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Weltbevölkerung

10 Milliarden Menschen im Jahr 2057: Wie managen wir die Weltbevölkerung?

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Hier erfährst du, woran das liegt - und wie die Menschheit den Gegen-Trend einläuten könnte.
Weltbevölkerung

Das Wichtigste zum Thema Weltbevölkerung

  • Es gibt Schätzungen, wie sich die Weltbevölkerung bis 2100 entwickeln wird. Einer Prognose der Vereinten Nationen zufolge werden im Jahr 2057 gut 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. 2100 sollen es 10,9 Milliarden sein. Derzeit haben wir 7,8 Milliarden.

  • Dieser ewige Aufwärts-Trend stellt die Welt vor große Ernährungs-, Energie-, Umwelt-. Klima- und Platzprobleme. Weiter unten zeigen wir dir einige clevere Erfindungen, mit denen man eine wachsende Weltbevölkerung besser managen könnte.

  • Der weltweite Zugang zu Bildung und Verhütung: Manche Forscher sehen darin Chancen für einen Gegentrend ab 2064. Der würde 2100 dann wieder zu "nur" 8,8 Milliarden Menschen führen.

  • Willst du wissen, warum in Deutschland dann vielleicht nur noch 66 Millionen statt der heute 83 Millionen Menschen leben? Und warum sich die Bevölkerung von Japan, Italien oder Spanien vielleicht sogar halbiert? Dann lies unten weiter.

Quelle: UN/Universität Washington

Die Einwohner der Welt auf ein Dorf heruntergerechnet

Die Welt ein Dorf

Die Welt an einem Tag - Das passiert in 24 Stunden auf dem Globus

Es ist schon erstaunlich, wie schnell so ein Tag vorbeigeht. Dabei passiert ganz schön viel in dieser doch so kurzen Zeit. Wie viele Menschen haben heute eigentlich Geburtstag? Wie viele sitzen im Gefängnis? Was 24 Stunden so für uns bereit halten, was uns bewegt und wie für über 7 Milliarden Menschen auf der Welt der Tag zu Ende geht. Galileo wirft einmal einen ganz anderen Blick auf die Welt an einem Tag.

Darum wächst die Weltbevölkerung

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Quellen: UN/DSW/Universität Washington

So könnten wir das Wachstum stoppen

Die Länder, in denen heute die meisten Menschen leben, sind: China mit 1,4 Milliarden, Indien mit 1,37 Milliarden und die USA mit 328,5 Millionen Einwohnern.

Derzeit lebt die Großzahl der Menschen in Asien. Dies verschiebt sich jedoch in Richtung Afrika. Im "jüngsten Kontinent" waren 2018 stolze 41 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Zum Vergleich: In Europa waren es nur 16. Diese Alterspyramide zeigt, dass gerade in ärmeren Ländern viele Kinder zur Welt kommen. Die Eltern sehen sie dort auch als Absicherung für das Alter an.

Je besser die Lebensbedingungen in einer Gesellschaft, desto weniger Kinder kommen als vermeintlich soziale Absicherung zur Welt. Derzeit leiden weltweit fast 9 Prozent an Unterernährung. Dies ist nur eines der Probleme, das die Überbevölkerung und ungerechte Verteilung der Ressourcen mit sich bringt.

Um größere soziale Gerechtigkeit zu schaffen und das weltweite Bevölkerungswachstum zu stoppen, müsste man die Entwicklungsländer nicht nur wirtschaftlich auf bessere Beine stellen, sondern die Bildungsmöglichkeiten erhöhen.

Speziell Frauen und Mädchen muss der Zugang zu Schulen erleichtert werden. Am Ende führt dies auch zu einer weitsichtigeren Familienplanung und fördert den Einsatz von Verhütungsmitteln.

Die folgende Grafik zeigt dir, wie sich laut UN die Bevölkerungszahlen der Kontinente bis 2100 entwickeln und verschieben.

Quellen: UN/DSW/Universität Washington

Verteilung der Weltbevölkerung laut UN

Anderes Planspiel: Sinkt ab 2064 die Zahl wieder?

Eine Studie der Universität Washington prophezeit hingegen, dass die Weltbevölkerung bis 2064 nur auf 9,7 Milliarden anwächst und dann zurückgehen könnte. Grund für die Annahme ist, dass wir als Weltgemeinschaft den Zugang zu Bildung und Verhütung für alle schneller in den Griff bekommen. Als Folge würden 2100 nur noch 8,8 Milliarden Menschen auf der Erde leben.

In Europa gehen die Geburten schon seit Jahren zurück - was dazu führt, dass in Deutschland die Spitze der Einwohnerzahl 2035 mit 85 Millionen erreicht sein soll und danach sinkt. 2100 soll sie laut dieser Studie bei 66 Millionen liegen. In anderen Industrie-Nationen wie Italien oder Spanien, aber auch Japan oder Südkorea könnte sich die Bevölkerungszahl halbieren.

Das bedeutet auch: Viele der jetzt wirtschaftlich starken Länder haben eine überaltete Bevölkerung, die nicht mehr am Arbeitsleben teilnimmt - im Gegensatz zu so vielen Jüngeren in aufstrebenden und innovativen Nationen. So könnten zum Beispiel afrikanische Länder wie Nigeria einen wahren Wirtschaftsboom erleben.

