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Mann trinkt Softdrink aus der Dose

Warum schmecken Softgetränke aus Dosen anders als aus Flaschen?

Einbildung oder Fakt: Schmecken Cola, Limo und Co. je nach Verpackung wirklich anders? Und warum schmecken Softdrinks in jedem Land unterschiedlich? Wir gehen der Sache auf den Grund. Und klären, wie ungesund Limo tatsächlich ist.
Warum schmecken Softgetränke aus Dosen anders als aus Flaschen?
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Das Wichtigste zum Thema Softgetränke

  • Viele schwören darauf: Cola schmeckt am besten aus der Glasflasche. Warum aber schmecken Softgetränke aus unterschiedlichen Verpackungen so anders? Das hat mehrere Gründe.

  • Zum einen fühlt es sich anders an, aus einer Glasflasche, einer Dose oder einer Plastikflasche zu trinken. Und auch wo und bei welcher Gelegenheit wir etwas trinken, spielt eine Rolle, erklärt Professor Andrea Bauer von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Mehr dazu im Experteninterview weiter unten.

  • Die Verpackung eines Produkts beeinflusst, wie lange und wie gut es gelagert werden kann. Wenn Softdrinks in Plastikflaschen lange gelagert werden, kann Kohlenstoffdioxid entweichen. Sie schmecken dann nicht mehr so sprudelig.

  • Flüssigkeiten und Verpackungsmaterial reagieren miteinander.

  • Glas ist inert. Das bedeutet, dass es nicht gut mit anderen Stoffen reagiert. Eine Glasflasche gibt also keinen Geschmack an einen Softdrink ab und nimmt dem Drink auch keine Aromen.

  • Softdrinks heißen so, weil sie keinen Alkohol enthalten, also keine „hard drinks“ sind. Das heißt nicht, dass sie ungefährlich sind - vor allem wegen des Zuckergehalts.

  • Zucker ist einer der Gründe, warum Softdrinks in verschiedenen Ländern unterschiedlich schmecken.

Warum schmeckt Cola je nach Verpackung anders? Andrea Bauer, Professorin für Sensorik und Produktentwicklung weiß es

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    Die Verpackung eines Produkts hat einen Einfluss darauf, wie gut und wie lange es gelagert werden kann. Mit Sicherheit macht es einen Unterschied, ob ein Getränk in einer Plastikflasche, einer Dose oder einer Glasflasche gelagert wird.

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    Das Verpackungsmaterial von Lebensmitteln unterscheidet sich auch in seiner Barrierefunktion. Ob also zum Beispiel nach und nach Sauerstoff oder Gerüche von außen durchkommen oder nicht.

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    Verpackung kann auch von innen nach außen durchlässig sein. Dann tritt zum Beispiel während der Lagerung nach und nach Schutzgas, wie es beim Verpacken etwa von Fleischprodukten und geschnittenem Salat im SB-Regal verwendet wird, aus. Die Folge: Das Produkt wird schneller schlecht.

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    Für uns macht es einen Unterschied, ob wir direkt aus einer Glasflasche, einer Dose oder einer Plastikflasche trinken. Die Verpackung sieht anders aus, fühlt sich anders an und vielleicht verbinden wir mit der Verpackung auch bestimmte Aspekte oder ein bestimmtes Image. All das beeinflusst unsere Wahrnehmung.

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    Und auch der Kontext spielt eine Rolle. Eine Plastikflasche holen wir uns vielleicht an der Tankstelle, eine Dose gibt es in einem Imbiss, eine Glasflasche in einem Restaurant. Das beeinflusst unsere Wahrnehmung und sorgt dafür, dass uns das Getränk je nach Situation ein bisschen anders schmeckt.

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    Das ist auch der Grund, warum uns zum Beispiel der Rotwein, den wir im Urlaub so gerne getrunken haben, zu Hause oft nicht mehr schmeckt. Der Kontext ist ein anderer: in diesem Fall fehlt der Urlaub.

Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Geschmäcker - deshalb schmecken Softdrinks im Ausland oft anders

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Softgetränke: Wie sie entstanden sind

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    Schon bei den Römern waren Erfrischungsgetränke beliebt. Man mischte damals einen Schuss Essig zum Trinkwasser. Da man Essig aus unterschiedlichen Früchten machen kann, gab es verschiedene Geschmacksnoten.

