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Hunde im Kampf gegen Corona! Und was Tiere in der Medizin noch können

Tier-Therapie ist zwar wissenschaftlich umstritten. Aber es gibt Krankheiten wie Demenz, bei denen die Erfahrung zeigt: Es kann helfen. Außerdem: Spürhunde sind jetzt bei der Eindämmung des Corona-Virus im Einsatz.

Das Wichtigste zum Thema Tier-Therapien

  • Die Bundeswehr bildet nun 10 Hunde aus, Coronaviren in menschlichen Speichelproben zu erkennen. Derzeit liegen die Spürnasen schon in 8 von 10 Fällen richtig.

  • Auch in Großbritannien lernen 6 Hunde das Corona-Virus zu erschnüffeln. Jede Spürnase soll dort 250 Menschen pro Stunde auf das Virus scannen können.

  • Pferde, Hunde, Katzen und Delfine: Vor allem zugänglichen Tieren wird eine therapeutische Wirkung auf den Menschen nachgesagt.

  • Gleichzeitig verweisen Skeptiker auf Studienergebnisse, wonach die Wirkung solcher Tier-Therapien nicht einwandfrei belegt ist.

  • Aber mal ehrlich: Geht es uns nicht allen besser, wenn wir einen Hund streicheln?

6 Spürnasen im Kampf gegen das Corona-Virus

Da gibt es sogar Streicheleinheiten von den Royals: Camilla besucht die 6 Spürhunde, die in den kommenden Wochen lernen sollen, das Corona-Virus zu erschnüffeln. Sie könnten zum Beispiel bei Konzerten oder an Flughäfen eingesetzt werden, um schnell festzustellen, ob ein Besucher an Covid-19 erkrankt ist.

Camilla streichelt eine Hund, der gerade lernt, Corona zu erschnüffeln.


Not bad: Die "Medical Detection Dogs" bekommen Streicheneinheiten von Camilla.
© picture alliance / empics / Eddie Keogh

Tier-Therapie: Bringt das überhaupt was?

Aussagekräftige wissenschaftliche Studien zu dem Thema gibt es kaum. In Deutschland zahlt die Krankenkasse deswegen auch keine Tier-Therapien.

Aber: Viele Erfahrungsberichte legen nahe, dass beispielsweise besonders trainierte Hunde einen positiven Effekt auf Kinder mit Autismus haben und bei ADHS-Störungen helfen, sich zu konzentrieren - zumindest kurzfristig. Denn ob diese Erfolge auch für einen längeren Zeitraum anhalten, ist unter Wissenschaftlern noch umstritten.

Noch ein Beispiel gefällig? Daniel the Duck - die Therapie-Ente

Daniel the Duck: Wie helfen Therapie-Enten?

Noch ein Beispiel gefällig? Daniel the Duck - die Therapie-Ente

Daniel the duck hat einen ganz besonderen Job: Das Tier ist eine Therapie-Ente und hilft traumatisierten Menschen, sich in stressigen Situationen zu entspannen und so den Alltag besser zu bestreiten.

Von Frühwarnsystem bis Lese-Hilfe – 6 Beispiele für helfende Hunde

  • Manche Hunde können wohl vor einem Epilepsie-Anfall ihrer Herrchen und Frauchen warnen.

  • 🍰

    Gleiches berichten Diabetes-Erkrankte, bei denen ihre Hunde schon Alarm schlagen, bevor sie selbst merken, dass sie sich im gefährlichen Unterzucker befinden.

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    Hunde erschnüffeln Krebszellen: In einer US-Studie lagen die trainierten Spürnasen in 97 Prozent der Fälle richtig, wenn sie bei Blutproben Lungenkrebs anzeigen sollten.

  • 👵

    Starke Unruhe und Aggressivität können zum Krankheitsbild von Demenz gehören. Ein Therapie-Hund beruhigt die Demenzkranken nachweislich.

  • 😰

    Auf Menschen mit Depressionen hat ein Therapie-Hund ebenfalls eine positive Wirkung.

  • 📖

    Probleme beim Lesen? Vorlesetraining mit Hunden scheint vor allem lernenden Kindern zu helfen.

Prädikat: Medizinisch wertvoll

Bienen und Alpakas: Wie Tiere Sträflingen auf dem Weg zurück in die Gesellschaft helfen

Sogar bei der Wiedereingliederung von entlassenen Straf-Tätern hat sich Tier-Therapie als nützlich erwiesen. So vertraut beispielsweise eine forensische Klinik bei Deggendorf in Bayern auf Bienen und Alpakas.

Die Einrichtung arbeitet unter anderem mit Drogensüchtigen, die ihre Sucht mit Straftaten finanzierten. Und tatsächlich: Die einstigen Suchterkrankten übernehmen in der Tier-Therapie Verantwortung und sind insgesamt ausgeglichener. Gute Voraussetzungen, um wieder ein "normales" Leben zu führen.

Veröffentlicht: 22.07.2020 / Autor: Johannes Korsche

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