Damit würden sich auch die Machtverhältnisse auf der Erde ändern. Einige Player könnten sich zwar halten, aber die Experten sehen auf den vorderen Plätzen Indien, Nigeria, China und erst dann die USA.

Quelle: Universität Washington

Mit oder ohne Bevölkerungswachstum: Der Klimawandel bleibt ein Problem

Beim Kampf gegen den Klimawandel geht es weniger um Bevölkerungs-Entwicklung, sondern darum, das Konsumverhalten der Menschen zu ändern.

Fakt ist: Die reichen Industrienationen mit weniger Einwohnern stoßen sehr viel mehr CO2 aus und verschmutzen die Umwelt überhaupt stärker als ärmere Länder mit mehr Einwohnern.

In Deutschland beträgt der CO2-Ausstoß pro Kopf jährlich rund 10 Tonnen, in Indien sind es unter 2. In der absoluten Zahl mag der Verbrauch von Indien höher sein, in der prozentualen aber nicht. Als Faustregel gilt, dass die reichen Länder 50mal mehr Emissionen produzieren.

Deshalb sagen Experten: Auch wenn die Weltbevölkerung nicht wachsen würde, würden wir die Erde zerstören, wenn sich unser Grundverhalten nicht ändert.

Die Emoji-Liste unten zeigt dir einige smarte Ideen, die uns helfen können, den Klimawandel zu bremsen - egal wie viele Menschen wir sind.

Geomar Helmholtz Center for Ocean Research Kiel/ Harrisburg University of Science and Technology

Smarte Ideen gegen den Klimawandel

In der Wüste Indiens hat man bereits eine geniale Idee: Künstliche Gletscher zur Bewässerung der Landwirtschaft. Auch andere Teile der Welt arbeiten an erstaunlichen Lösungen, die dem Klimawandel trotzen.

6 Erfindungen, die uns in Zukunft helfen

  • 🚕

    Flugtaxi: Den Verkehr zu entzerren wird eine Mega-Aufgabe. Weltweit arbeiten Stadtplaner und Ingenieure daran. Unter anderem hat eine chinesische Firma eine Passagier-Drohne entwickelt. Sie fliegt autonom, also ohne Fahrer, und das bis zu 130 Kilometer pro Stunde schnell. 16 Elektromotoren treiben sie an. Experten hoffen auf eine Freigabe durch die Europäische Luftfahrtsbehörde Mitte der 2020er-Jahre.

  • 🔌

    Kernfusion: Sie wird neben den erneuerbaren Energien oft als Energie der Zukunft gesehen. Hier wird mit Hilfe von starken Magneten Plasma aus Wasserstoffatomen unter Druck so stark verdichtet, dass die Kerne dank Energiezufuhr fusionieren. Das erzeugt jede Menge neue Energie. Der größte Kernfusions-Reaktor der Welt, ITER, soll bis 2025 in Frankreich fertig sein und 2050 nutzbare Energie liefern.

  • 🥩

    Fleisch aus dem Drucker: Schon heute entscheiden sich immer mehr für einen vegetarischen oder veganen Lebensstil. Massentierhaltung oder die Abholzung des Regenwalds, um Futter anzubauen, verdirbt vielen den Appetit auf Fleisch. Für die Zukunft arbeiten Wissenschaftler an Fleisch aus dem 3D-Drucker. Pflanzliche Zutaten werden so verarbeitet, dass sie in Geschmack und Textur an Fleisch erinnern. 50 Gramm eines solchen Gemischs kommen dann wie eine Patrone in den Drucker.

  • 🥤

    Plastik zu Öl: Ein Wiener Unternehmen entwickelt eine Methode, mit der Plastikmüll wieder in seine Urform, nämlich Öl, zurückverwandelt werden soll. Das Plastik wird geschreddert, erhitzt und die Molekülketten werden chemisch getrennt. Dann kann es komplett recycelt und in neues Plastik verwandelt werden. Heutzutage wird das meiste Plastik verbrannt und produziert eher CO2.

  • 🧊

    Meerwasser entsalzen: Seit 2010 gilt der Zugang zu Trinkwasser laut UN als Menschenrecht. Dennoch bleibt er vielen verwehrt. Andererseits gibt es genügend Salzwasser in unseren Ozeanen. An der Hochschule Mannheim gibt es ein Projekt, das Wasser mit Hilfe von Druck entsalzt. Dazu wird Eis mit einem hohen Salzgehalt so lange gepresst, bis weniger salziges Eis entsteht. Der Vorgang wird so oft wiederholt, bis am Ende Süßwasser herauskommt.

  • 🌞

    Strom-Revolution: Deutsche Forscher arbeiten in Bangladesch daran, dass möglichst viele Haushalte mit Solarpanelen Energie sammeln und damit handeln können. Ein hauseigener Verteiler betreibt nicht nur ihre eigenen Geräte. Die Energie wird auch gespeichert. Durch die vielen Stromerzeuger soll ein intelligentes Netz entstehen, das nicht nur Stromausfälle reguliert. Es soll auch Gebieten ohne gute Stromversorgung endlich genügend Energie liefern.

Wie die Wissenschaft unser Leben jetzt schon verändert

Unheilbare Krankheiten heilen und Gendefekte korrigieren? Was die Wissenschaft heute macht, klingt wie ferne Zukunft, ist aber schon heute real und umstritten. "Galileo" trifft die Menschen, die dahinterstecken.

Veröffentlicht: 31.01.2021 / Autor: Sven Hasselberg