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Wie lassen sie sich von einer Impfung überzeugen? Galileo startete das große Impfexperiment mit 100 Probanden. Wie viele wurden überzeugt - und was war ausschlaggebend?

Galileo-Impfexperiment: Was überzeugt Impfgegner:innen, sich impfen zu lassen?

Rund 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind inzwischen vollständig gegen Covid-19 geimpft. Aber nach wie vor gibt es Impf-Gegner:innen. Im großen Galileo-Impfexperiment wollten wir 100 von Ihnen überzeugen. Das Ergebnis und alle Infos zum Experiment findest du hier.
Galileo-Impfexperiment: Was überzeugt Impfgegner:innen, sich impfen zu lassen?
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Das Wichtigste zum Galileo-Impfexperiment

  • Am Mittwoch, 27.10. zeigte Galileo das große Impfexperiment. Das Ziel: die Bedenken von Impfgegner:innen zu hören und diese aufzulösen, damit auch Zweifelnde sich doch gegen Covid-19 impfen lassen.

  • Das Ergebnis: 7 Impf-Gegner:innen hat das Impfexperiment überzeugt - und ließen sich letztendlich impfen.

  • Mithilfe eines Aufrufs einer großen Komparsen-Agentur haben wir 100 Impf-Unwillige gefunden. Das Thema war für alle Teilnehmenden von Anfang an klar: Im Experiment geht's ums Impfen. Als Anreiz gab's eine Aufwandsentschädigung in Höhe des Mindestlohns.

  • 4 Experten begleiteten das Impfexperiment, das sich in wiederum 4 Teile aufteilte: Zuerst versuchten die Experten Überzeugungsarbeit mit Fakten. Dann erzählten an Covid erkrankte Personen ihre Leidensgeschichte. Bevor es abschließend Geldanreize gab, testeten die Experten außerdem Gruppenzwang mithilfe von Schauspieler:innen.

  • Alle Teilnehmenden, Experten und die Galileo-Crew wurden vorab negativ auf Corona getestet. In der Halle herrschte Maskenpflicht und auch an die AHA-Regeln wurde erinnert.

  • Wie groß deine eigene Impfbereitschaft ist, kannst du weiter unten bei einem Selbsttest herausfinden.

Das war das Galileo-Impfexperiment

Das war das Galileo-Impfexperiment

Galileo startet das große Impfexperiment. Können wir Menschen, die sich noch nicht geimpft haben, mit Fakten überzeugen? Wie viele lassen sich doch impfen?

Der Podcast zum Experiment

Die Experten des Galileo-Impfexperiments

Ramin Banafsche
Dr. Ramin Banafsche, Venenspezialist
Alexandre Descieux
Alexandre Descieux, Impfarzt im Impfzentrum Ebersberg
Alexander Hoeppel
Dr. Alexander Hoeppel, Verhandlungstrainer
Mattis Geiger
Mattis Geiger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich psychologische Diagnostik
Ramin Banafsche
Alexandre Descieux
Alexander Hoeppel
Mattis Geiger

Häufigen Argumente von Impfgegner:innen

Häufigen Argumente von Impfgegner:innen

Wir haben einige Ungeimpften aus unserem Impfexperiment nach Ihren Gründen gefragt, warum Sie sich nicht impfen lassen wollen. Das waren Ihre Antworten.

Mit Fakten Impf-Unwillige überzeugen: Die stärksten Argumente

Nachfolgend findest du 5 Fakten mit denen du die typischen Argumente von Impf-Gegner:innen aushebeln kannst.

Fakt 1: Die Angst vor Nebenwirkungen ist unbegründet

Obwohl es statistisch gesehen keine Auffälligkeiten gibt, haben viele Impf-Zweifelnde Bedenken wegen möglicher schlimmer Nebenwirkungen, die mit einer Impfung einhergehen können. Vor allem herrscht eine Angst vor einer erhöhten Unfruchtbarkeit, der Entwicklung von Allergien oder Thrombosen.

