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Wallace-Flugfrrosch

Schau, ein fliegender Frosch! Diese Tiere heben auch ohne Flügel ab

Manche schleudern sich von Baum zu Baum, andere gleiten durch die Lüfte und Spinnen schaffen es sogar über Ozeane. Hier die spannendsten Flugakrobaten und ihre Techniken. Im Clip: Dieser Mann bringt Vögeln das Fliegen bei.
Schau, ein fliegender Frosch! Diese Tiere heben auch ohne Flügel ab
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Das Wichtigste zum Thema Fliegende Tiere

  • Vor rund 400 Millionen Jahren waren Insekten die ersten fliegenden Tiere auf unserer Erde. Erst 100 Millionen Jahre später eroberten die Saurier den Luftraum.

  • Berühmtester Vorläufer der Vögel ist der Archäopteryx. Der Urzeitvogel hat sowohl Merkmale eines Reptils als auch Vogel.

  • Aus einem laut Forschenden eher wackeligen Gleitfluges des Archäopteryx entwickelte sich der Vogelflug.

  • Die einzigen fliegenden Säugetiere sind Fledermäuse und Flughunde. Gleitbeutler sind zwar Säugetiere, können jedoch nur gleiten. Manche sogar rund 60 Meter weit.

  • Auf Borneo leben besonders viele Gleitbeutler, Reptilien und Schlangen, die gleiten können. Der Regenwald wächst hier an steilen Hängen. "Fliegend" können die Tiere ihren Lebensraum schnellerer und sicherer erobern.

Grünes Ufo: die Schmuckbaumnatter

Schmuckbaumnattern oder auch Goldschlangen genannt können sich von Baum zu Baum schleudern.


Wie ein gekringeltes Ufo sieht die fliegende Schlange aus
© picture alliance

Ähnlich wie auf festem Untergrund schlängelt sich die Schmuckbaumnatter in den Regenwäldern Süd-und Südostasiens auch durch die Luft.

So kommt die Schlange auf der Jagd oder Flucht schnell von Baum zu Baum und bis zu 20 Meter weit.

Dabei flacht sie ihren Körper ab, indem sie die Rippen spreizt und so eine Tragfläche formt. Damit sorgt die Schmuckbaumnatter für mehr Luftwiderstand.

Außerdem schlängelt die rund einen Meter lange Schlange während des Gleitfluges ihren fingerbreiten Körper in Sekundenschnelle abwechselnd seitwärts und auf und ab.

Der Wissenschaftler John Socha vom Virginia Institute of Technology fand unter anderem heraus, dass die Wellenbewegungen den Flug der Schlange stabilisieren: "An den Schmuckbaumnattern ist das Faszinierende, dass sie zu all diesen interessanten Fortbewegungsarten fähig sind - ganz ohne Gliedmaßen."

Nur die fünf Arten der Schmuckbaumnatter können sich so durch die Luft bewegen.

Der unglaubliche Schlangen-Flug im Video

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Mit fliegendem Teppich unterwegs: Spinnen

Spinne kurz vor dem Abflug beim sogenannten Ballooning


Aus Spinnwarzen schießt diese Spinne Fäden ab, die ein Segel zum Abheben bilden
© picture alliance

Spinnen können Hunderte kilometerweit fliegen, manche überqueren sogar mittels Starkwinden, sogenannten Jetstreams, ganze Ozeane.

Im Englischen nennt sich diese Spinnen-Flugtechnik auch "ballooning". Sie stellt sicher, dass die eigene Art weit verbreitet wird.

Statt wie lange angenommen, nutzen sie dazu nicht ausschließlich Wind, sondern auch elektrostatische Felder.

Wissenschaftler:innen gehen davon aus, dass Spinnen, ähnlich wie manche Insekten, diese Felder mit Sinneshaaren auf dem Körper wahrnehmen können.

Erkennt die Spinne ein elektrisches Feld, streckt sie ihren Hinterleib in die Luft. Nun feuert sie viele Spinnfäden gleichzeitig ab.

Diese Spinnenseide ist rund 200 Nanometer dünn und bildet in der Luft eine Art Segel oder Teppich, der die Spinne abheben lässt.

Süßer Segler: Der Kurzkopfgleitbeutler

Sugar Glieder oder Kurzkopfgleitbeutler


Gut zu erkennen: die Hautfalten mit Fell, die sich aufspannen lassen
© Getty Images

Mit seinen maximal 20 Zentimeter (ohne den ebenso langen Schwanz) ist der Gleitbeutler, im Englischen heißt er Sugar Glider, so winzig, dass er in eine Kinderhand passt.

Setzt der Kleine auf Nahrungs- oder Reviersuche zum Sprung an, streckt er Vorder- und Hinterbeine weit auseinander, damit sich seine Flugmembran vollständig entfalten kann.

So gleitet er in einem sehr schnellen Senkflug um die 60 Meter weit, genau wie sein großer Verwandter: der Colugo. Der buschige Schwanz dient dabei zur Steuerung und einer sicheren Landung.

Im Internet finden sich zahlreiche Haustier-Videos von Sugar Glidern: In Deutschland ist eine Haltung allerdings nur in Gruppen und ausreichend großen Käfigen erlaubt.

Sugar Glider kann mithilfe einer Flugmembran fliegen


Der Kurzkopfgleitbeutler (Petaurus breviceps) im Flug.
© picture alliance

Garantiert kein Bruchpilot: der Wallace-Frosch

Wallace-Flugfrrosch


Der Wallace-Frosch zeigt seine Spannhäute
© Getty Images

Der Wallace-Frosch kann wie alle Ruderfrösche bis zu 20 Meter weit segeln. Das gelingt dieser Froschart, weil sie zwischen Zehen und Fingern mehr Haut besitzt, die sie aufspannen kann.

Die Flughaut bläht sich durch den Luftstrom zu einer Art Fallschirm oder Segel auf, mit der die Baumbewohner in den tropischen Regenwäldern von Ast zu Ast gleiten können.

Übrigens werden die "Fallschirme" auch bei der Balz eingesetzt: Die Frösche winken mit ihren Füßchen, um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen.

Runde Scheiben an den Zehenenden funktionieren wie Saugnäpfe und machen den Wallace-Frosch und seine Artgenossen auch zu sehr guten Kletterern.

Mini-Echse im Anflug: der Flugdrache

Flugdrache


Beim Flug leuchtet die Flughaut, ist sie gefaltet, tarnt sich der Flugdrache in unscheinbarem braun
© picture alliance

Der Draco Volans und seine sechzehn Artgenossen segeln wie die Schmuckbaumnatter in den Regenwäldern Südostasiens durch die Luft:

Der gemeine Flugdrache hat an seinen Flanken zusammengefaltete Hautlappen, die er beim Absprung spreizen kann.

Dies gelingt dem kleinen Reptil durch verlängerte Rippenbögen, je nach Art sind das fünf bis acht, die sich auseinanderklappen lassen.

So kommt der winzige Flugdrache mehrere Meter weit. Bei einer Gesamtlänge von 20 Zentimetern benutzt er zum Steuern seinen 14 Zentimeter langen Schwanz.

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Veröffentlicht: 28.09.2022 / Autorin: Anna Kaltenhauser