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Von Melone bis Beere: Auch die Kerne im Obst solltest du knabbern

Kerngesund? Der Begriff passt ziemlich gut: Warum du bei Wassermelone, Apfel, Birne, Kürbis & Co. die Kerne nicht ausspucken, sondern knabbern solltest - und bei welchen du das lieber lässt.

Das Wichtigste zum Thema Kerne

  • Bei Kernobst handelt es sich um Früchte, die im Inneren ein Kerngehäuse mit verschiedenen Kammern enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Apfel, Birne und Quitte.

  • Steinobst wie Kirschen, Pflaumen oder Nektarinen hat dagegen nur einen einzigen harten Kern, den die Frucht ummantelt.

  • Himbeeren und Brombeeren zählen zu den Sammelsteinfrüchten. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du, dass sie aus vielen kleinen Steinfrüchten (mit Kern) bestehen.

  • Viele Kerne enthalten gesunde Pflanzenstoffe, mit denen du deinem Körper etwas Gutes tust.

  • Aber Achtung: Es gibt auch Kerne, die in deinem Körper zum Beispiel giftige Blausäure produzieren - von denen lässt du besser die Finger!

  • Welche Obst-Kerne essbar sind, du sie zubereitest, und welche nicht essbar sind, verraten wir dir hier.

Diese Kerne kannst du mitessen

  • 🍇

    Trauben: Klar, es gibt auch Sorten ohne Kerne - aber die "mit" enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend und keimtötend wirken und außerdem als Zellschützer. Du findest sie auch in Form von Traubenkern-Öl und -mehl.

  • 🍉

    Wassermelone: Ihre Kerne sind wahre Vitamin-Booster: Wenn du sie zerkaust, profitiert dein Körper von Vitamin A, Vitamin C, Folsäure, Magnesium und Eisen, außerdem ungesättigten Fettsäuren und Proteinen. Sie wirken auch verdauungsfördernd. Tipp: in den Mixer zum Smoothie geben.

  • 👍

    Papaya: In Asien isst man die leicht scharfen Kerne gern mit - und das solltest du auch tun, denn sie unterstützen die Verdauung, bekämpfen Darm-Parasiten und kurbeln den Stoffwechsel an.

  • 🎃

    Kürbis: Bei Speisekürbissen schmecken die Kerne geröstet besonders lecker (siehe unten). Sie enthalten wertvolle Antioxidantien, helfen bei Blasenproblemen, können Männer möglicherweise vor Prostatakrebs schützen und dank viel Zink die Spermien-Qualität verbessern.

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    Beeren: Bei Himbeeren, Erdbeeren und Co. sind die Kerne so klein, dass du sie automatisch mit isst. Kein Problem!

  • 🍎

    Äpfel: Die Kerne enthalten sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe. Ihr Geschmack erinnert an Marzipan. Zwar enthalten sie auch Amygdalin (siehe unten), aber du müsstest rund ein Kilo Apfelkerne schlucken, damit dir das schaden könnte.

  • 🍐

    Birnen: Hier solltest du die Kerne zerkauen, um von ihren guten Inhaltsstoffen zu profitieren. Sonst gehen sie unverdaut durch dich durch.

  • 🍋

    Zitrusfrüchte: Ob Orangen, Zitronen oder Grapefruits: Wenn du mal einen Kern runterschluckst, musst du dir keine Sorgen machen. Lecker sind sie aber nicht.

  • 🍒

    Kirschen: Ihre Kerne sind auch nicht lecker, aber ungefährlich. Wenn du sie mal aus Versehen runterschluckst, scheidest du sie nach spätestens ein paar Tagen unversehrt aus.

Welche Kerne du lieber nicht nascht

Bitte nicht mitessen: die Kerne von Steinobst wie Aprikosenkernen


Bitte nicht mitessen!
© picture alliance/chromorange

Kerne von Steinfrüchten wie Aprikosen, Pfirsichen, Pflaumen oder Mangos enthalten den Stoff Amygdalin - ein Cyanid, das in deinem Körper in giftige Blausäure umgewandelt wird. Bei größeren Mengen drohen Vergiftungen, es kann sogar tödlich enden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor dem Verzehr gemahlener Aprikosenkerne, die im Internet oder in manchen Reformhäusern angeboten werden.

Avocado-Kerne enthalten den Bitterstoff Persin, eine giftige Fettsäure-Verbindung, die für Tiere sogar tödlich sein kann. Also ab in die Tonne damit - oder in die Erde, wenn du ein Avocado-Bäumchen züchten willst.

Bei diesen Früchten spielen die Kerne die Hauptrolle

Mini-Rezepte: So werden Kerne noch leckerer

Papaya-Kerne kannst du trocknen und gemahlen als Pfeffer-Ersatz verwenden. Dafür gibst du sie bei 50 Grad für 2-3 Stunden in den Backofen.

Aus Wassermelonen-Kernen wird eine leckere Knabberei, wenn du sie erst trocknest und anschließend in einer Pfanne oder im Backofen mit etwas Öl und Salz röstest. Auch lecker als Crunch in Suppen oder beim Backen.

Kürbis-Kerne legst du am besten über Nacht in Salzwasser ein, damit sie sich vom Fruchtfleisch lösen. Dann im Sieb abgießen und restliches Fruchtfleisch abspülen. Die Kerne auf einem Küchenhandtuch ausbreiten und trocknen lassen. Dann in einer Schüssel mit etwas Olivenöl und Salz, nach Belieben auch noch mit Curry oder scharfer Paprika würzen und auf einem Backblech bei 160 Grad für etwa 20 Minuten im Ofen rösten. Dabei immer wieder wenden.

Kinder-Mythos: Wächst im Bauch ein Baum?

"Schluck bloß nicht die Kerne runter, sonst wächst in deinem Bauch ein Baum!"

Diesen Spruch hast du schon als Kind nicht geglaubt, oder? Stimmt auch nicht! Die Magensäure sorgt bereits dafür, dass Obst und Gemüse im Magen nicht keimen kann. Außerdem scheidest du alles, was du gegessen hast, in 2 bis 4 Tagen wieder aus. So schnell wächst kein Baum!

Veröffentlicht: 29.07.2020 / Autor: Ischta Lehmann

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