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Marienkäfer in der Bude? Schmeiß ihn raus!

Marienkäfer sind zur Plage geworden. Warum das so ist und wieso die Krabbler gern in deine Wohnung wollen. Wir verraten es dir.

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    Wo kommen im Moment die ganzen Marienkäfer her? Die Tiere sind im Herbst auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier.

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    Vom Winde verweht: Sie sind gute Flieger – aber nur auf Kurzstrecken. Der Wind trägt die Tiere und schickt viele in die gleiche Richtung. Zu "Invasionen" kommt es vor allem in Küstenregionen.

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    Die Glücksbringer landen bevorzugt an warmen und trockenen Plätze. Sie sonnen sich etwa auf deinem Fensterbrett und an der Hauswand und sammeln Energie für den Winter.

  • Die Punkte sagen übrigens nichts über das Alter des Glücksbringers aus. Die Tiere haben eine Lebenserwartung von 1 bis 2 Jahren.

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    Die sehen irgendwie anders aus als früher? Stimmt. Bei uns hat sich der gelb-orange Asiatische Marienkäfer verbreitet. In den 80ern waren die Krabbler als natürliche Pflanzenschützer im Einsatz. Sie vertilgen mehr Blattläuse als in Deutschland heimische Arten.

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    Tantrischer Sex: Marienkäfer paaren sich häufig und bis zu 18 Stunden am Stück. Das Weibchen futtert einfach nebenbei.

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    Bittere Sache: Marienkäfer verteidigen sich mit einem gelben Sekret das unangenehm riecht und giftige Alkaloide enthält. Manche Arten beißen auch. Keine Panik! Für Menschen sind sie ungefährlich.

Who's who: Siebenpunkter und Harlekin

Wir kennen meist den rot-schwarzen Marienkäfer mit 7 Punkten. Der Siebenpunkter ist der klassische deutsche Marienkäfer und die häufigste der über 70 in Deutschland beheimateten Arten. Weltweit gibt es tausende Arten.

 

© Getty IMages

 

Derzeit tummeln sich orange- bis gelbfarbene Krabbler, die mit Punkten geradezu übersät sind - oder manchmal auch gar keine haben. Ja, auch das sind Marienkäfer. Sie stammen aus Japan und China und kamen zur Blattlausjagd nach Europa. Aufgrund ihrer verschiedenen Färbungen heißen sie auch Harlekin. Die asiatischen Arten verdrängen zunehmend den Siebenpunkter. Sie vermehren sich bis zu 3 Mal im Jahr, der Siebenpunkter nur 1 Mal.  Kaum zu glauben: Die süßen Krabbler sind Kannibalen und vertilgen teils auch Artgenossen.

 

© picture alliance / blickwinkel

 

Mit diesen Tricks beförderst du die Käfer sanft raus aus deinem Haus

Gleich vorweg: Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du die Tiere vertreibst. Deine Wohnung ist als Winterquartier zu warm für Marienkäfer. Geheizte Räume animieren sie zum Rumkrabbeln. Eigentlich sind die Käfer aber in Winterstarre mit Gleichgesinnten und fahren ihre Körperfunktionen runter. Das spart Energie. Ruhen sie nicht, kann das tödlich für sie enden.

 

  1. Schnell handeln! Bring das kleine Käferchen am besten raus, sobald du es entdeckst. Dann verkraftet es den Temperatursturz von drinnen nach draußen besser.
  2. Fliegenschutzgitter an den Fenster erschweren Marienkäfern den Einflug.
  3.  Raus setzen: Locke einzelne Tiere auf einen Handfeger oder ein Kehrblech und trage sie damit raus (mindestens 100 m weit, damit sie nicht zurückkommen).
  4. Socken-Trick bei einer Gruppen-Invasion: Stülpe den Sockenbund über das Rohr deines Staubsaugers und stopfe den Rest der Socke ins Rohr hinein. Jetzt sauge auf leichtester Stufe die Marienkäfer ein. Stülpe dazu die Öffnung über die Tiere, um sie nicht zu verletzten. Die Marienkäfer sammeln sich in der Socke und du kannst sie darin transportieren.

 

Veröffentlicht: 30.10.2019 / Autor: Alena Brandt