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5G ist schneller als dein Wimpernschlag: Jetzt funkt auch das iPhone 12 damit

5G gibt es bald überall. Doch was kann das neue Super-Netz eigentlich? Wo und auf welchen Geräten kannst du es jetzt schon nutzen? Und ist 5G gefährlich?
Teaserbild: 5G ist schneller als dein Wimpernschlag: Jetzt funkt auch das iPhone 12 damit

Das Wichtigste zum Thema 5G

  • Mit 5G können Daten in Echtzeit übermittelt werden. Willst du das neue Netz nutzen, brauchst du dafür geeignete Geräte: Router oder Smartphone.

  • Viele Android-Smartphones von Samsung, Huawei und Co. sind schon länger 5G-fähig, mit dem neuen iPhone 12 bietet nun auch Apple die 5G-Technik an.

  • In Deutschland wird das 5G-Netz nach und nach ausgebaut - flächendeckend ist es aber noch nicht. In etwa 4 bis 5 Jahren solltest du aber überall mit 5G surfen können.

  • Das Auto "redet" mit der Ampel. Dank 5G können vernetzte Endgeräte ohne menschliche Hilfe untereinander Daten austauschen.

  • G wie gefährlich? Ob Strahlenbelastung oder Spionage - 5G hat mit Vorurteilen zu kämpfen. Mehr dazu weiter unten.

5G vs. 4G

5G  ist 100-mal schneller als 4G. Außerdem können in einer 5G-Funkzelle rund 1.000-mal mehr Geräte bedient werden als bisher.

Der Clou: Die Wartezeit zwischen Daten senden und empfangen, die sogenannte Latenz, minimiert sich. Angeblich auf bis zu unter einer Millisekunde. Zum Vergleich: Ein Lidschlag dauert zwischen 300 und 400 Millisekunden. Daten gibt es in Zukunft also in Echtzeit.

Und wieso ist das so schnell?

5G ist die 5. Generation des Mobilfunk-Standards und der Nachfolger von 4G und LTE (Long Term Evolution). Anders als seine Vorgänger läuft 5G allerdings über breitere Frequenzkanäle. Das ist gut für die Geschwindigkeit beim Datentransport. Denn: Je breiter ein Funkband, desto höher die Datenrate.

Der Nachteil: Die Reichweite ist geringer und man braucht mehr Funkmasten. Schätzungsweise 800.000 sind notwendig, um 98 Prozent der deutschen Haushalte zu versorgen.

5G Netz in Deutschland


Übrigens: Das G in 4G und 5G steht für Generation.
© Getty Images

Das verspricht das 5G-Netz

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    Internet der Dinge: Vor allem die Kommunikation zwischen einzelnen Endgeräten ist das Killer-Feature bei 5G.

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    Das ist vor allem für die Industrie spannend, denn eine Million vernetzte Geräte pro Quadratkilometer lassen sich damit verbinden.

  • 🚜

    Auch die Landwirtschaft profitiert. Der Mähdrescher kann schon auf dem Acker entscheiden, ob aus dem Getreide Brot oder Futterweizen wird.

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    E-Health: Sprechstunde via Video-Call? Überwachung von chronischen Krankheiten? Operationen aus der Ferne? Mit 5G kein Problem.

  • 🚦

    Smart City: Langfristig soll 5G auch beim autonomen Fahren helfen. Staus können sich vermeiden lassen, wenn Autos untereinander und mit den Ampeln Daten austauschen.

  • 📞

    5G ist ein reines Datennetz. Telefonieren funktioniert darüber also nicht. Dafür gibt’s auch in Zukunft 4G.

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    Erste Netze gibt es in Deutschland schon, etwa in Hamburg. 2025 soll Deutschland flächendeckend versorgt sein.

Apple iPhone 12 mit 5G

Bei Android-Smartphones gehört 5G schon längere Zeit zur Ausstattung. Jetzt, mit der neuen iPhone 12-Reihe, zieht Apple nach.

Die neuen iPhones 12, 12 Mini, 12 Pro und 12 Pro Max sollen laut Apple überall auf der Welt, wo es 5G gibt, auch in 5G funken können - egal welche Frequenzbänder genutzt werden.

Je nach Land und Provider werden nämlich andere Frequenzen für 5G herangezogen. Apple zufolge unterstützen die neuen iPhones mehr für 5G genutzte Frequenzbänder als irgend ein anderes Smartphone.

Diese Android-Smartphones können 5G

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    Samsung: Galaxy S20 Ultra 5G, Galaxy S20 (Plus) 5G, Galaxy Z Fold 2 5G, Galaxy Fold 5G, Galaxy Note 10 Plus 5G, Galaxy S10 5G, Galaxy A90 5G.

  • 📱

    Huawei: P40 (Pro), P40 Lite 5G, Mate 30 Pro, Mate Xs, Mate 20X 5G.

