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Lost Place Ostwall: Von der Nazi-Festungsfront zum Touri-Geheimtipp

Einst als Verteidigungslinie geplant, ist die Festungsfront im Oder-Warthe-Bogen heute ein geheimer Reise-Tipp für Abenteuerlustige. Galileo erklärt dir, wie der Lost Place Ostwall entstand. Außerdem: weitere spektakuläre Bunker aus aller Welt.
Teaserbild: Lost Place Ostwall: Von der Nazi-Festungsfront zum Touri-Geheimtipp

Das Wichtigste zum Thema Lost Place Ostwall

  • Mit der Bezeichnung Ostwall ist eigentlich die ehemalige Festungsfront im Oder-Warthe-Bogen gemeint.

  • Obwohl das riesige, unterirdische Bunkersystem nicht weit von Berlin entfernt liegt, ist der Ostwall ziemlich unbekannt.

  • Ursprünglich sollte der Ostwall die deutsche Ostgrenze absichern. Heute kannst du den Lost Place sogar in Führungen erkunden.

Das ist der Lost Place Ostwall heute

Als sogenannter "Ostwall" gilt die "Festungsfront im Oder-Warthe-Bogen". Sie liegt östlich von Berlin in Polen. Benannt ist die ehemalige Festungsfront nach ihrer Lage nahe der Oder und ihrem Nebenfluss Warthe.

Ursprünglich als Verteidigungslinie im Krieg geplant, lockt der Lost Place Ostwall heute Abenteuerlustige und Geschichts-Fans an. Viele der ober- und unterirdischen Bauwerke sind noch gut erhalten. Manche Gebiete hat sich die Natur aber schon zurückerobert. So gibt es hier zum Beispiel Fledermaus-Kolonien.

Verschiedene Anbieter wie das "Ostwall.Team" oder "Ostwall.Info" bieten Führungen am Ostwall an.

Hier findest du das abgefahrene Touri-Ziel

Was dich am Ostwall erwartet

Wie der Ostwall entstand

Zum Schutz vor Angriffen östlicher Länder gab es in Deutschland in den 1920er-Jahren Überlegungen, eine feste Verteidigungslinie zu errichten.

Das Problem: Aufgrund des Friedensvertrags von Versailles nach dem I. Weltkrieg durfte Deutschland keine solchen Festungen bauen.

 

🧱 Beginn und Bau-Stopp

Als Adolf Hitler 1933 die Macht übernahm, widersetzte sich Deutschland jedoch diesen und weiteren Auflagen. Der Plan: Bis zum Jahr 1951 sollte die Festungsfront im Oder-Warthe-Bogen fertiggestellt werden.

Über eine Strecke von rund 100 Kilometern sollten Bunker, Kasernen, Werkstätten und Munitionslager durch ein unterirdisches Tunnelsystem miteinander verbunden sein. Komplett fertig wurde der Ostwall aber nicht.

Weil im Zuge des II. Weltkriegs von 1939 bis 1945 plötzlich die Westfront in größerer Gefahr war, wurde der Bau des Ostwalls zunächst gestoppt. Zwar wurden die Arbeiten gegen Kriegsende wieder aufgenommen, das hatte aber keinen großen Einfluss mehr auf die Kämpfe.

 

Weiternutzung nach Kriegsende

Nach dem Ende des II. Weltkriegs nutzten die Armeen der Sowjetunion und Polens den Ostwall für einige Jahre. Mit der Zeit geriet die ehemalige Nazi-Festungsfront aber in Vergessenheit - bis sie als außergewöhnliches Reiseziel wiederentdeckt wurde.

Ostwall polnische Soldaten 1950er


Ein historisches Foto mit polnischen Soldaten, die zu Beginn der 1950er-Jahre einen verlassenen Tunnel des Ostwalls erkunden.
© imago images/Forum

Lust auf einen Trip zum Ostwall?

Andere beeindruckende Bunker weltweit

Zahlreiche internationale Großstädte verfügen heute über ähnliche Untergrund-Systeme. Auch sie stammen meist aus Kriegszeiten, um der Bevölkerung im Ernstfall Schutz zu bieten.

Aber auch wegen extremer Umweltbedingungen sind mancherorts unterirdische Welten entstanden.

 

😲 Bunker unter Peking, Helsinki und Wien

Unter Chinas Hauptstadt etwa liegt praktisch noch eine ganze Stadt: Auf einer unterirdischen Fläche in der 4-fachen Größe des Frankfurter Flughafens (rund 80 Quadratkilometer) befinden sich heute Theater oder Friseure. Teilweise leben dort auch ärmere Menschen aufgrund der extrem hohen Pekinger Mietpreise.

Finnland verfolgt in seiner Hauptstadt mit "Helsinki Underground" nicht nur das Ziel, allen Bewohnern Zuflucht im Notfall zu bieten. Der Untergrund ist Teil einer langfristigen Stadtplanung: Oberirdisch sollen etwa Verkehr und Wohnraum entlastet werden.

Wie kaum eine andere Stadt der Welt verfügt Wien über ein dichtes Netz aus Tunneln, Kellern und Gewölben. Das heute teils touristisch geöffnete Wiener Kanalsystem stammt aus dem 19. Jahrhundert und umfasst eine Länge, die ungefähr dem 3-Fachen der Strecke von Hamburg nach München (rund 2.400 Kilometer) entspricht.

 

🇦🇱 Albanien ist das "Land der Bunker"

Mit rund 200.000 Bunkern hat Albanien wohl die meisten weltweit. Erbaut wurden sie in den 1970er- und 1980er-Jahren zu Schutz-Zwecken.

Heute haben die Unterschlüpfe andere Funktionen: Menschen leben dort, haben darin Cafés oder Shops eröffnet oder nutzen sie als Lagerstätten.

Der größte Prepper-Bunker der Schweiz

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Eine Familie in der Schweiz hat sich einen riesigen Militär-Bunker gekauft und baut ihn regelmäßig um. Wohl niemand ist besser auf einen möglichen Weltuntergang vorbereitet.

Veröffentlicht: 20.11.2020 / Autor: Alexander Duebbert