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Hitzewelle und Brände in Südeuropa: Ist der Klimawandel schuld?

In der Türkei und Griechenland toben fortdauernd schlimme Waldbrände. Wie Meterolog:innen die Extrem-Situation einschätzen, ab wann man von einer "Hitzewelle" spricht und wie Waldbrände entstehen.

Das Wichtigste zum Thema Hitzewelle in Südeuropa

  • 48 Grad Celsius - die höchste jemals in Europa gemessene Temperatur - wurde 1977 zeitweise in der griechischen Stadt Elefsina nahe Athen gemessen. Expert:innen vermuten, dass dieser Rekord in den kommenden Tagen geknackt wird.

  • In einigen östlichen Mittelmeer-Regionen wie Griechenland und der Türkei ist es seit Tagen brütend heiß. Tagsüber klettern die Temperaturen auf bis zu 46 Grad. Auch nachts fallen sie nicht unter 30 Grad.

  • Es toben schlimme Waldbrände. Flammen fressen sich durch vertrocknete Wälder, Busch- und Grasland.

  • Binnen 24 Stunden gab es laut der Feuerwehr in Griechenland um die 90 neue Waldbrände. Vor allem die Lage nahe Athen spitzt sich zu. Nördlich der Hauptstadt wurden Menschen mehrerer Ortschaften aufgerufen, die Region zu verlassen. Von einer Kontrolle über die Flammen könne angesichts der starken Winde vorerst keine Rede sein.

  • Auch in der Türkei wurden mehrere Viertel evakuiert. Besonders betroffen sind die süd-und westtürkischen Küstenregionen Antalya, Marmaris, Bodrum und Milas. Außenminister Mevlüt Cavusoglu machte inzwischen etwas Hoffnung: Der Wind werde am Freitag in Antalya nachlassen. Man hoffe, die Brände dort unter Kontrolle zu bringen.

  • Auf Sizilien und Sardinien gab es mehrere Großbrände - und inmitten der durch Rekordhitze verursachten Waldbrände brach der Vulkan Ätna aus. Mittlerweile sind einige der Brandherde unter Kontrolle, doch die Lage bleibt angespannt.

  • Nicht nur die Brände als Folge der Hitze sind gefährlich für die Betroffenen - auch die hohen Temperaturen selbst schwächen vor allem ältere und kranke Menschen. Zudem drohen Gefahren wegen der Luftverschmutzung.

  • Ist die Situation noch normal oder schon extrem - und wie entstehen Waldbrände? All das erfährst du auf dieser Seite.

Waldbrände und Hitzewellen am Mittelmeer: Ist der Klimawandel schuld?

Hitzeperioden und Waldbrände gab es am Mittelmeer schon immer. Vor allem in den Sommer-Monaten herrscht in den trockenen Pinienwäldern akute Brandgefahr. Laut Metereolog:innen werden die Wetter-Extreme aber immer stärker.

Die aktuelle Hitzewelle wird Schätzungen zufolge rund 2 Wochen andauern. Verglichen mit früher sind die Hitzeperioden deutlich länger. Grund dafür ist laut Wissenschaftler:innen der Klimawandel. Durch ihn gerät das Klima aus dem Gleichgewicht: Die hohen Temperaturen und starke Winde begünstigen die Ausbreitung von Waldbrände.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis warnte vor einem "noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben". Die Waldbrände spiegelten "die Realität des Klimawandels" wider.

Diese Herausforderungen kommen laut Studien zum Klimawandel in Zukunft noch auf beliebte Mittelmeer-Regionen zu: Erodierende Küsten und schrumpfende Landmassen, anhaltende Trockenheit, Dürren und die Verwandlung fruchtbarer Landschafen in Wüsten.

Ist dieses Gel ein Wundermittel gegen Brände?

Ist dieses Gel ein Wundermittel gegen Brände?

Waldbrände könnten in Zukunft dank eines speziellen roten Gels verhindert werden. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um ein Hydro-Gel, das die Flammen im Keim erstickt. Doch wie soll das funktionieren?

Twitter-Video: So war die Lage zeitweise in Antalya/Türkei

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Ab wann spricht man von einer "Hitzewelle"?

  • ☀️

    Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mit Sitz in Genf spricht von einer Hitzewelle, wenn die Höchst-Temperatur für mehr als 5 Tage die durchschnittliche Höchst-Temperatur um mindestens 5 Grad übersteigt.

Wie extrem ist die aktuelle Hitzewelle?

  • 🥵

    Die Hitzewelle in Südeuropa dauert laut Expert:innen rund 14 Tage an - und die Temperaturen liegen mit bis zu 46 Grad teils mehr als 10 Grad über den normalen sommerlichen Höchst-Temperaturen des östlichen Mittelmeer-Raums.

Schneller als du rennen kannst: So rasant breitet sich Feuer aus

Schnelligkeit des Feuers

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Feuer ist sehr hoch, schneller als ein rennender Mensch.

Wie entstehen Waldbrände?

Trockenheit, Hitze und Wind - die perfekten Voraussetzungen für einen Waldbrand. Im Mittelmeer-Raum sind in den Sommer-Monaten oftmals alle 3 Faktoren gegeben. Eine unachtsam weggeworfene Zigarette, alte Glasflaschen, die wie ein Brennglas funktionieren, vom Wind verwehte Grill-Flammen - vieles kann zum zündenden Funken werden. Nur selten sind natürliche Faktoren wie ein Blitzeinschlag schuld.

Ist das Feuer einmal entfacht, fallen trockene Wälder den Flammen schnell zum Opfer. Mediterrane Pinienwälder sind besonders prädestiniert. In den Sommer-Monaten regnet es kaum, Pinienholz ist besonders trocken, und die Waldböden sind mit porösen Pinien-Nadeln bedeckt - der perfekte Nährboden für Feuer. Weht dann noch starker Wind, verbreiten sich Waldbrände in rasanter Geschwindigkeit.

Noch ist unklar, was der Ursprung der vielen Feuer ist. Immer wieder ist von Brandstiftung die Rede. Das ist bisher aber nicht bewiesen.

Der Kreislauf eines Waldbrands

Kreislauf Waldbrände
Veröffentlicht: 06.08.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau