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Größte Stadt der Welt: In dieser Mega-City gibt's ein liegendes Hochhaus!

Über 30 Millionen Einwohner, Gebäude in XXL: Wir zeigen dir Chongqing im Südwesten Chinas, die größte Stadt der Welt. Zudem erfährst du, wie man in Mega-Citys lebt.

Das neue große Ding: Der waagerechte Wolkenkratzer in Chongqing

 

Es ist eines der spektakulärsten Bauwerke der Welt: In 250 Metern Höhe legt sich "Crystal" quer - über vier Hochhaus-Dächer. Die 300 Meter lange "Skybrigde" soll demnächst eröffnen. Dann bietet ein Aussichtspunkt, für den eigens Bäume in die Höhe transportiert wurden, einen gigantischen Blick auf Chongqing.

Der horizontale Wolkenkratzer ist nur ein Teil des Mega-Projekts "Raffles City", das im Stadtzentrum angesiedelt ist: Insgesamt 1,12 Millionen Quadratmeter zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen stehen direkt am Jangtse-Fluss zur Verfügung. Kosten: 4,8 Milliarden Dollar.

 

Das Wichtigste zum Thema größte Stadt der Welt

  • So groß wie Österreich und mehr Einwohner als Malaysia: In Chongqing im Südwesten Chinas wohnen auf etwa 82.000 Quadratkilometern rund 32 Millionen Menschen.

  • Die Mega-Metropole wächst und wächst: Rund 500.000 Menschen ziehen jährlich zu. Geht es so weiter, ist Tokio als bevölkerungsreichste Stadt (38 Millionen) bald entthront.

  • Rasante Veränderung: Kaum ein Gebäude ist älter als 30 Jahre - obwohl die Stadt eine Jahrtausende alte Geschichte hat.

  • In den Straßen dagegen geht's schleichend voran: Autofahrer stehen hier im Schnitt 212 Stunden jährlich im Stau (etwa doppelt so lang wie in Berlin).

Es war einmal ... eine Flussmündung!

Alles begann mit einer Hochzeit vor mehr als 4000 Jahren: Der damalige chinesische König Yu soll dort, wo die Flüsse Jialing Jiang und Jangtse zusammentreffen, seine spätere Ehefrau zum ersten Mal gesehen haben. Vor Freude gründete er eine Stadt: Chongqing.

 

 

Mit dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms ab 1994 und der Ernennung als Sonderwirtschaftszone wuchs die Stadt ins Unvorstellbare. Heute ist so wenig Platz, dass Züge sogar durch Wohnhäuser fahren. Inzwischen ziehen jeden Monat rund 40.000 Menschen in die Mega-City. Und die sind fleißig: Etwa jeder dritte verkaufte Laptop wurde hier zusammengeschraubt. Auch deshalb beginnt die "Neue Seidenstraße" in Chongqing.

Raus aufs Land? Rein in die Stadt!

Was eint Indien, Brasilien, Senegal, Australien und Deutschland? Seit Jahren lassen sich dort immer mehr Menschen in Städten nieder. Nahezu jeder dritte Deutsche wohnt in einer Großstadt. Prognosen sagen voraus, dass bis 2030 weltweit etwa 60 Prozent aller Menschen in Städten leben. Diese Entwicklung nennt man Urbanisierung.

Eine Folge davon: Mega-Citys mit mehr als 10 Millionen Bewohnern entstehen. Einmal diese Größe erreicht, bleiben die Städte auch so groß. Bisher rutschte lediglich Südkoreas Hauptstadt Seoul wieder unter die besagte Marke.

Weil allerdings immer mehr Menschen in die Städte ziehen, werden dort Wohnungen teurer und der Verkehr nimmt zu. Außerdem veröden ländliche Regionen.

 

© getty images/Hydromet

Mega-Citys, von denen du (vermutlich) noch nie gehört hast

Große Städte, große Innovationen

  • 🏙

    Wenn eine Stadt nicht mehr ausreicht, haben sie in China eine Idee: "Entlastungsstädte" in der Nähe der Metropole. Peking soll so zur Metropolregion Jing-Jin-Ji mit etwa 130 Millionen Einwohnern werden.

  • 🚮

    Mehr Menschen, mehr Müll - effiziente Entsorgung ist nötig. In der koreanischen Stadt Songdo melden Müllcontainer ihren Füllstand, damit die Müllabfuhr nicht umsonst kommt. Und die Routen clever geplant werden können.

  • 🌳

    Wie eine Klimaanlage: Bäume zwischen all dem Beton. Melbourne will jedes Jahr 3.000 Bäume pflanzen und so die Temperatur um 4 Grad senken.

  • 🌱

    Mega-Citys haben Mega-Hunger. Eine Lösung: Die Landwirtschaft kommt näher. Das US-Unternehmen "AeroFarms" erntet jährlich Hunderte Tonnen Salat - in einer ehemaligen Stahlfabrik in Newark, New Jersey.

Von Chongqing nach Duisburg: Die "Neue Seidenstraße"

  • Chongqing und Duisburg verbinden drei Bahnstrecken, die längste ist rund 12.000 Kilometer lang.
  • Die Züge sind 14 Tage unterwegs.
  • Etwa 35 Züge pro Woche fahren hin und her.
  • Aus China kommt, was der Westen braucht: Elektronik, Textilien, Spielzeug.
  • Künftig sollen von der Handelsroute mehr als 100 Länder profitieren.
Veröffentlicht: 24.09.2019 / Autor: Johannes Korsche

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