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Feinde, Fame und Fake News: So tickt Donald Trump

Donald Trump wurde 2016 zum US-Präsidenten gewählt, auch weil er eben kein Berufspolitiker war wie seine damalige Konkurrentin Hillary Clinton. Seitdem hat der Unternehmer seine Beobachter immer wieder verblüfft und auch attackiert - gern auch über Twitter. Doch warum agiert der 74-Jährige oft so aggressiv?
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Wer ist Donald Trump?

  • Seit 2017 sitzt Donald Trump als US-Präsident im Weißen Haus.

  • Der 74-Jährige ist allerdings kein Berufspolitiker - im Gegensatz zu seinem Gegner im Präsidentschaftswahlkampf, Joe Biden.

  • Trump übernahm in jungen Jahren das Immobiliengeschäft seines Vaters und machte die Marke Trump bekannt - unter anderen mit Hotels.

  • Zum TV-Star wurde er mit seinen Auftritten in der Reality-Show "The Apprentice". Start war 2004. Nach 14 Staffeln ersetzte ihn dort Arnold Schwarzenegger.

  • Seine Gegner attackiert Trump gerne aggressiv per Tweet. Die Corona-Pandemie in den USA leugnete er in der Öffentlichkeit lange. Das Ergebnis: Die USA weisen mit mehr als 230.000 die meisten Corona-Toten weltweit auf (Stand Anfang November).

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Wie Donald Trump in die Politik kam

  • Erst durch die Reality-Show "The Apprentice" gelangte Trump zu einer nationalen Prominenz in den USA. Er wurde auch immer öfter zu Talkshows eingeladen und äußerte sich auch zu politischen Themen.

  • Republikaner und Demokraten: Trump unterstützte zeitweise beide Parteien. Seine politische Position Ende der 80er Jahre galt als liberal: Er unterstützte eine allgemeine Krankenversicherung und sprach sich für Steuererhöhungen und das Recht auf Abtreibung aus.

  • Donald Trump hatte schon früher damit gespielt, sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen zu lassen. Aber erst 2012 wurden seine Pläne konkreter.

  • Trumps Berater erkannten, dass sich die einfachen Arbeiter in den USA von den Demokraten nicht mehr repräsentiert sahen - und Trump mit einer harten Einwanderungspolitik zahlreiche Unterstützer finden würde.

  • Als Präsident positionierte sich Trump teilweise weiter rechts als die Mehrheit der Republikaner. Sein Ziel: Seine Unterstützer am rechten Rand zufriedenzustellen.

Trumps Aussehen

  • 💇‍♂️

    Donald Trump legt großen Wert auf sein Äußeres: Während seiner Zeit bei der Reality-Show "The Apprentice" setzte er in seiner Steuererklärung jährlich 70.000 US-Dollar für Hairstyling an.

  • 🍊

    Nicht nur die Haare sind seltsam orange, sondern auch die Gesichtsfarbe. Make-up-Experten vermuten billigen Selbstbräuner in Verbindung mit einem schlechten Make-up.

  • 💡

    Trumps eigene Erklärung für seine orangefarbene Haut: Energiesparlampen seien schuld. Kurz zuvor hatte seine Regierung die Verkaufsbeschränkungen für die alten Standard-Glühbirnen aufgehoben.

Über Trumps auffällige Haut wurde schon viel spekuliert.

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Trumps Rhetorik

  • Donald Trump tritt als US-Präsident aggressiv auf. Mal macht er sich über behinderte Journalisten lustig, mal äußert er sich verächtlich über gefallene US-Soldaten.

  • Seine Rhetorik ist geprägt von einem Bild: Ich gegen die anderen. Medien, die kritisch über ihn berichten, werden als "Feinde des Volkes" bezeichnet. Politische Gegner versieht er mit beleidigenden Spitznamen.

  • Über 22.000 Mal: So oft hat Trump als US-Präsident gelogen oder irreführende Fakten verbreitet. Die "Washington Post" hat seit seiner Amtseinführung mitgezählt.

  • Während sich Trump gegenüber antidemokratischen Machthabern wie Wladimir Putin oft unterwürfig gibt, agiert er gegenüber westlichen Regierungs-Chefs wie Angela Merkel hart. Die Bundeskanzlerin soll er am Telefon als "dumm" bezeichnet haben.

  • Den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll Trump unter Druck gesetzt haben. Eine bereits zugesagte US-Unterstützung gebe es nur, wenn dieser gegen Trumps Wahlgegner Joe Biden ermitteln würde. Das führte zum Amtsenthebungsverfahren wegen Machtmissbrauch.

  • Während der "Black lives matter"-Demonstrationen stellte sich Trump nicht gegen rassistisches Verhalten der Polizei - er äußerte sich in seiner Amtszeit immer wieder selbst rassistisch. Anti-Rassismus-Kurse in Bundesbehörden ließ er stoppen.

Warum wird er von so vielen gewählt?

  • Ein Teil der US-Wähler fühlte sich nach 8 Jahren unter dem demokratischen US-Präsidenten Barack Obama vernachlässigt: die konservative weiße Arbeiterklasse.

  • Diese brachte Trump hinter sich: Mit seinen Slogans "Make America great again" und "America first" verspricht er ihnen Aufmerksamkeit und Arbeitsplätze.

  • Ebenso positioniert er sich klar gegen Einwanderung. Mit dem symbolträchtigen Versprechen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen - für die Mexiko zahlen werde.

  • Zudem spricht er alle an, die sich von den Warnungen vor Klimawandel und von Feminismus-Diskussionen in ihrer eigenen Freiheit begrenzt fühlten.

  • Und schließlich glauben ihm viele sein Image als "erfolgreicher Geschäftsmanns". Diese Wähler hoffen, Trump würde die USA wie ein Unternehmen führen und ihnen damit Wohlstand sichern.

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Veröffentlicht: 03.11.2020 / Autor: Johannes Huyer