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Wiese mit Menschen von oben

Corona: Warum das Virus keine Sonne mag

Beeinflusst das Wetter die Corona-Zahlen? Ja, sagen einige Wissenschaftler. Wenn sie Recht haben, könnte der Frühling die Kurve weiter abflachen. Wie Wetter-Phänomene mit der Ausbreitung von Viren zusammenhängen, erfährst du hier. Im Clip: So wirken Viren im Körper.
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Das Wichtigste zum Thema Wetter und Corona

  • Der Frühling steht bevor - und mit ihm mehr Sonnenstunden und wärmere Temperaturen. Zwar bleiben die Mutationen ein unberechenbarer Faktor. Aber einige Wissenschaftler sind dennoch optimistisch, dass die Zahlen um diese Jahreszeit sinken.

  • Seit Jahrzehnten wird der Zusammenhang zwischen Viren und dem Wetter weltweit erforscht. Viele Viren verbreiten sich vor allem in den kalten Wintermonaten. Erkältungs- oder Grippeviren etwa sind vor allem saisonal anzutreffen.

  • Corona scheint hier keine Ausnahme zu sein. Im vergangenen Sommer etwa sanken die Zahlen deutlich, im Herbst stiegen sie wieder stark an. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Studien zur Wetterfühligkeit des Corona-Virus.

  • Wie es sich bei verschiedenen Wetter-Verhältnissen verhält und warum wir im Sommer seltener krank sind, erfährst du auf dieser Seite.

Corona mag kein Sonnenlicht

Während wir uns genussvoll in den ersten warmen Sonnenstrahlen räkeln, beginnt für das Virus ein Überlebenskampf. Denn UV-Strahlung schädigt das Erbgut des Virus. Ian Lipkin, Direktor der "Columbia University's Center for Infection and Immunity", erklärt: "UV-Licht baut Nukleinsäure ab. Es sorgt fast dafür, dass Oberflächen sterilisiert werden." Nukleinsäuren sind sogenannte Biomoleküle. Sie tragen die genetische Information (DNA).

Die "Viruszerfallzeit": Je sonniger, desto schneller zerfällt das Virus

Bei dichten Wolken und kalten Temperaturen überlebt das Virus mehr als 6 Stunden auf Oberflächen. Ist es aber bei klarem Himmel starker UV-Strahlung und höheren Temperaturen (15 bis 20 Grad) ausgesetzt, zerfällt es bereits in 2 bis 3 Stunden. Bei sommerlichen Temperaturen stirbt das Virus sogar innerhalb von nur einer Stunde ab.

Dank UV-Licht: die "keimfreie" Rolltreppe

2 Frauen aus Köln haben eine smarte Lösung im Kampf gegen Bakterien und Viren gefunden: eine Rolltreppe, die Keime killt! Wie die Erfindung der beiden funktioniert, siehst du im Video.

Corona und die warme Jahreszeit - das sagen die Experten

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    Charité-Virologe Christian Drosten sagte vergangenes Jahr: "Die Wärme im Sommer, UV-Strahlen und die Tatsache, dass Leute vermehrt draußen sind und sich weniger aneinander infizieren können" seien helfende Effekte.

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    Auch Virologe Alexander Kekulé sagte: "Wenn es warm ist, werden diese Corona-Viren normalerweise schwächer, und die Krankheiten schwächen sich ab - das könnte eigentlich unser bester Verbündeter sein."

Kriegen wir im Frühling die Kurve?

Der Direktor des "Defence and Security Research Institute" der Uni Nikosia auf Zypern glaubt ebenfalls an die Kraft der warmen Jahreszeit im Kampf gegen das Virus. Er twittert:

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Zu trocken darf die Luft aber auch nicht sein

Dr. Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphären-Forschung (Tropos) in Leipzig erklärt: "Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet." Sprich: Erst eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent könne die Ausbreitung der Viren und deren Aufnahme über die Nasenschleimhaut reduzieren.

Übrigens: An windstillen Tagen fallen die Tröpfchen im Atem meist innerhalb von 5 Sekunden unter die unbedenkliche Gürtellinie. Je nach Windstärke- und -richtung kann es aber passieren, dass der Wind die Tröpfchen über weitere Distanzen trägt. Der Abstand von 1,5 Metern ist dann weitaus unsicherer als an ruhigen Tagen.

Warum sind wir im Sommer seltener krank?

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    Zwar sind Viren (wie Erkältungs-, Grippe- und auch Coronaviren) im Sommer nicht ganz weg, sie verbreiten sich aber deutlich langsamer.

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    Das liegt nicht nur an den höheren Temperaturen, sondern auch an unserem Lebensstil. Gutes Wetter treibt uns raus an die frische Luft, wo die Ansteckungsrate deutlich abnimmt.

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    Im Winter hingegen verbringen wir die meiste Zeit drinnen. In geschlossenen Räumen ist die Virus-Konzentration höher - mit ihr steigt auch die Verbreitung.

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    Außerdem kühlen unsere Schleimhäute durch den Wechsel aus warmer Heizungsluft und raue Temperaturen aus und machen uns so angreifbarer für eindringende Viren.

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    In den aktiven Sommermonaten hingegen ist unser Immunsystem meist stärker als der kalten Jahreszeit. Deshalb haben Viren schlechtere Chancen, den Körper anzugreifen.

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Veröffentlicht: 23.02.2021 / Autor: Carina Neumann-Mahlkau