Galileo WM CopyCreated with Sketch.
Zwei Orcas springen aus dem Wasser

Orcas: Warum die Wale Luftsprünge machen - und wie schlau sie jagen

Orcas sind intelligente Meeressäuger mit einem komplexen Sozialverhalten. Spätestens seit dem Kino-Hit "Free Willy" wissen die meisten, wie die schwarz-weißen Wale aussehen. Aber immer noch sind viele der Tiere in Aquarien eingesperrt.
12

Das Wichtigste zum Thema Orcas

  • Orcas gehören zur Familie der Delfine. Es gibt circa 40 Delfin-Arten, Orcas sind die größten davon.

  • Die geheimnisvollen Tiere haben eine charakteristische Färbung: Der Rücken ist schwarz, der Bauch und ein Fleck hinter jedem Auge sind weiß.

  • Orcas heißen auch Große Schwertwale, weil Männchen eine 1,8 Meter hohe dreieckige Schwanzflosse haben. Ein weiterer Name ist Killerwale. Der Grund: Sie vertilgen pro Tag bis 200 Kilo Futter und sind geschickte Jäger.

  • In freier Wildbahn haben Orcas noch nie einen Menschen getötet. Deshalb betrachten Forscher:innen den Namen "Killerwal" als irreführend.

  • Die Wale schwimmen durch alle Ozeane, meist in kühleren Regionen. Sie leben vor allem in küstennahen Gewässern im Nordpazifik, Nordatlantik und den Polarmeeren.

  • Meeres-Zoos wie "Seaworld" halten Orcas trotz massiver Kritik immer noch in Gefangenschaft.

Bist du ein Orca-Experte? Schau das Video, beantworte die Fragen und lerne spannende Fakten über die Tiere!

So groß sind Orcas im Vergleich zu Menschen

Orca Größenvergleich Mensch

Warum Orcas so bekannt sind und was sie bedroht

Schwertwale kennen wir durch Filme wie "Free Willy" und "Whale Rider". Indigene Völker etwa in Kanada verehren die Tiere seit Tausenden von Jahren.

Weltweit leben 50.000 Orcas frei in den Meeren, schätzt die Organisation National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA Fisheries).

Ob die Wale vom Aussterben bedroht sind, ist nicht klar. Die Rote Liste gefährdeter Arten hat für eine Einstufung „nicht genügend Daten". Einige regionale Arten sind sicher gefährdet: So gibt es nur noch 74 Southern Resident Orca Whales im Pazifik westlich von British Columbia in Kanada.

Orcas leiden unter der Verschmutzung der Meere, dem Rückgang ihrer Nahrungsquellen und Schiffsverkehr. Außerdem verfangen sie sich oft in Fischer-Netzen.

Mindestens 166 Schwertwale wurden seit 1961 gefangen und in Aquarien gesperrt, einige leben dort noch immer.

Die meisten Länder haben den Orca-Fang seit Jahren gestoppt, aber nicht alle. Russland jagte zwischen 2012 und 2017 mehr als 20 Tiere für chinesische Aquarien.

Steckbrief: Spannende Fakten zu Orcas

  • 🐳

    Orcas sind Meeressäuger, also Säugetiere im Meer. Sie können 15 Minuten tauchen - und das bis 300 Meter tief.

  • 🧠

    Die Tiere gelten als sehr intelligent und haben ein komplexes Sozialverhalten.

  • 🌊

    Schwertwale ziehen meist in Gruppen durchs Meer, den sogenannten Pods. Je nach Art gehören 5 bis 70 Tiere dazu. Sie bleiben meist ein Leben lang zusammen.

  • 💬

    Mit Luftsprüngen sagen sie "Hallo". Andere, weit entfernte Orcas hören das Aufschlagen auf dem Wasser. Außerdem kommunizieren sie über Laute und nutzen Echo-Ortung. Sie entwickeln sogar eigene Dialekte.

  • Die Wale leben im Matriarchat: Das älteste Weibchen ist die Anführerin einer Gruppe. Die Bindung der Kälber zur Mutter ist eng.

  • 🐟

    Manche Orca-Arten fressen Meeressäuger wie Robben oder Zwergwale. Andere jagen vor allem Fische. Weil die Wale oft kranke, verletzte oder alte Tiere erbeuten, werden sie auch Meeres-Polizei genannt.

  • 🔍

    Viele Verhaltensweisen von Orcas sind aber noch nicht erforscht.

  • 🔟

    Es gibt circa 10 verschiedene Orca-Typen, 5 auf der Süd- und 5 auf der Nordhalbkugel.

