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Security mit Hunden am Flughafen

Hunde erschnüffeln Corona-Infizierte: Was Tiere in der Medizin noch können

Tier-Therapie ist zwar wissenschaftlich umstritten, aber es gibt Krankheiten wie Demenz, bei denen die Erfahrung zeigt: Sie kann helfen. Außerdem: Spürhunde sind jetzt bei der Eindämmung des Corona-Virus im Einsatz.
Hunde erschnüffeln Corona-Infizierte: Was Tiere in der Medizin noch können
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Das Wichtigste zum Thema Tier-Therapien

  • Hunde können Corona-Infizierte am Geruch erkennen - das bestätigte zuletzt eine britische Studie der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM). 6 trainierte Hunde haben Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit von 82 bis 94 Prozent erschnüffelt.

  • In Helsinki und Dubai kommen Corona-Spürhunde zu diesem Zweck schon am Flughafen zum Einsatz. Die Trefferquote der Vierbeiner liegt laut Veterinärmediziner:innen der Uni Helsinki bei nahezu 100 Prozent.

  • Auch hierzulande bestätigt eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover das Potenzial von Hunden im Kampf gegen Corona.

  • Pferde, Hunde, Katzen und Delfine: Vor allem zugänglichen Tieren wird eine therapeutische Wirkung auf den Menschen nachgesagt.

  • Gleichzeitig verweisen Skeptiker auf Studienergebnisse, wonach die Wirkung solcher Tier-Therapien nicht einwandfrei belegt ist.

  • Aber mal ehrlich: Geht es uns nicht allen besser, wenn wir einen Hund streicheln?

Spürnasen im Kampf gegen das Corona-Virus

Hunde können nicht nur Drogen oder Krebs bei Patientinnen und Patienten erschnüffeln, sondern auch eine Corona-Infektion. Das bestätigen mehrere Studien, darunter auch die der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM).

6 Hunde der Wohltätigkeits-Organisation Medical Detection Dogs wurden zuvor darauf trainiert, das Corona-Virus zu erschnüffeln. In der Lern-Phase gab es sogar Streicheleinheiten von der Duchess of Cornwall persönlich.

Camilla streichelt eine Hund, der gerade lernt, Corona zu erschnüffeln.


Not bad: Die "Medical Detection Dogs" bekommen Streicheneinheiten von Camilla.
© picture alliance / empics / Eddie Keogh

So lief die Studie ab

  • 🧦

    Die Forschenden nutzten Socken von insgesamt 400 Probanden.

  • 😷

    200 davon waren infiziert, hatten aber keine oder nur leichte Symptome.

  • 🙂

    200 waren gesund und in der Kontrollgruppe.

  • Weder die Hunde noch die Wissenschaftler:innen wussten, welche Proben von Infizierten und welche von Gesunden stammten.

  • 👨‍🔬

    Das Ergebnis: Die Spürhunde konnten Proben von Infizierten mit einer Genauigkeit von 82 bis 94 Prozent erschnüffeln.

  • 👩‍🔬

    Gesunde Probanden erkannten sie mit einer Sicherheit von 76 bis 92 Prozent richtig.

Good News: Wie Hunde im Kampf gegen Corona helfen können

Die Ergebnisse könnten den Forschenden zufolge helfen, mehr als doppelt so viele positive Corona-Fälle aufzuspüren wie bisher. Und noch mehr gute Nachrichten: Die Hunde waren eigentlich auf das ursprüngliche Corona-Virus trainiert, konnten aber auch ohne zusätzliches Training die zuerst in Südostengland entdeckte Virus-Mutante recht gut erschnüffeln. Das lässt laut Studienleiter James Logan die Hoffnung darauf wachsen, dass Hunde in der Lage sind, verschiedene Corona-Varianten zu entdecken.

Im nächsten Schritt wollen die Forschenden nun prüfen, ob die Hunde das Virus auch an viel besuchten Orten wie Flughäfen oder Stadien erschnüffeln können. Sollte das klappen, könnten vermeintlich Infizierte direkt mit einem PCR-Test überprüft werden.

Tier-Therapie: Bringt das überhaupt was?

Aussagekräftige wissenschaftliche Studien zu dem Thema gibt es kaum. In Deutschland zahlt die Krankenkasse deswegen auch keine Tier-Therapien.

Aber: Viele Erfahrungsberichte legen nahe, dass beispielsweise besonders trainierte Hunde einen positiven Effekt auf Kinder mit Autismus haben und bei ADHS-Störungen helfen, sich zu konzentrieren - zumindest kurzfristig. Denn ob diese Erfolge auch für einen längeren Zeitraum anhalten, ist unter Wissenschaftler:innen noch umstritten.

Noch ein Beispiel gefällig? Daniel the Duck - die Therapie-Ente

Noch ein Beispiel gefällig? Daniel the Duck - die Therapie-Ente

Daniel the duck hat einen ganz besonderen Job: Das Tier ist eine Therapie-Ente und hilft traumatisierten Menschen, sich in stressigen Situationen zu entspannen und so den Alltag besser zu bestreiten.

Von Frühwarnsystem bis Lese-Hilfe – 6 Beispiele für helfende Hunde

  • Manche Hunde können wohl vor einem Epilepsie-Anfall ihrer Herrchen und Frauchen warnen.

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    Gleiches berichten Diabetes-Erkrankte, bei denen ihre Hunde schon Alarm schlagen, bevor sie selbst merken, dass sie sich im gefährlichen Unterzucker befinden. Wie auch Apps das Leben von Erkrankten erleichtern können, liest du hier.

  • 🦀

    Hunde erschnüffeln Krebszellen: In einer US-Studie lagen die trainierten Spürnasen in 97 Prozent der Fälle richtig, wenn sie bei Blutproben Lungenkrebs anzeigen sollten. Lust auf weitere beeindruckende Schnüffel-Erfolge? Bitteschön.

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    Starke Unruhe und Aggressivität können zum Krankheitsbild von Demenz gehören. Ein Therapie-Hund beruhigt die Demenzkranken nachweislich.

  • 😰

    Auf Menschen mit Depressionen hat ein Therapie-Hund ebenfalls eine positive Wirkung. Aber auch wer sich allein fühlt, kann von einem Vierbeiner und diesen Empfehlungen profitieren.

  • 📖

    Probleme beim Lesen? Vorlesetraining mit Hunden scheint vor allem lernenden Kindern zu helfen. Wusstest du, dass auch jeder 8. Erwachsene Schwierigkeiten beim Lesen hat oder es schlecht gar nicht kann? Erfahre hier alles über die Hintergründe und Hilfsangebote.

Prädikat: Medizinisch wertvoll

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Bienen und Alpakas: Wie Tiere Sträflingen auf dem Weg zurück in die Gesellschaft helfen

Sogar bei der Wiedereingliederung von entlassenen Straf-Tätern hat sich Tier-Therapie als nützlich erwiesen. So vertraut beispielsweise eine forensische Klinik bei Deggendorf in Bayern auf Bienen und Alpakas.

Die Einrichtung arbeitet unter anderem mit Drogensüchtigen, die ihre Sucht mit Straftaten finanzierten. Und tatsächlich: Die einstigen Suchterkrankten übernehmen in der Tier-Therapie Verantwortung und sind insgesamt ausgeglichener. Gute Voraussetzungen, um wieder ein "normales" Leben zu führen.

Veröffentlicht: 26.05.2021 / Autor: Johannes Korsche