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Faszination Horror: Wie funktioniert das Geschäft mit der Angst?

Gruselgeschichten faszinieren uns nicht nur an Halloween. Galileo klärt auf, woher die Faszination für Horror kommt und warum das Geschäft mit der Angst so gut funktioniert. Im Clip: Wie du am besten Halloween überstehst.
Faszination Horror: Wie funktioniert das Geschäft mit der Angst?
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Das Wichtigste zum Thema Horror

  • Der Begriff Horror stammt vom lateinischen Wort "horrere“ was so viel wie „Angst haben“ bedeutet.

  • Gruseln war schon in der Antike im Trend: Die ersten dokumentierten Horror-Geschichten gab es schon um 170 nach Christus.

  • Im 18. Jahrhundert entwickelten sich in England die ersten Schauerromane wie "The Vampyre“ oder "The Legend of Sleepy Hollow“.

  • Der Roman "Frankenstein" von Mary Shelly kam bereits 1910 zum ersten Mal als Stummfilm auf die Leinwand.

  • Die Neuverfilmung von Stephen Kings "Es“ ist der erfolgreichste Horrorfilm aller Zeiten und spielte 2017 rund 700 Millionen Dollar ein.

  • Musik zum Gruseln: Horrorpunk ist eine Musikrichtung, die Punk und Rock mit Horror verbindet und die schaurige Atmosphäre von klassischen Horrorfilmen in die Musik überträgt.

Warum fürchten wir uns so gerne? Ein Interview mit dem Angstexperten Prof. Peter Zwanzger

Angst ist sein Beruf: Prof. Peter Zwanzger ist Leiter des Forschungsbereiches Angst und Angsterkrankungen an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in München. Wir haben den Experten gefragt, warum das Geschäft mit der Angst so erfolgreich ist.


Die Lust nach dem Nervenkitzel macht Horrorgeschichten so interessant für uns. © getty images
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  • Angst ist ein Gefühl, das wir eigentlich vermeiden wollen. Warum sind Gruselfilme, Geisterbahnen und Co. aber trotzdem so erfolgreich?

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    Ich nenne es immer die „Faszination des Schreckens“. Wenn wir einen Horrorfilm schauen oder Geisterbahn fahren, lassen wir uns ganz bewusst darauf ein. Denn wir haben die Situation unter Kontrolle und wissen: Jetzt kommt gleich jemand um die Ecke und erschreckt mich.

  • Nachts allein auf der Straße könnte man sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden.

  • 💬

    Richtig, aber hier wissen wir nicht, ob die Gefahr noch über das bloße Erschrecken hinaus geht. Also die wichtige Frage ist: Ist es eine erwartbare oder nicht erwartbare Angst?

  • Wenn wir uns also auf dem Sofa in Sicherheit wiegen, sehen wir uns gerne auch brutale Szenen an. Woher kommt diese Blutlust?

  • 💬

    Hier kommt die menschliche Neugier ins Spiel, in das „Dunkle hineinzusehen“. Wenn wir vor dem Fernseher sitzen, bildet sich die nötige Distanz, die uns suggeriert: Wir sind ganz weit weg vom Geschehen. Und dann interessiert es uns durchaus, mal zu beobachten, wie jemand von einer Kettensäge zersägt wird.

  • Gibt es unterschiedliche Arten von Angst?

  • 💬

    Wir unterscheiden zwischen Angst und Furcht. Angst ist unspezifisch, wir können oft nicht genau begründen, warum wir uns unbehaglich fühlen. Furcht ist hingegen oft objektbezogen – also beispielsweise die Furcht vor Spinnen. Das lässt sich interessanterweise auch neurobiologisch erkennen. Bei der Furcht sich andere Areale im Gehirn aktiv als bei der Angst.

  • Nicht jeder ist automatisch Fan von Horror-Geschichten. Lässt sich die Angst auch abtrainieren?

  • 💬

    Ja, auch das lässt sich wissenschaftlich beweisen. Je häufiger man sich bedrohlichen Reizen aussetzt, desto mehr gewöhnt man sich daran – und sieht diese nicht mehr als Gefahr an.

Die Angst: Unsere körpereigene Alarmanlage

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    Schweißnasse Hände

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    Zitternde Knie

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    Geweitete Pupillen

  • 💕

    Herzrasen

  • 😨

    Schneller Atem

Haus des Schreckens

Haus des Schreckens

"Haunted Houses" sind in den USA schon lange ein Hype. Nirgendwo geht es heftiger zu als im "ScareHouse" in Pittsburgh. "Galileo" testet den scheinbar schlimmsten Horror-Trip, für den man vorher einen Haftungsausschluss unterschreiben muss.

Coulrophobie: Die Angst vor Clowns?

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    Die Angst vor Clowns wird Coulrophobie genannt. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können davon betroffen sein. Vor allem den Jüngeren kann es Angst machen, nicht erkennen zu können, wer hinter der Maske steckt.

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    Bitte (nicht) lächeln: Normalerweise schenkt ein Lächeln Vertrauen. Durch das aufgemalte Dauergrinsen wirkt die Mimik von Clowns für viele aber eher bedrohlich als freundlich.

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    Auch die Popkultur hat ihre Einflüsse: Clowns sind in vielen Büchern und Filmen, wie im Horror-Klassiker "Es" von Stephen King oder Batmans Gegenspieler "Joker" , blutrünstig und böse.

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    Phänomen Horror-Clown: Mitte der 2010er wurde die Hysterie auf eine neue Spitze getrieben: In den USA und auch in Deutschland lauerten die Grusel-Clowns Menschen auf der Straße auf, um sie zu erschrecken.

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    Die Fast-Food Kette McDonald's zog daraufhin die Reißleine und zog ihr Maskottchen, den Clown Ronald McDonald, vorläufig aus der Öffentlichkeit.

Auf den Spuren der Horror-Clowns

Auf den Spuren der Horror-Clowns

Sie sind überall in den Medien: Die Horror-Clowns. Doch was treibt einen Menschen an, Leute so zu Tode zu erschrecken? Galileo hat einen echten Horror-Clown getroffen und ihm die Maske abgenommen.

Horrorfilme: Fun Facts zum Fürchten

  • Im Horror-Klassiker "Poltergeist" wurden für eine Szene echte Skelette benutzt – weil sie schlichtweg günstiger waren als Fake-Knochen.

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    Der Radiologe aus dem Film "Der Exorzist" war im echten Leben ein verurteilter Mörder.

  • 😵

    Einem Zuschauer war dieser Film zu viel des Guten: Er wurde im Kino ohnmächtig und brach sich dabei den Kiefer. Daraufhin verklagte er die Produktion von "Der Exorzist" auf Schmerzensgeld – und gewann!

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    Alfred Hitchcocks "Psycho" von 1960 ist der erste amerikanische Film, in dem eine Toilettenspülung zu hören ist.

  • 😱

    Der Horrorstreifen "Hostel wurde in einer alten psychiatrischen Klinik in Prag gedreht. Weil die Kulisse so gruselig gewesen sei, ließ der Regisseur Eli Roth klassische Musik zur Beruhigung spielen.

Veröffentlicht: 30.10.2021 / Autorin: Nicole Lemberg