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OSZE-Mitarbeiter auf Autos

Die OSZE: Eine Organisation auf Friedensmission in Europa

Die Welt hat die UN - und Europa die OSZE. Die Organisation ist eine der wichtigsten Trägerinnen für europäischen Frieden und Sicherheit. Wir erklären dir, wie sie arbeitet. Im Clip: Deutschland rüstet auf: Aber machen uns Waffen wirklich sicherer?
Die OSZE: Eine Organisation auf Friedensmission in Europa
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Das Wichtigste zur OSZE

  • Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beschäftigt sich mit der Friedenserhaltung in Europa.

  • Ihr gehören 57 europäische, asiatische und nordamerikanische Staaten an, die insgesamt ein Gebiet von rund 49 Millionen Quadratkilometer und 1,3 Milliarden Menschen - das sind 17 Prozent der Erdbevölkerung - umfassen. Damit ist die OSZE das größte regionale Sicherheitsbündnis der Welt.

  • Die OSZE ist keine Verteidigungszusammenschluss. Statt militärisch zu handeln, nutzt sie Diplomatie, um Stabilität, Frieden und Demokratie in Europa zu fördern.

  • Die OSZE ist auf drei Ebenen - bezeichnet als "Dimensionen" - aktiv: auf der politisch-militärischen Dimension, auf der Wirtschafts- und Umweltsdimension sowie der humanitären Dimension.

  • Ein Hauptbestandteil der OSZE-Arbeit sind zivile Missionen vor Ort. Zu diesen Mandaten entsendet sie Beobachter:innen in Teilnehmerstaaten, die diesen dabei helfen, Konflikte zu lösen und demokratische Regierungen zu fördern.

  • Der größte OSZE-Einsatz fand zwischen 1999 und 2022 in der Ukraine statt - wegen des russischen Angriffskrieges musste er aber (vorübergehend) beendet werden.

  • Deutschland ist ein wichtiger Bestandteil der Organisation und beteiligt sich sowohl finanziell als auch personell an ihrer Arbeit. Die Bundesrepublik stellt regelmäßig einen großen Anteil der OSZE-Endsandten und ist nach den USA der zweitgrößte Geldgeber.

Die OSZE: Die UN des europäischen Kontinents

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) - international: Organization for Security and Co-operation in Europe (OSCE) - ist die größte regionale Sicherheitsorganisation der Welt. Mit 57 Teilnehmerstaaten in Europa, Nordamerika und Asien hat sie sogar mehr Mitglieder als die NATO.

Dazu gehören:

  • alle Staaten des europäischen Kontinents
  • die Mongolei
  • die Nachfolgestaaten der Sowjetunion
  • die USA und Kanada

Zudem kooperiert die OSZE mit elf weiteren Nationen für Projekte, darunter unter anderem Afghanistan, Australien, Südkorea und Israel.

OSZE-Mitglieder Flaggen


Die OSZE besteht aktuell aus 57 Ländern, darunter auch Deutschland.
© Imago/photothek

Anders als die NATO ist die OSZE kein Verteidigungsbündnis. Sie vereint Nationen also nicht militärisch, sondern setzt vor allem auf politischen Dialog (Diplomatie) und gemeinsames Handeln, um Stabilität, Frieden und Demokratie in Europa zu fördern.

Die Organisation sieht sich selbst als stabilisierende Kraft. Ihr Ziel ist es, zwischen Staaten zu vermitteln und so Vertrauen aufzubauen. Mithilfe politischer Gremien ähnlich denen der UN sowie durch Einsätze vor Ort will sie Auseinandersetzungen vermeiden oder schlichten und beim Wiederaufbau von Staaten nach einem Konflikt helfen.

OSZE-Mitarbeiter im "Operations Room" der Sonderbeobachtermission in der Ukraine


Ein OSZE-Mitarbeiter im "Operations Room" der Sonderbeobachter-Mission in der Ukraine. Auch Deutschland fördert die Arbeit dort, indem es Personal für Vor-Ort-Missionen zur Verfügung stellt.
© picture alliance/Bernd von Jutrczenka/dpa | Bernd von Jutrczenka

Dazu beschäftigen sich die Beauftragten der OSZE mit Themen, die sowohl die europäische als auch die globale Sicherheit betreffen - wie Rüstungskontrolle, Terrorismus, Achtung der Menschen- und Völkerrechte, Schutz nationaler Minderheiten, Gleichberechtigung, Demokratisierung, Medienfreiheit, Klima- und Umweltfragen sowie Diskriminierung.

Der Hauptsitz und die wichtigen Gremien der OSZE befinden sich in der österreichischen Hauptstadt Wien.

