Frau auf Couch vorm Laptop

Du willst deine Karriere pushen? So baust du dir online ein Netzwerk auf

LinkedIn, Xing, Clubhouse und Co. lösen in Corona-Zeiten klassische Netzwerk-Events wie Messen oder Afterwork-Parties ab. Jetzt gilt es, online neue Kontakte zu knüpfen. Die wichtigsten Tipps und Tricks. Im Clip: Dos & Don'ts bei der Jobsuche.
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Das Wichtigste zum Thema Netzwerken

  • Es lohnt sich! Jede 3. Stelle wird laut einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit über persönliche Beziehungen besetzt.

  • Männer netzwerken eher als Frauen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsinstituts One Poll im Auftrag von Viking unter 1.000 Arbeitnehmern. Während 73 Prozent der Frauen nicht aktiv wurden, waren es bei den Männern 58 Prozent.

  • In Zeiten von Corona fallen klassische Netzwerk-Möglichkeiten wie Job-Messen, die Verabredung zum Mittagessen mit Kollegen oder Netzwerk-Events weg.

  • Deshalb solltest du Online-Plattformen wie Xing, LinkedIn, Twitter, Instagram, Facebook oder Clubhouse mehr Bedeutung schenken.

  • Keine Lust auf Vitamin B? Lass dich nicht entmutigen. Niemand ist ein geborener Netzwerker. Man kann es lernen!

Das bringt dir ein gutes Netzwerk

  • 📈

    Eine Chance auf einen neuen Job, für den du vielleicht über Kontakte empfohlen wirst.

  • 💼

    Die Möglichkeit befördert zu werden, weil dich jemand empfiehlt.

  • 🙋🏽‍♂️

    Vitamin B kann dabei helfen, sich beruflich weiterzuentwickeln und zum Beispiel einen Mentor oder eine Mentorin zu finden.

  • 📇

    Du suchst eine Lösung für ein Problem? Hier kann dir dein Netzwerk vielleicht jemanden empfehlen oder vermitteln.

  • 📖

    Durch den Austausch lernst du dazu und bildest dich weiter.

  • 💰

    Selbstständigen hilft Networking dabei, potenzielle neue Kunden zu gewinnen.

Welche Netzwerke kommen in Frage?

Xing: Berufliche Netzwerk-Plattform, die für den deutschsprachigen Raum interessant ist.

LinkedIn: Wird immer populärer und ist international ausgelegt. Willst du Karriere im Ausland machen, kann das ein Türöffner sein.

Instagram: Du denkst hier nicht direkt ans Business? Die App ist für Menschen mit beruflichen Hintergrund im Lifestyle-Bereich wichtig.

Twitter: Für Journalisten und Menschen aus der Politik ein Muss. Hier kannst du dich einfach und schnell an Diskussionen beteiligen.

Facebook: Vor allem für private Kontakte im Freundes- und Bekanntenkreis relevant. Vielleicht postet ein ehemaliger Schulfreund ja mal eine Stelle bei Facebook?

Clubhouse: Ganz neu im Social-Media-Kosmos. Bei den Audio-Experten-Talks lassen sich spannende neue Menschen entdecken.

Online-Netzwerken: So wird's was

Die 70-20-10 Strategie besagt:

Wie netzwerke ich richtig?

  • 👊

    Lege ein Ziel fest. Was willst du erreichen? Suchst du einen neuen Job, willst du befördert werden oder möchtest du die Branche wechseln?

  • 👊

    Mit deinem konkreten Ziel vor Augen, überlegst du dir, auf welcher Plattform du die passenden Kontakte findest.

  • 👊

    Ein vollständiges Profil ist das A und O. Arbeite deine Stärken heraus. Wofür stehst du? Inspiration für das eigene Profil findest du zum Beispiel bei anderen erfolgreichen Netzwerkern oder Kollegen.

  • 👊

    Im Austausch bleiben! Schenkst du Beiträgen interessanter Menschen ein Like, besuchen sie vielleicht dein Profil. Auch Kommentare zu Beiträgen oder die Beteiligung an Gruppendiskussionen können wiederum stille Mitleser auf dich aufmerksam machen.

No-Gos beim Online-Netzwerken

  • 💣

    Ein Profil ohne Foto und ein Lebenslauf, der nicht aktuell ist.

  • 💣

    Mit der Tür ins Haus fallen – womöglich schon beim ersten Kontakt. Erst einmal ins Gespräch kommen, zum Beispiel über ein Kompliment oder eine Gemeinsamkeit. Sei geduldig.

  • 💣

    So viele Kontakte wie möglich zu sammeln, ist nicht das Ziel. Es geht um Qualität, nicht Quantität.

  • 💣

    Nur auf den eigenen Vorteil bedacht sein. Manchmal bringen Kontakte erst auf den zweiten Blick etwas oder es ergibt sich aus einem scheinbar unwichtigen Kontakt wiederum ein neuer nützlicher Kontakt.

Was tun gegen Hatespeech?

Gerade in Zeiten von "Social Distancing" ist das Internet die perfekte Möglichkeit zu kommunizieren. Doch der Ton in den sozialen Netzwerken wird immer rauer. "Galileo" spricht mit einem Oberstaatsanwalt und einem Betroffenen und zeigt, was die Justiz unternimmt und wie man selbst gegen Hass im Netz vorgehen kann.