Tatsächlich gibt es keine Hinweise, dass eine Impfung gegen Covid-19 die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder die Bildung von Allergien begünstigen würde. Auch bestätigt sich nicht zweifelsfrei, dass sich durch die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson Thrombosen häufen würden.

Klar ist: 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Auch Geimpfte können sich mit Covid-19 infizieren. Sie erleiden aber sehr viel seltener einen schweren Krankheitsverlauf - oder sterben an den Folgen der Infektion.

Die Rechnung zwischen Risiko und Nutzen fällt eindeutig zugunsten einer Impfung aus: Während das Risiko schwerer Nebenwirkungen bei einer Impfung gegen Covid-19 bei 0,02 Prozent liegt, ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs für Ungeimpfte 700-mal höher (14 Prozent).

Risiko-Vergleich Impfung vs. Covid-19

© Galileo

Der Effekt von Impfungen zeigt sich zudem deutlich durch eine Modellierung des RKI: Hätte es die Impfungen seit Jahresbeginn nicht gegeben, wären schätzungsweise Hunderttausende Menschen mehr (schwer) erkrankt und Zehntausende mehr gestorben.

Grafik Pandemieverlauf mit und ohne Impfungen

© Galileo

Fakt 2: Corona ist viel gefährlicher als eine Grippe

Das Corona-Virus mitsamt seinen Mutationen ist deutlich ansteckender als die saisonale Grippe und Schätzungen zufolge 10-mal tödlicher. Außerdem ist die Gefahr durch Long Covid noch nicht abschließend erforscht.

Im Gegensatz zur Grippe bewertet das RKI die Gefährdung durch Covid-19 für Ungeimpfte aber nach wie vor als "hoch"

Bei einer Infektion mit der saisonalen Grippe oder mit Covid-19 können ähnliche Symptome wie Fieber oder Husten auftreten. Auch sind die Viren etwa insofern vergleichbar, als dass sie sich regelmäßig verändern (mutieren).

"Ich konnte einfach nicht mehr": Amelie erzählt von ihrer Corona-Erkrankung

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Fakt 3: Impfstoffe sind sicher - auch ohne Langzeitdaten

Trotz der Dringlichkeit haben die Corona-Impfstoffe die gleichen Prozesse mit den gleichen Anforderungen durchlaufen wie andere Impfstoffe in der Europäischen Union (EU): Zehntausende Proband:innen nahmen an klinischen Tests in mehreren Phasen teil, bevor die Impfstoffe zugelassen wurden.

Inzwischen sind mehrere Hundert Millionen Menschen weltweit mit diesen Impfstoffen geimpft, sodass mehr und mehr Daten deren Wirksamkeit bestätigen.

Auf den ersten Blick erscheint die Entwicklung von Corona-Impfstoffen binnen eines Jahres sehr schnell. Tatsächlich liegt etwa hinter der mRNA-Basis der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna bereits eine mehr als 10-jährige Forschungsgeschichte.

Fakt 4: Die Pharma-Industrie wird mit Impfstoffen nicht reich

Das große Geld machen Pharma-Unternehmen mit den Impfstoffen nicht. Laut dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entfielen etwa knapp 2 Milliarden Euro der insgesamt 248,9 Milliarden Euro an Ausgaben im Jahr 2020 auf Schutzimpfungen.

Im Gegensatz zu diesem Bruchteil sind beispielsweise Medikamente wesentlich lukrativer. Ein Grund: Eine Impfung gibt's meist nur einmal, Medikamente sind hingegen teils lebenslang notwendig.

Die Forschung zu Impfstoffen finanziert sich meist mit öffentlichen und auch privaten Geldern. Für den anschließenden Verkauf will die Pharma-Industrie ebenso angemessen bezahlt werden. Eine Rolle spielt dabei auch der Patentschutz.

Grafik Ausgaben der GKV im Jahr 2020

© Galileo

Fakt 5: Noch sind nicht genügend Menschen geimpft

Zwar sind bereits 66,3 Prozent  der Bevölkerung (Stand: 25.10.) in Deutschland vollständig geimpft (die Dunkelziffer dürfte größer sein). Trotzdem reicht die Impfquote nicht aus, um eine weitere Durchseuchung vor allem in der Gruppe der Ungeimpften zu verhindern.