  • 📱

    Xiaomi: Mi 10 Pro, Mi Mix 3 5G.

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    LG: V50 ThinQ

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    Oppo: Reno (3 Pro) 5G, Find X2 Pro.

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    OnePlus: OnePlus 8 (Pro).

Das Problem mit der Akku-Laufzeit

Ein Schwachpunkt der 5G-Technik: eine deutlich geringere Akku-Laufzeit. Grund dafür ist der hohe Stromverbrauch des 5G-Modems. Bei Viel-Nutzung könnte es mit manchen 5G-fähigen Smartphones schwierig werden, ohne Ladung durch einen ganzen Tag zu kommen.

Apple versucht hier mit einem "Smart-Data-Modus" entgegen zu steuern. Das heißt: 5G wird nur aktiviert, wenn das iPhone die mögliche Bandbreite auch wirklich braucht - etwa, wenn man einen Film herunterladen will. Unter Idealbedingungen würde das im 5G-Netz nur Sekunden dauern. Danach schaltet das iPhone automatisch auf das Strom sparende LTE zurück.

Wo gibt es 5G in Deutschland?

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    5G läuft bei uns aktuell über Vodafone, Telekom und O2. Wenn du 5G nutzen willst, brauchst du einen 5G-Mobilfunk-Tarif und natürlich ein 5G-fähiges Handy.

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    Außerdem solltest du dich in einem Gebiet mit 5G-Sendemasten befinden.

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    Vodafone-Stationen gibt es in Köln, Düsseldorf, Hamburg, Dortmund und München. Einzelne Sendemasten stehen in Berlin, Bremen, Dresden, Darmstadt, Leipzig, Mühlheim an der Ruhr und Frankfurt am Main. Bis Ende 2020 will Vodafone rund 10 Millionen Menschen mit 5G versorgen.

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    Die Telekom versorgt eigenen Angaben zufolge über 3.000 Städte und Gemeinden in Deutschland mit 5G. Damit können jetzt 40 Millionen Menschen 5G nutzen. Das gilt für Großstädte wie Frankfurt oder München genauso wie für kleinere Gemeinden wie Wallgau in Oberbayern oder Lampertswalde in Sachsen. Fun Fact: Auch auf der Zugspitze funken die Antennen bereits mit 5G.

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    Das Unternehmen Telefónica brachte für O2 Anfang Oktober die ersten 150 5G-Stationen ans Netz. Die Sendemasten stehen in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln und decken aktuell nur einen kleinen Teil der Stadtgebiete ab - der Ausbau soll in den kommenden Monaten aber zügig weitergehen.

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Das Milliardengeschäft 5G

6,55 Milliarden Euro zahlten Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch an die Bundesnetzagentur für die 5G-Frequenzblöcke. Das hat Folgen: Da die Frequenzen so teuer waren, kann es sein, dass dein Anbieter später hohe 5G-Preise für deinen Vertrag verlangt.

Außerdem: Die Provider haben jetzt weniger Geld für den Netzausbau zur Verfügung. Immerhin: Die Erlöse aus der 5G-Versteigerung fließen in den Ausbau des aktuellen LTE- und Glasfasernetzes.

Wie läuft’s im Ausland?

Wie gefährlich ist 5G?

Check #1: Strahlenbelastung

5G funktioniert über elektromagnetische Strahlung. Zu hohe Strahlenwerte können tatsächlich gesundheitsschädlich sein. Doch damit es nicht so weit kommt, gibt es einen gesetzlich festgelegten Grenzwert: den SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate). Er darf nicht höher als 2 Watt pro Kilo sein. Wie hoch der SAR-Wert deines Geräts ist, kannst du online in der Datenbank des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) checken.

 

Check #2: Spionage

5G ist im Vergleich mit bisherigen Funkstandards das sicherste. Aktuelle Netze sind durchgängig bereit für den Datenverkehr - und damit theoretisch angreifbarer. Anders 5G: Es ist nur aktiv, wenn es gebraucht wird. Spionage- oder Sabotage-Vorwürfe, etwa gegen den China-Giganten Huawei, halten sich dennoch hartnäckig. Beweise gibt es bislang nicht.

 

Check #3: Natur-Katastrophen

Hier ist die Befürchtung, dass 5G die Vorhersagen von Naturkatastrophen wie etwa Taifune behindern könnte. Das neue Netz könnte die Wettervorhersage erschweren, da es Frequenzen nutzt, die sich mit denen wissenschaftlicher Messungen überlappen. Das sowieso schon schwache Signal auf diesen Frequenzen würde vom 5G-Netz zusätzlich gestört. Stürme und Gewitter könnten so nur noch Stunden statt Tage im Voraus vorhergesagt werden.

Veröffentlicht: 14.10.2020 / Autor: Alexander Duebbert