OneWeb_Konstellation

Highspeed-Internet per Satellit: Elon Musks "Starlink"-Netz kannst du schon bestellen

Dank Satelliten soll es überall Highspeed-Internet geben, selbst am Südpol. Das größte Netz plant Elon Musk mit seinem Projekt "Starlink". Das gibt's jetzt sogar in Deutschland. Im Clip: Spannende Geheimnisse zwischen Daten, Bytes und Bits.
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Das Wichtigste zum Thema Internet-Satelliten

  • Satelliten funken Internet zukünftig an alle Punkte auf der Erdoberfläche. Das bedeutet, dass auch Menschen in weit abseits gelegenen Orten Highspeed-Internet bekommen, selbst am Nord- und Südpol.

  • Um den ganzen Erdball abzudecken, braucht es riesige Satelliten-Schwärme. Sie fliegen wie Perlen-Schnüre aufgereiht hintereinander von Pol zu Pol um die Erde.

  • Das größte Netz baut Elon Musk. Für sein galaktisches Projekt hat er bereits 882 Satelliten ins All geschickt - geplant sind 12.000 Satelliten. Und: Schon jetzt hat er Genehmigungen für mehr als 30.000 weitere Satelliten beantragt.

  • Seit Ende Oktober bietet das Netz im Norden der USA Internet an, jetzt ist auch endlich Deutschland an der Reihe: Die Bundesnetzagentur hat der Starlink Germany GmbH im Dezember 2020 Frequenzen für Erdfunkstellen und für ein Satelliten-Funknetz zugeteilt.

  • SpaceX nimmt ab sofort Vorbestellungen für Starlink an - auch Interessenten aus Deutschland können prüfen, ob ihr Wohnort von Starlink-Satelliten abgedeckt ist und sich für das Projekt anmelden. Die Zugänge sind allerdings begrenzt und werden nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip vergeben.

  • Brauchen wir das? Schwer zu sagen. Experten gehen davon aus, dass sich allein der mobile Datenvolumen in den kommenden 2 Jahren fast verdoppeln wird. Abnehmer dürfte es also geben.

Spinnennetz im All

Um jeden Ort auf der Erdoberfläche zu erreichen, bilden die Internet-Satelliten ein erdumspannendes Netz im Weltraum.

Das Besser-als-gar-kein-Internet

Obwohl noch nicht alle geplanten Satelliten im All sind, bezeichnete Elon Musk die Test-Phase für seinen Internet-Dienst als "Better Than Nothing Beta"-Service - also ein "Besser-als-gar-nichts-Beta-Dienst".

Die 800 bisher gestarteten Satelliten erreichen bisher laut Elon Musk bis zu 160 MBit/s, also etwa so viel wie eine gut funktionierende Internetleitung. Die Latenzzeiten sollen bei maximal 31 Millisekunden liegen.

Bei jedem Start transportiert das Unternehmen mit seinen Raketen gleich 60 Satelliten auf einmal in den Orbit. SpaceX plant daher, in einigen Monaten - wenn Musk noch mehr seiner Satelliten in den Orbit geschossen hat - in den Gigabit-Bereich zu kommen. Ende 2021 soll der Dienst Schritt für Schritt global verfügbar sein.

So funktioniert die Datenübertragung durchs All

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    Das Smartphone allein reicht nicht aus, um das Signal aus dem All zu empfangen. Dazu braucht es einen etwa Pizza-Schachtel großen Terminal mit Antenne.

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    Für die erforderliche Hardware verlangt SpaceX einmalig rund 415 Euro. Hinzu kommen einmalige Versand- und Einrichtungsgebühren in Höhe von 50 Euro. Für die Nutzung des Dienstes werden monatlich etwa 80 Euro berechnet.

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    Der Terminal verständigt sich per Funk mit den Satelliten im All. Diese kommunizieren untereinander per Laser. Dadurch ist die Datenübertragung besonders schnell.

Das steckt im Starlink-Paket

Bislang konnten nur eine Handvoll Beta-Tester Starlink ausprobieren, jetzt können sich Interessierte auf der Webseite von Starlink registrieren. Zunächst wird nur eine begrenzte Anzahl an Nutzern pro Region zugelassen. SpaceX teilt den glücklichen Auserwählten dann mit, wann die Ausrüstung verschickt wird.

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Die Visionen von Elon Musk

Der Chef von Tesla und SpaceX ist bekannt dafür, Dinge zu schnell anzugehen und übers Ziel hinauszuschießen. Er hat immer wieder neue Ideen. Wir erklären, welche Visionen er für unsere Zukunft hat. Mehr zu Elon Musk erfährst du hier.

Internet-Satelliten: Das können sie und welche bekannte Unternehmen mitmischen

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    Weil die Satelliten untereinander per Laser vernetzt sind und das Internet-Signal weitergeben, können sie es sogar mit Highspeed-Glasfaser-Leitungen aufnehmen, hat ein Wissenschaftler errechnet.

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    Um die gesamte Erdoberfläche abzudecken, müssen zahlreiche "Perlenketten" um den Erdball kreisen. Da sie alle über die Pole fliegen, laufen sie Gefahr sich in die Quere zu kommen, daher fliegen sie in mehreren Ebenen übereinander.

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    Neben OneWeb und Starlink habe noch eine Reihe weiterer Firmen Internet-Satelliten-Netze angekündigt. Darunter Samsung mit 3.000 und Amazon mit 4.600 Satelliten.

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    So riesige Konstellationen sind nur aufgrund einer Revolution im Satellitenbau möglich. Früher bauten Ingenieure busgroße Kommunikationssatelliten in jahrelanger Handarbeit. OneWeb dagegen fertigt seine nur 150 Kilogramm schweren Satelliten quasi am Fließband an einem Tag. Sie kosten nur eine Millionen Euro pro Stück - statt Hunderte Millionen.

Der Zug der Satelliten

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Achtung Weltraumschrott

  • Derzeit gibt es etwa 2.000 Satelliten im All. Wenn alle geplanten Netze fertig sind, könnte es schon bald deutlich mehr als 10.000 sein.

  • Experten befürchten, dass ein Teil der Satelliten ausfallen und auf lange Zeit unkontrolliert durch den Orbit eiern könnte. Dann würden sie das Leben von Astronauten in Raumschiffen und der ISS gefährden.

  • Elon Musk versichert, dass sich die meisten Satelliten von ganz allein entsorgen, falls ihr Antrieb den Geist aufgibt. Sie flögen so niedrig, dass sie innerhalb von 5 Jahren in die Atmosphäre eintauchen. Sie würden sogar extra so konstruiert, dass sie dabei restlos verglühen.

  • Der Raum-Verkehr nimmt zu: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA musste 2019 bereits einen ihrer Satelliten umlenken, weil eine Kollision mit "Starlink 44" drohte. SpaceX hatte auf die Emails der ESA nicht reagiert.

Die Internet-Satelliten von OneWeb (hier im Bild) und SpaceX verfügen über einen Antrieb. Damit korrigieren sie ihren Antrieb und am Ende der Betriebsdauer steuert er den Satelliten in die Atmosphäre, um ihn dort verglühen zu lassen.

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Veröffentlicht: 10.02.2021 / Autor: Peter Schneider