In Bayern zum Beispiel war die 7-Tage-Inzidenz unter Ungeimpften zuletzt fast 10-mal höher als unter den Geimpften.

Schon im Mai warnte Virologe Christian Drosten: Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit Covid-19 infizieren - und sich dem höheren Risiko aussetzen.

Teste deine Impfbereitschaft

Du willst wissen wie hoch deine Impfbereitschaft im Vergleich zu anderen in Deutschland ist?

💉 Das kannst du mit einem Test überprüfen und bekommst am Ende ein automatisches Feedback dazu. An diesem Test haben übrigens auch alle Teilnehmer:innen des großen Galileo-Impfexperiments teilgenommen.

Auch wenn du selbst bereits geimpft bist, lohnt sich die Teilnahme, um zu sehen, wie hoch deine wirkliche Bereitschaft ist, dich zu immunisieren.

📝 Hier geht's zum Test.

So wirkt die Corona-Schutzimpfung

  • 🤚

    Die zugelassenen Impfstoffe schützen in erster Linie vor einem schweren Krankheitsverlauf. Trotz Impfschutz kann es zu einer Infektion kommen, die Symptome sind dann aber leicht oder bleiben ganz aus.

  • 📈

    Die zugelassenen mRNA-Impfstoffe von BioNtech/Pfizer und Moderna haben nach derzeitigem Kenntnisstand eine Wirkung von 95 Prozent.

  • 💉

    Der vektor-basierte Impfstoff AstraZeneca verhindert bis zu 80 Prozent eine Corona-Erkrankung.

  • Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, für Geimpfte um 80 Prozent niedriger ist. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass 20 Prozent automatisch erkranken.

  • 🚑

    Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentigen Schutz. Zum Vergleich: Auch ein Airbag bietet nicht 100 Prozent Schutz - aber ohne potenziert sich die Gefahr um ein Vielfaches.

Corona in Zahlen: So ist die Lage

  • 💉

    Impfquote: 66,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft (Stand: 27.10.), 69,2 Prozent der Menschen in Deutschland haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Nach einer aktuellen Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Quote womöglich noch höher: Bei den Erwachsenen sind demnach bereits 80 Prozent vollständig und 84 Prozent einmal geimpft.

  • 💉

    Derzeit sind in Deutschland 4 Corona-Impfstoffe zugelassen: Comirnaty (BioNtech/Pfizer), Spikevax (Moderna), Vaxzervia (AstraZeneca) und Janssen (Johnson & Johnson). Alle schützen effektiv gegen einen schweren Verlauf von Covid-19.

  • 💉

    Für die Teilnahme am öffentlichen Leben müssen Menschen inzwischen in der Regel geimpft oder genesen (2G) oder zumindest getestet (3G) sein. Die "Darf ich das"-App zeigt dir, wo welche Regelungen gelten.

  • 💉

    Wer noch nicht geimpft ist, kann dies nach wie vor kostenlos nachholen. Diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, haben weiterhin Anspruch auf Gratis-Tests. Online siehst du, wo du dich impfen oder testen lassen kannst.

  • 💉

    Die 7-Tages-Inzidenz liegt in Deutschland laut RKI bei 118, die Hospitalisierungsrate bei 3,07 (Stand: 27.10.).

  • 💉

    Angesichts der Impfquote hält Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) es für möglich, die epidemische Notlage nach Ende November nicht mehr zu verlängern. Trotz des möglichen Endes dieses Ausnahmezustandes heißt es dann aber wahrscheinlich trotzdem weiter: Mund-Nasen-Schutz tragen und 3G beziehungsweise 2G beachten.

  • 💉

    In einigen anderen Ländern wie Großbritannien sind - trotz steigender Fallzahlen - bereits alle Corona-Maßnahmen gefallen. Lettland hingegen geht aufgrund stark gestiegener Fallzahlen beispielsweise erneut in einen 4-wöchigen Lockdown.

Veröffentlicht: 27.10.2021 / Autor: Galileo