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Die Hölle auf Erden - in dieser Wüste brennt es seit fast 50 Jahren

In der Karakum-Wüste in Turkmenistan lodert seit 1971 ein brennender Krater. Wie es dazu kam, zeigt unser Clip. Beim Scrollen erfährst du, was das zentralasiatische Land sonst noch zu bieten hat - und was dort verboten ist.
Teaserbild: Die Hölle auf Erden - in dieser Wüste brennt es seit fast 50 Jahren

Das Wichtigste zum Thema Krater von Derweze

  • Der brennende Krater liegt in der Wüste Karakum nahe der Ortschaft Derweze, einem Gebiet mit großen Gasvorkommen. Er ist 70 Meter breit und 30 Meter tief.

  • 1971 führten sowjetische Geologen dort Bohrungen durch. Dabei stießen sie unverhofft auf eine unterirdische Höhle, die mit Erdgas gefüllt war.

  • Durch das Bohren in den Hohlraum brach die Erddecke ein und es entstand ein riesiges Loch. Die Bohrgeräte stürzten in die Tiefe, die Arbeiter blieben zum Glück unverletzt.

  • Um die Freisetzung von schädlichen Bestandteilen zu verhindern, wurde das Gas verbrannt. Das Feuer sollte nach ein paar Tagen erloschen sein.

  • Doch entgegen aller Berechnungen lodern die Flammen nun seit knapp 50 Jahren - sämtliche Löschversuche scheiterten.

  • Inzwischen ist das "Tor zur Hölle" ein Touristen-Magnet. Mutige wagen sich bis an den Kraterrand heran, aber das ist gefährlich: Der sandige Untergrund kann jederzeit wegbröckeln.

Unbekanntes Turkmenistan? Gleich weißt du mehr ...

  • 🇹🇲

    Die ehemalige Sowjetrepublik ist heute ein islamisch geprägtes und autoritär regiertes Land. Der Binnenstaat mit knapp 6 Millionen Einwohnern liegt in Zentralasien am Kaspischen Meer, umrandet von Usbekistan, Kasachstan, Afghanistan und dem Iran. Die Hauptstadt ist Aschgabat.

  • 🏜️

    Fast 95 Prozent der Landfläche nimmt die Karakum-Wüste ein. Im Sommer liegen die Temperaturen hier zwischen 27 und 32 °C, der Sand kann sich auf bis zu 70 °C aufheizen.

  • 🥘

    Eine der beliebtesten Speisen ist der Plov. Das Reisgericht mit Fleisch, Gemüse und Gewürzen wird in einer großen Pfanne gebraten.

  • 🍈

    Die heimischen Melonen sind so berühmt (und süß), dass sie einen eigenen Feiertag haben. Der Tag der turkmenischen Melone wird jedes Jahr am 2. Sonntag im August zelebriert - mit Veranstaltungen, Wettbewerben und Volksmusik.

  • 👳🏻‍♂️

    Die traditionelle Kopfbedeckung der Männer nennt sich Telpek: Eine Kappe aus weichem Leder, die mit Schaf-Fell überzogen ist.

  • 🚗

    Seit 2017 gibt es ein Fahrverbot für Frauen. Und weil Weiß die Lieblingsfarbe von Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow ist, sollen nur noch helle Autos (als "Glücksbringer") auf den turkmenischen Straßen unterwegs sein.

Für Entdecker: Orte in Turkmenistan, die man sich angucken sollte

Achtung! Das ist in Turkmenistan verboten

  • Aufenthalte im unmittelbaren Grenzgebiet zu Afghanistan oder dem Iran sollte man vermeiden. Es gibt Sperrgebiete, für die eine besondere Erlaubnis erforderlich ist.

  • Homosexuelle Handlungen unter Männern sind strafbar, es drohen bis zu 2 Jahre Haft. Frauen werden in dem Gesetz nicht erwähnt.

  • VPN-Netzwerke sind verboten, soziale Medien, Web-Portale und diverse News-Seiten im Internet nicht zugänglich.

  • Rauchen in der Öffentlichkeit: nein. Und es ist auch nicht möglich, Tabak-Waren legal zu kaufen.

  • Lieber keine staatlichen Gebäude, Grenzanlagen, Tunnel oder Brücken fotografieren. Wird man erwischt, kann es sein, dass man das Bildmaterial löschen muss. Manchmal wird es auch beschlagnahmt.

  • Turkmenische Teppiche und Gemälde dürfen ohne entsprechende Genehmigung nicht ausgeführt werden.

Veröffentlicht: 06.09.2020 / Autor: Heike Predikant