sich dabei im Hirn abspielt, ist unter Experten umstritten. Offenbar erleben mehr Jüngere als Ältere das Gefühl.

  • Es soll sogar einige geben, die Déjà-vus in Endlosschleife erleben - denen also alles ständig bekannt vorkommt.

Welche Arten von Déjà-vu gibt es noch?

  • 👂

    Déjà-entendu bedeutet, dass man etwas schon gehört hat.

  • ☝️

    Déjà-vécu meint, dass man etwas schon erlebt hat.

  • Déjà rêvé heißt, dass man etwas schon geträumt hat.

  • 🤷‍♀️

    Fausse Reconnaissance bedeutet so viel wie falsches Wiedererkennen.

Und was bedeutet Jamais-vu?

Das Gegenteil eines Déjà-vu ist das sogenannte Jamais-vu. Es heißt so viel wie "nie gesehen". Was ist damit gemeint? Dass man sich in einer eigentlich vertrauten Umgebung völlig fremd fühlt.

Wie entsteht ein Déjà-vu?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Spirituelle Vertreter sehen in einem Déjà-vu eher eine übersinnliche Erfahrung aus einem früheren Leben.

Daneben gibt es wissenschaftliche neurologische Erklärungsversuche. Zum einen wird das Déjà-vu in Verbindung mit Epilepsie gebracht. Denn Epileptiker haben häufig genau diese Erfahrung gemacht, bevor sie einen Anfall bekamen. Im Gehirn findet bei einem Anfall eine Störung statt, und die Neuronen schießen gleichzeitig mit Signalen umher.

Eine weitere Theorie besagt, dass die Augen die Umgebung nicht gleichzeitig wahrnehmen und man daher durch die Zeitversetzung glaubt, man habe das schon einmal erlebt. Dagegen spricht, dass auch blinde Menschen ein Déjà-vu erleben können.

Déjà-vu: Ist das eine Erinnerung ohne Erinnerung?

Weil ein Déjà-vu ein kurzes, vorübergehendes Gefühl ist, fällt es Wissenschaftlern schwer, das Phänomen zu untersuchen. Ein Forscher-Team aus dem englischen Leeds schaffte es trotzdem - mit dieser Annahme:

Die Forscher gingen davon aus, dass beim Wiedererkennen von Gegenständen, Straßen usw. normalerweise zwei Dinge passieren. Zunächst checken wir, ob wir Erinnerungen dazu "abgespeichert" haben. Wenn ja, signalisiert ein anderer Teil unseres Kopfs: Passt, ist bekannt. Bei einem Déjà-vu wird dieses "Vertrautheits-Gefühl" fehlerhaft ausgelöst - ohne eine passende Erinnerung.

Die Forscher konnten auf Basis dieser These bei ihren Probanden mit sehr hoher Trefferquote Déjà-vus "herstellen".

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Veröffentlicht: 23.08.2020 / Autor: Bianca Leppert