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Tofu und Soja: Sind das Superhelden oder Schurken?

Der Soja-Hype lässt nicht nach. Und tatsächlich sind Sojamilch und Tofu mega gesund, aber haben auch Schattenseiten. Krass: Bis 1989 war die Herstellung von Tofu in Deutschland verboten.
Tofu

Das Wichtigste zum Thema Soja und Tofu

  • Soja ist ein echter Alleskönner: Du füllst damit deine Eiweißspeicher auf, nimmst gesunde ungesättigte Fette zu dir und bist länger satt. Perfekt für alle mit Laktoseintoleranz, Vegetarier, Veganer und jeden, der sich bewusst gesund ernähren möchte.

  • Vorsicht! Sojamilch ist nichts für Babys, da die hormonähnliche Wirkung der darin enthaltenen Isoflavone noch nicht ausreichend geklärt ist.

  • Die Ökobilanz der Sojabohne ist verheerend. Große Teile des Regenwalds in Südamerika (einem der wichtigsten CO2-Speicher) müssen für ihren Anbau weichen. Zudem landen über 70 Prozent der Bohnen im Viehfutter. Nur 2 Prozent werden direkt zu Lebensmitteln verarbeitet. Der neue Trend: In Deutschland angebaute Sojabohnen.

  • In Asien gibt es Tofu schon seit Jahrtausenden. In Deutschland war die Tofu-Herstellung zum Schutz der Bauern bis 1989 verboten.

Im Futternapf, nicht auf dem Teller: Hier landen Sojabohnen

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Ist Soja wirklich so gesund?

Tatsächlich enthalten 100 Gramm Soja viele Ballaststoffe und Vitamine, bis zu 40 Gramm Eiweiß und hauptsächlich mehrfach ungesättigtes Fett, dabei Null Cholesterin und kaum Kohlenhydrate! Soja ist somit nahrhaft, sättigend und kann sich positiv auf deinen Cholesterinspiegel und dein Gewicht auswirken.

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Darf ich ohne Ende Soja essen?

Auch für die Sojabohne gilt: Alles in Maßen! Soja bindet leider auch wichtige Mineralstoffe im Körper und verhindert deren Aufnahme. Außerdem enthält es hormonähnliche Pflanzenstoffe (Isoflavone), die dem weiblichen Geschlechtshormon Östradiol ähneln. Aus diesem Grund dürfen auch Babys und Kleinkindern keine Sojaprodukte bekommen.

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Wer sollte noch auf Soja verzichten?

Wenn du unter Gicht leidest, lass lieber die Finger davon, denn Soja enthält Purin. Baut dein Körper das ab, entsteht Harnsäure, die Gichtkranke nicht ausreichend ausscheiden. Die Folge können schmerzhafte Ablagerungen in den Gelenken und ein akuter Gichtanfall sein.

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Stimmt es, dass Soja Krebs vorbeugt?

In mehreren Studien konnte diese Annahme nicht bestätigt werden.

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Stimmt es, dass Soja durch die Wechseljahre hilft?

Nein. In verschiedenen Studien ließen sich Beschwerden in der Menopause nicht signifikant lindern.

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Schadet Soja der Schilddrüse?

Grundsätzlich nicht, aber wenn du an der Autoimmunkrankheit Hashimoto Thyreoiditis leidest, solltest du Soja meiden. Es ist für Hashimoto-Patienten zu schwer verdaulich und eine zusätzliche Belastung für den Darm. Es können zudem Entzündungen in deinem Körper und der Angriff deiner eigenen Immunzellen auf die Schilddrüse verstärkt werden.

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Worauf solltest du beim Soja-Kauf achten?

Gerade der Massenanbau gentechnisch veränderter Sorten mit Einsatz von Pestiziden in Südamerika ist eine Katastrophe für Mensch und Natur. Viele Hersteller von Sojaprodukten für den deutschen Markt achten allerdings auf einen nachhaltigen Anbau. Am besten du setzt auf Bio-Produkte aus EU-Ländern, das spart zusätzlich lange Lieferwege.

Fazit

Soja in Maßen ist definitiv gesund! Das heißt, bis zu 300 Gramm Tofu oder 800 Milliliter Sojamilch kannst du bedenkenlos täglich genießen. Wenn du an Gicht oder einem erhöhten Krebsrisiko leidest, sprich am besten vorher mit deinem Arzt.

Übrigens: 0,3 Prozent der Europäer haben eine Soja-Unverträglichkeit. Wenn du eine Alternative suchst, probiere Lupinen. Die ebenfalls sehr eiweißreiche Hülsenfrucht wird in Deutschland angebaut und punktet damit in der Ökobilanz.

Außerdem sind Lupinen purinarm und du kannst sie auch essen, wenn du an Gicht oder Rheuma leidest.

Veröffentlicht: 27.01.2020 / Autor: Pia In der Smitten