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Umweltbelastung durch Lebensmittel: So teuer müssten sie eigentlich sein

Ein Pfund gemischtes Hackfleisch für über 7 Euro statt 2 Euro? Klingt irre. Wäre aber ein fairer Preis, wenn man die ausgestoßenen Treibhausgase, den Energiebedarf und Co. einkalkuliert. Im Clip: Ist ein Co2-Label für Lebenmittel sinnvoll? Wie du nachhaltiger einkaufst, erfährst du hier.
Teaserbild: Umweltbelastung durch Lebensmittel: So teuer müssten sie eigentlich sein

Um was geht es bei der Untersuchung zu den Lebensmittelpreisen?

  • Die Studie wurde vom Discounter Penny in Auftrag gegeben und von dem Wirtschaftsinformatiker Tobias Gaugler der Universität Augsburg durchgeführt.

  • Sie soll veranschaulichen, wie sich der Kauf von bestimmten Lebensmittel auf unsere Umwelt auswirkt und was wir dafür “bezahlen” müssen - im Sinne von Folgekosten für die Gesellschaft.

  • Die Idee: Mithilfe der Fantasie-Preise hast du eine bessere Vorstellung davon als etwa mit einem Vergleich der CO2-Belastung.

  • In die Berechnung der Preise gingen beispielsweise die Kosten für die Herstellung ein, die Folgen von Treibhausgasen und Überdüngung sowie der Energiebedarf.

  • Keinen Einfluss fanden die Kosten durch den Effekt von Antibiotikaresistenzen oder die Konsequenzen des Einsatzes von Pestiziden.

  • Das Ergebnis: Lebensmittel wie zum Beispiel konventionell hergestellte tierische Produkte müssten teurer sein.

Welche Lebensmittel verursachen die meiste Belastung?

  • 🐄

    Für konventionell produzierte Fleisch- und Wurstwaren müsstest du laut Berechnungen der Wissenschaftler das Dreifache zahlen. Ebenfalls höhere Preise müssten für konventionell hergestellte Milchprodukte gelten. Am besten schneiden pflanzliche Bio-Waren ab.

  • 🥩

    Anschauliches Beispiel: Ein Pfund gemischtes Hackfleisch würde bei 7,62 Euro statt bei 2,79 Euro liegen.

  • 💡

    Der Grund für die teuren Tiererzeugnisse: Die Aufzucht braucht viel Energie. Zum Beispiel für den Futtermittelanbau oder die Beheizung der Ställe

  • 🌾

    Ökologischer Anbau verursacht weniger Folgekosten, weil auf mineralischen Stickstoffdünger verzichtet wird und weniger industriell produziertes Kraftfutter zum Einsatz kommt.

So viel mehr müsstest du bezahlen

So viel müssten Lebensmittel eigentlich kosten, wenn alle Umweltfaktoren in die Preisentwicklung mit eingeschlossen wären. Hier siehst du jeweils den alten Preis und den durch die Untersuchung ermittelten neuen Preis.

Und wer finanziert das?

Die Anhebung der Preise allein löst das Problem natürlich nicht. Das dient nur zur Veranschaulichung.

Stattdessen müsste bei der Produktion bereits auf eine umweltschonendere und nachhaltigere Alternative gesetzt werden. Das führt oft zu höheren Ausgaben. Das Produkt würde dadurch also auch automatisch teurer werden. Zusätzlich müsste man Lösungen finden, wie man finanzschwächere Verbraucher unterstützt.

Wusstest du …

  • … dass laut Schätzungen des WWF jährlich in Deutschland 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet werden? Das entspricht dem Gewicht von 18 Millionen kleinen Autos.

  • … dass davon ungefähr 40 Prozent der Verluste auf uns als Privathaushalte entfallen?

  • … dass die Vereinten Nationen das Ziel haben, bis 2030 die Nahrungsmittelverschwendung zu halbieren?

Was essen wir eigentlich?

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Nachhaltig einkaufen: unsere Tipps

  • 🍎

    Kaufe Lebensmittel regional und saisonal ein.

  • 🚲

    Nimm das Fahrrad oder geh zu Fuß zum Einkaufen: Das freut die Umwelt und die lokalen Händler.

  • 🗓️

    Mache einen Wochenplan, damit du nicht so viel Reste übrig hast.

  • 🌱

    Es muss nicht undbedingt vegan sein. Aber vielleicht weniger Fleisch? Wir haben einige vegane Rezeptideen gesammelt.

  • 🚰

    Trinke Leitungswasser statt gekaufte Plastikflaschen anzuhäufen.

  • Achte auf Bio-Siegel und faire Produktion.

Diese Links und Apps verhelfen dir zu mehr Nachhaltigkeit

📅 Saisonkalender: Mit dieser App des Bundeszentrums für Ernährung erfährst du, wann welches Gemüse Saison hat.

🐟 Fischratgeber: Der WWF hat praktische Tipps zusammengestellt, welche Fischarten du noch mit gutem Gewissen kaufen kannst und dafür auch eine passende App.

🕵 Siegel-Check: Dich verwirren die zahlreichen Bio-Siegel? Dann ist die App des NABU genau das richtige für dich. Einfach per Barcode scannen und schon weißt du Bescheid, ob ein Lebensmittel empfehlenswert ist oder nicht.

Veröffentlicht: 29.10.2020 / Autor: Bianca Leppert