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Highspeed-Internet per Satellit: Was es kann - und wer es plant

Bald soll es überall Highspeed-Internet geben, selbst am Südpol. Möglich machen das unzählige Satelliten. Das größte Netz plant Elon Musk, sein Projekt trägt den Namen Starlink. Was genau dahinter steckt und was die Kritiker sagen.
Zukünftig wird die Erde von dichten Netzen von Internetsatelliten umgeben.

Das Wichtigste zum Thema Internet-Satelliten

  • Satelliten funken Internet zukünftig an alle Punkte auf der Erdoberfläche. Das bedeutet, dass auch Menschen in weit abseits gelegenen Orten Highspeed-Internet bekommen, selbst am Nord- und Südpol.

  • Um den ganzen Erdball abzudecken, braucht es riesige Satelliten-Schwärme. Sie fliegen wie Perlen-Schnüre aufgereiht hintereinander von Pol zu Pol um die Erde.

  • Das größte Netz baut Elon Musk. Seine Starlink-Konstellation soll einmal 12.000 Satelliten umfassen. Und: Schon jetzt hat er Genehmigungen für mehr als 30.000 weitere Satelliten beantragt.

  • Derzeit umkreisen mehr als 800 Starlink-Satelliten in etwa 550 Kilometer Höhe die Erde. Seit Ende Oktober bietet das Netz im Norden der USA Internet an.

  • Brauchen wir das? Schwer zu sagen. Experten sagen aber voraus, dass sich allein der mobile Datenvolumen in den kommenden 2 Jahren fast verdoppeln wird. Abnehmer dürfte es also geben.

Spinnennetz im All

Um jeden Ort auf der Erdoberfläche zu erreichen, bilden die Internet-Satelliten ein erdumspannendes Netz im Weltraum.

Das Besser-als-gar-kein-Internet

Obwohl noch nicht alle geplanten Satelliten im All sind, ist das vorläufige Netz als "Better Than Nothing Beta"-Service online gegangen - also ein "Besser-als-gar-nichts-Beta-Dienst".

Die 800 bisher gestarteten Satelliten erreichen bisher laut Elon Musk bis zu 160 MBit/s, also etwa so viel wie eine gut funktionierende Internetleitung.

Das Smartphone reicht aber nicht aus, um das Signal aus dem All zu empfangen. Dazu braucht es einen etwa Pizza-Schachtel großen Terminal mit Antenne. Das Gerät kostet knapp 430 Euro, der Dienst selbst etwa 85 Euro im Monat.

Bei jedem Start transportiert das Unternehmen mit seinen Raketen gleich 60 Satelliten auf einmal in den Orbit. SpaceX plant daher schon 2021 seinen Dienst global anzubieten.

60 Satelliten auf einen Streich

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Internet-Satelliten: Das können sie und welche bekannte Unternehmen mitmischen

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    Weil die Satelliten untereinander per Laser vernetzt sind und das Internet-Signal weitergeben, können sie es sogar mit Highspeed-Glasfaser-Leitungen aufnehmen, hat ein Wissenschaftler errechnet.

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    Um die gesamte Erdoberfläche abzudecken, müssen zahlreiche "Perlenketten" um den Erdball kreisen. Da sie alle über die Pole fliegen, laufen sie Gefahr sich in die Quere zu kommen, daher fliegen sie in mehreren Ebenen übereinander.

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    Neben OneWeb und Starlink habe noch eine Reihe weiterer Firmen Internet-Satelliten-Netze angekündigt. Darunter Samsung mit 3.000 und Amazon mit 4.600 Satelliten.

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    So riesige Konstellationen sind nur aufgrund einer Revolution im Satellitenbau möglich. Früher bauten Ingenieure busgroße Kommunikationssatelliten in jahrelanger Handarbeit. OneWeb dagegen fertigt seine nur 150 Kilogramm schweren Satelliten quasi am Fließband an einem Tag. Sie kosten nur eine Millionen Euro pro Stück - statt Hunderte Millionen.

Der Zug der Satelliten

Achtung Weltraumschrott

  • Derzeit gibt es etwa 2.000 Satelliten im All. Wenn alle geplanten Netze fertig sind, könnte es schon bald deutlich mehr als 10.000 sein.

  • Experten befürchten, dass ein Teil der Satelliten ausfallen und auf lange Zeit unkontrolliert durch den Orbit eiern könnte. Dann würden sie das Leben von Astronauten in Raumschiffen und der ISS gefährden.

  • Elon Musk versichert, dass sich die meisten Satelliten von ganz allein entsorgen, falls ihr Antrieb den Geist aufgibt. Sie flögen so niedrig, dass sie innerhalb von 5 Jahren in die Atmosphäre eintauchen. Sie würden sogar extra so konstruiert, dass sie dabei restlos verglühen.

  • Der Raum-Verkehr nimmt zu: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA musste 2019 bereits einen ihrer Satelliten umlenken, weil eine Kollision mit "Starlink 44" drohte. SpaceX hatte auf die Emails der ESA nicht reagiert.

Die Internet-Satelliten von OneWeb (hier im Bild) und SpaceX verfügen über einen Antrieb. Damit korrigieren sie ihren Antrieb und am Ende der Betriebsdauer steuert er den Satelliten in die Atmosphäre, um ihn dort verglühen zu lassen.

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Veröffentlicht: 01.11.2020 / Autor: Peter Schneider