  • 📏

    Orca-Bullen werden bis 9,8 Meter lang, also mehr als 5-mal so groß wie wir. Kühe messen maximal 8,5 Meter. Die Tiere haben 40 Zähne, 8 mehr als Menschen.

  • Der schwerste je gewogene Orca hatte 6,6 Tonnen. Zum Vergleich: Ein kleines Auto wiegt 1 Tonne, ein Elefant 6 Tonnen.

  • 🐬

    Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 56 Kilometer pro Stunde. Der schnellste menschliche Schwimmer kam gerade mal auf 9,7.

So verblüffend und klug jagen Orcas

  • Orcas gelten als clevere Jäger. Sie koordinieren sogar ihre Angriffe: In der Gruppe greifen sie ihre Beute von allen Seiten an. Damit schaffen sie es, auch Haie oder größere Wale zu erlegen.
  • Verblüffend: Schwertwale in verschiedenen Teilen der Welt haben jeweils ein anderes Jagdverhalten entwickelt.
  • Im Polarmeer brechen sie Eisschollen auf, auf denen Seehunde sitzen - oder sie schwimmen so darauf zu, dass eine kleine Welle entsteht, die das Opfer herunterspült.
  • Manche nordamerikanischen Orcas schleudern Robben mit der Schwanzflosse hin und her.
  • In norwegischen Gewässern treiben die Wale Heringsschwärme zu einer Kugel zusammen. Anschließend schlagen sie mit ihren Schwanzflossen auf einzelne Fische, um sie zu betäuben.

Orcas in der freien Natur

Externer Inhalt

Dieses Element stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram und Youtube.

Um diese Inhalte anzuzeigen, aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards in den

Orcas in Gefangenschaft: So viele Tiere betrifft das

  • 1964 tauchte der erste Orca in einem Meeres-Zoo auf, in Vancouver (Kanada).
  • Mindestens 60 Schwertwale leben heute in Gefangenschaft, davon 20 in den USA - fast alle in den 3 "Seaworld"-Parks in Orlando, San Diego und San Antonio. Viele kamen dort auf die Welt.
  • Orca-Dressur-Vorführungen gibt es seit 2019 bei "Seaworld" nicht mehr, die Tiere werden auch nicht mehr gezüchtet. Die Parks bieten aber weiter Shows mit den Tieren an - nun soll angeblich Bildung im Vordergrund stehen.
  • Chinesische Aquarien halten 15 Schwertwale und zwingen sie zu Kunststücken.
  • Kanada hat 2019 die Haltung und Zucht von Orcas in Aquarien verboten.

"Seaworld" und Co. unter Druck: Dieser Film prangerte die Orca-Haltung an

Nach dem Dokumentar-Film "Blackfish" gab es 2013 massive Kritik an der Haltung von Orcas in Aquarien. Du kannst ihn bei Netflix ansehen.

Externer Inhalt

Dieses Element stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram und Youtube.

Um diese Inhalte anzuzeigen, aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards in den

Warum das Leben in Aquarien Schwertwalen schadet

  • 💀

    In Zoos sterben Orcas viel früher als in der Wildnis: Kühe haben höchstens eine Lebenserwartung von 50 statt bis zu 90 Jahren. Bullen erreichen 30 statt 60 Jahre.

  • Kein Tier, das im Zoo auf die Welt kam, lebte länger als 30 Jahre.

  • Orcas in freier Wildbahn bewegen sich ständig und sind in großen Gebieten unterwegs. In Aquarien können sie nur im Kreis schwimmen.

  • 💉

    Alle Bullen in Zoos haben eine umgeknickte Flosse. Bei freien Tieren kommt das so gut wie nie vor. Die Orcas verletzen sich außerdem oft selbst und werden krank.

Was du tun kannst, um Schwertwale (und die Meere) zu schützen

  • Gehe nicht in Meeres-Zoos.
  • Setze dich gegen die Verschmutzung der Meere ein.
  • Vermeide Plastik: Mikroplastik verschmutzt die Ozeane und gelangt in die Nahrungskette der Tiere.
  • Vermeide Fisch oder achte zumindest darauf, dass er nachhaltig ist. Der kommerzielle Fang schadet Orcas und anderen Delfinen, wie die Netflix-Dokumentation "Seaspiracy" zeigt.
  • Verwende möglichst keine scharfen Reinigungsmittel, sondern biologisch abbaubare. Die giftigen Chemikalien landen im Meer.
  • Übernimm eine Orca-Patenschaft - zum Beispiel bei der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC).
Veröffentlicht: 02.08.2021 / Autor: Claudia Frickel