Für LinkedIn und Xing bezahlen: Lohnt sich ein Premium-Profil?

Sowohl Xing als auch LinkedIn bieten Gratis-Profile an. Beide Netzwerke locken mit speziellen Premium-Funktionen, die mehr Möglichkeiten bieten, aber auch etwas kosten.

LinkedIn:

  • Die Premium-Essentials Mitgliedschaft kostet 10 Euro pro Monat oder 99 Euro pro Jahr. Die Vorteile: Anzeige der Profilbesucher, Bewerbervergleich, mehr Sichtbarkeit bei Recruitern. Nachrichten an Nicht-Kontakte kosten 5 Euro pro Monat extra.
  • Daneben gibt es die Tarife Career (29,49 Euro pro Monat), Business (44,25 Euro pro Monat), Sales (59 Euro pro Monat) und Hiring (88,50 Euro).
  • Sales und Hiring ist eher für Unternehmen relevant. Mit Career kannst du drei Nachrichten an Nicht-Kontakte senden, im Privatmodus surfen, Online-Videokurse machen oder Gehaltsdaten einsehen. Bei Business sind es 15 Nachrichten-Gutscheine und ähnliche Funktionen wie bei Career.

Xing:

  • Bei Xing kostet die Premium-Mitgliedschaft regulär 11,95 Euro pro Monat (für 3 Monate) und und 9,95 Euro pro Monat (für 12 Monate). Manchmal gibt es Rabatt-Aktionen. Die Vorteile: Stärken-Analyse, E-Learning-Angebot und Sichtbarkeit der Profilbesucher.
  • Die Premium-Erweiterungen ProJobs (regulär je nach Laufzeit ab 29,90 Euro pro Monat inklusive Premium) und ProBusiness (79,90 Euro pro Monat inklusive Premium für 12 Monate) sind jeweils für Bewerber und Selbstständige gedacht.
  • Bei ProJobs können Bewerber Zusatzangaben im Profil machen und tauchen bei Recruitern eher in der Suche auf. ProBusiness bietet Selbstständigen mehr Recherchemöglichkeiten bei der Akquise.

Fazit: Hast du bestimmte Ziele, könnten die Angebote interessant sein. Einige Funktionen lassen sich auf anderem Weg auch gratis erwerben. Video-Kurse gibt es zum Beispiel bei YouTube - und um Nachrichten an Nicht-Kontakte zu senden, kannst du auch einfach eine Kontaktanfrage schicken und dieser eine Nachricht beifügen.

Profi-Tipps fürs Vernetzen: Interview mit Magdalena Rogl, Head of Digital Channels, Microsoft Germany

  • Der Vernetzen-Knopf ist schnell gedrückt. Aber wie funktioniert Netzwerken wirklich?

  • 💬

    Ich empfehle, sich Zeit zu nehmen und die besonders am Anfang konkret einzuplanen. Das hat mir auch geholfen. Zum Beispiel zwei Mal in der Woche eine halbe Stunde für Social Media und Networking – vor allem um „zuzuhören“, denn so können wir lernen. Und dann schauen: Wer ist in meiner Branche unterwegs und welche Leute sind für mich interessant?

  • Was wäre ein guter Einstieg für eine Kontaktanfrage?

  • 💬

    Zum Beispiel: Hey, ich habe deinen Beitrag gesehen, fand ihn spannend und möchte mich mit dir vernetzen, um auf dem Laufenden zu sein, was du postest. Es geht darum, Persönlichkeit reinzubringen und zu begründen, warum man sich vernetzen will. Was ich auch empfehle: Um Intros bitten. Wenn ein Kontakt mit einem interessanten Kontakt vernetzt ist, kann er mich vorstellen. Oder Fragen stellen: Hi, ich beschäftige mich gerade mit dem Thema xy, bewundere was du machst und würde gern wissen, was deine Meinung dazu ist.

  • Sollte man Kontaktanfragen von Menschen bestätigen, die man nicht kennt?

  • 💬

    Es kommt auf die Plattform an. Auf meinem Business-Profil wie bei LinkedIn nehme ich teilweise auch Anfragen von Menschen an, die ich nicht persönlich kenne. Denn es hilft mir ja, wenn mehr Leute meine Beiträge sehen. Auf Netzwerken, auf denen ich eher private Dinge teile, achte ich schon darauf, mit wem ich vernetzt bin und mit wem ich was teile.

  • Ihre Tipps für ein gutes Profil?

  • 💬

    Ich empfehle auf allen sozialen Plattformen das selbe Profilbild zu nutzen, denn so hat man einen hohen Wiedererkennungs-Wert. Ansonsten gibt es zum Beispiel bei LinkedIn auch Kurse, wie man sein Profil optimieren kann. Ich selbst habe viele andere Profile angeschaut und übernommen, was mir gut gefallen hat. Das ist das Wichtigste: Nicht (nur) das machen, was empfohlen wird, sondern das, was zu mir passt. Denn das Wichtigste ist Authentizität.

Veröffentlicht: 05.02.2021 / Autor: Bianca Leppert