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Wir können gar nicht anders! Warum Chips süchtig machen

Du willst wissen, warum Chips-Tüten immer so schnell leer gefuttert sind? Ein Forscher erklärt dir die Fress-Formel. Und: Im Video lüften wir spannende Chips-Secrets - etwa, warum es Sound-Designer fürs Knabberzeug gibt.
Teaserbild: Wir können gar nicht anders! Warum Chips süchtig machen

Wusstest du das ... über Chips?

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    1,5 Kilo Chips pro Jahr ist jeder Deutsche jährlich. Klingt gar nicht so viel - entspricht aber circa 9 Tüten. Es gibt über 700 Geschmackssorten, wir lieben besonders Paprikachips, zeigen Umfragen.

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    Schon um 1850 aßen Menschen in Amerika Chips aus Körben und Holzfässern. Der Snack gammelte schnell. Erst über 100 Jahre später wurden Chips in Tüten gefüllt, blieben knackig - und eroberten die Welt.

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    Es gibt einen Job, der sich nur um das Geräusch von Chips beim Snacken kümmert: Sound-Designer. Das Knusper-Geräusch beeinflusst, ob wir Chips mögen. Je lauter sie knacken, desto mehr mmmmhhhhh ...

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    Vor allem die Amerikaner dippen Chips gerne in Saucen. Deshalb gibt es geriffelte Chips. Diese sind dicker und in den Rillen sammelt sich die Sauce.

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    Die Chips "The Whole Shabang" gab es erst nur im US-Knast. Viele Insassen waren so verrückt danach, dass sie nach dem Einsitzen nur noch diese Marke wollten. Nach unzähligen Anfragen und Social Media Aufrufen gab das Unternehmen nach und verkauft die Chips im offenen Handel. Der Preis: rund 17 Euro.

Warum uns Chips süchtig machen, erklärt der Pharmakologe Prof. Andreas Hess

  • Machen Chips wirklich süchtig?

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    Von mir selbst und aus Studien weiß ich: ja. Allerdings ist Sucht ein hartes Wort. Verlangen trifft es vielleicht besser.

  • Haben Sie eine Erklärung, warum wir die Hand nicht mehr aus der Chips-Tüte kriegen?

  • 💬

    Es ist unser evolutionäres Erbe. In der Menschheitsgeschichte war Nahrung meist Mangelware. Für unsere Energiebilanz im Körper sind 2 Stoffe essentiell: Kohlenhydrate für schnelle Energie und Fette als Energiespeicher. Die Mischung in Chips gibt unserem Körper genau das, wonach er sich sehnt. Die Folge: Er will immer mehr haben.

  • Wir können uns also gar nicht wehren?

  • 💬

    Nein, der Kreislauf ist fatal - das zeigen Experimente mit Menschen und Ratten. Wir haben die Hirnfunktion beim Naschen angeschaut und entdeckt: Konsumieren wir Chips, springt das Belohnungszentrum an, der Nucleus accumbens. Der startet den Kreislauf, dass wir immer mehr wollen.

  • Spielt der salzige Geschmack auch eine Rolle?

  • 💬

    Salzgeschmack ist für Menschen mit Positivem verbunden. Bei Ratten ist das anders, die mögen Salz weniger. Entscheidender ist aber das Fett-Kohlenhydrate-Verhältnis. Das kommt übrigens nicht nur in Chips vor. Auch Schokolade, Erdnussflips und Müsliriegel machen uns süchtig.

  • Und sie persönlich als Chips-Fan - was ist Ihr Trick, damit nicht gleich die ganze Tüte leer ist?

  • 💬

    Ich fülle die Chips in eine kleine Schüssel und nehme sie mit aufs Sofa. So muss ich zum Auffüllen wieder aufstehen - das bremst zumindest etwas.

Prof. Andreas Hess erforschte die Chips-Sucht mit Menschen und Ratten.

Forscher fanden diese "Nasch-Formel"

35 Prozent Fett, 50 Prozent Kohlenhydrate: Bei diesem Mischungsverhältnis in Chips, Schoko und Co. kann keiner widerstehen - egal, ob Mensch oder Maus.

Forscher fanden mit Kernspin heraus, dass diese Fress-Formel das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Der Griff in die Chips-Tüte überschüttet das Gehirn mit dem Glückshormon Dopamin. Und das fühlt sich einfach gut an.

© Getty Images

 

Noch ein Wissens-Happen zum Abschluss: Für den Kontrollverlust beim Naschen gibt es sogar einen Fachbegriff: hedonische Hyperphagie.

Appetit auf einen Wissenshappen? Teste dich im Knabberzeug-Quiz

Rezept-Tipp: Paprika-Chips kannst du einfach selbst machen

© Getty Images

Diese Zutaten brauchst du

  • 4 bis 6 Kartoffeln (mittelgroß)
  • 2 bis 4 EL Pflanzenöl
  • 1 TL Salz
  • Paprikagewürz nach Belieben
  • Knoblauchpulver nach Belieben

 

So klappt die Zubereitung

  1. Kartoffeln waschen (und bei dicker Schale pellen) und in feine Scheiben schneiden oder hobeln.
  2. Die Scheiben in einer Schale mit den Gewürzen und dem Öl mischen. Achtung! Nicht zu viel Öl verwenden, sonst werden die Chips labberig.
  3. Lege die Kartoffelscheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Backe sie bei 180 Grad Umluft im vorgheizten Ofen für 15 bis 20 Minuten. Die Kartoffeln werden dabei leicht bräunlich.
  4. Abgekühlt servieren - und genießen!
Veröffentlicht: 08.08.2020 / Autor: Alena Brandt