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    Im 17. Jahrhunderten verkauften in Paris Mitarbeiter der "Compagnie de Limonadiers" an durstige Passanten Limonade. In Limotanks auf dem Rücken hatten sie eine Mischung aus Wasser, Honig und Zitronensaft.

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    Der Deutsche Jacob Schweppe erfand Ende des 18. Jahrhunderts ein Verfahren, um Wasser mit Kohlensäure zu versetzen und große Mengen davon zu produzieren.

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    Das Wort Limonade leitet sich vermutlich vom italienischen "Limone" für Zitrone ab. Der Begriff wurde ursprünglich nur für Zitronenlimonade verwendet. Ab dem 19. Jahrhundert wurden dann auch andere Sorten als Limonade bezeichnet.

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    In den USA wurden kohlensäurehaltige Getränke ab 1832 populär. Damals wurden Geräte zur Herstellung von kohlensäurehaltigem Wasser massenhaft verkauft.

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    Früher galt es als gesund, Mineralwasser zu trinken. Apotheker in den USA mischten Heil- und Aromakräuter unter das Wasser, Bald gab es Abfüllanlagen, damit die Kunden ihr Getränk mit nach Hause nehmen konnten.

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    Im Jahr 1892 erfand William Painter den Kronkorken. Dank dieser Erfindung blieb die Kohlensäure nun zuverlässig in den Flaschen.

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    In den vergangenen Monaten gab es eine Diskussion um den Mindestzuckergehalt in Limonade. Die Leitsätze des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sehen vor, dass eine Limonade mindestens 7 Prozent Zucker enthält oder dass dieser Anteil durch Süßstoffe ersetzt wird. Weil eine Limo des Herstellers Lemonaid weniger enthält, sollte der sein Produkt umbenennen. Nun sollen die Leitsätze geändert werden.

Limonade: Ist sie wirklich so ungesund?

Wer Limonade und Süßes liebt, muss darauf nicht verzichten. Allerdings sollten die Kalorien, die du über Zucker aufnimmst, nur höchstens 10 Prozent deiner gesamten Energiezufuhr ausmachen. Nimmst du täglich etwa 2000 Kalorien zu dir, sind 50 Gramm Zucker pro Tag erlaubt. Das empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Ein halber Liter Spezi enthält zum Beispiel 49 Gramm Zucker - das heißt, du hast dein Zucker-Maximum für einen Tag damit schon erreicht. Ärzte weisen darauf hin, dass zuckerhaltige Getränke besonders problematisch sind, weil sie nicht satt machen. Sie liefern zu viel Energie, enthalten aber keine oder zu wenige Nährstoffe. Wer zu viel Zucker isst, nimmt zu und bekommt auch öfter Karies. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation WHO hin.

Aber, wie gesagt: Es ist völlig okay, bewusst und mit Genuss ab und zu ein Glas Cola oder Limo zu trinken.

Limonade selber machen - so klappt's!

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    Wer seine Limonade selbst macht, weiß genau, was drin ist. Und bestimmt selbst, wie viel Zucker rein soll.

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    Limonade selber machen ist nicht schwierig. Für 1 Liter Zitronenlimo brauchst du den Saft von 2 Zitronen, 1 Liter Leitungswasser, je nach Belieben Zucker, aber am besten nicht mehr als 50 Gramm. Eine Prise Salz (ja, wirklich!) und Zitronenmelisse.

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    Erst einmal bringst du einen halben Liter Wasser zum Kochen und rührst Zucker und Salz unter. Du solltest das Wasser so lange kochen, bis sich der Zucker ganz aufgelöst hat.

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    Nun lässt du das Wasser abkühlen und gibst dann den Saft von 2 Zitronen dazu. Außerdem gießt du den anderen halben Liter Wasser dazu. Der sollte kalt sein.

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    Wenn du Zitronenmelisse dazugibst, macht das den Geschmack deiner selbst gemachten Limonade noch feiner. Lass es dir schmecken!

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    Du kannst auch eine zuckerfreie Limo herstellen: Dann nimmst du statt Leitungswasser einfach Mineralwasser, gießt alle Zutaten zusammen und servierst sie gut gekühlt.

Veröffentlicht: 24.01.2022 / Autorin: Kathrin Aldenhoff