Dafür arbeitet die OSZE

Die OSZE unterteilt ihre Arbeit in drei großen Bereiche ("Dimensionen"), welche für die Sicherheit und Stabilität in Europa essenziell sind: die politisch-militärische Dimension, die Wirtschafts- und Umwelt -Dimension und die humanitäre (Menschenrechts-)Dimension.

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    Militärisch: Die OSZE setzt sich für mehr Offenheit und Zusammenarbeit der Länder in Bezug auf deren Rüstungspolitik ein. Sie hilft europäischen Staaten dabei, Vertrauen zueinander aufzubauen, sodass diese keine Notwendigkeit mehr sehen, ihr Militär weiter aufzurüsten. Statt gegeneinander sollen Länder militärisch zusammenarbeiten und transparent auftreten, um das Risiko bewaffneter Auseinandersetzungen zu verringern. Dazu hat die OSZE nach eigenen Angaben das "weltweit fortschrittlichste Regelwerk" für Rüstungskontrolle geschaffen. Sie regelt darin unter anderem, dass die Waffensysteme der Mitglieder begrenzt sein und sicher verwaltet werden müssen, und dass sich alle Staaten regelmäßig und wahrheitsgetreu über ihre Militärbestände zu informieren haben.

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    Wirtschaftlich: Die Wirtschaftslage eines Staates wirkt sich auch auf seine Sicherheit und Stabilität entscheidend aus. Die OSZE will allen voran die Korruption in europäischen Ländern bekämpfen, sodass diese verantwortungsvoll und demokratisch geführt werden können. Ebenso hilft sie dabei, Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung aufzudecken, unterstützt besonders Europa und Asien bei der Entwicklung von internationalen Verkehrs- und Logistiknetzen und versucht, den Fluss von Arbeitsmigrant:innen sinnvoll zu steuern.

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    Ökologisch: Auch nachhaltiges, umweltbewusstes Handeln steht im Fokus der OSZE. So vermittelt die Organisation etwa zwischen europäischen Ländern, wenn es darum geht, natürliche Ressourcen wie Wasser und Öl gemeinsam zu nutzen. Zudem unterstützt sie Projekte auf nationaler und zwischenstaatlicher Ebene, um Regierungen und die Zivilbevölkerung gleichermaßen für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Mithilfe von nachhaltigen Maßnahmen wie eine Energiewende oder nachhaltige Landwirtschaft soll so das Risiko von Naturkatastrophen, humanitären Problemen und sozialer Ungerechtigkeit verringert und dem Klimawandel entgegengewirkt werden.

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    Humanitär: Eine Gesellschaft kann ohne Menschen- und Grundrechte wie Presse- oder Religionsfreiheit nicht stabil werden. Die OSZE hilft Staaten dabei, Demokratien aufzubauen und zu festigen. Dazu entsendet sie sie zum Beispiel Wahlbeobachter:innen, welche beurteilen, ob Wahlen in einem Land rechtmäßig ablaufen. Ebenso überwacht die Organisation, dass Menschenrechte, Medienfreiheit und Rechtsstaatlichkeit eingehalten werden. Sie fördert Toleranz und schlichtet in (ethnischen) Konflikten sowie bei Diskriminierung. Ganz besonders setzt sie sich dabei für die Rechte der Roma- und Sinti-Völkergruppen ein.

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    Globale Sicherheit: Die OSZE beschäftigt sich neben der europäischen Stabilität auch mit globalen Sicherheitsfragen wie zum Beispiel Extremismus und Radikalisierung, was zu Terrorismus führen kann. Sie sorgt für Schutz gegen Cyberangriffe, engagiert sich gegen Waffen- und Menschenhandel und erfasst Migrations- und Flüchtlingswellen sowie die globalen Folgen des Klimawandels für Umwelt und Menschen.

Zivile Einsätze vor Ort und im "Brennpunkt" Ukraine

Wenn sich die OSZ direkt in einen Teilnehmerstaat vor Ort begibt, nennt sie das Feldoperation oder auch Mandat. Unter die Begriffe fallen, je nach Einsatzland und Voraussetzungen, ganz unterschiedliche Aktivitäten, die über einen längeren Zeitraum hinweg stattfinden.

Die Missionen sind ausschließlich zivil. Das heißt, die OSZE-Teams sind unbewaffnet und mischen sich nicht militärisch ein. Die Organisation übernimmt lediglich eine Vermittler- und Beraterrolle, um politische Spannungen zu reduzieren und nachhaltige Lösungen zu finden. Bevor ein Mandat erfolgen kann, muss das betroffene Land - beziehungsweise müssen die Konfliktparteien - mit einem Einsatz auf ihrem Gebiet einverstanden sein.

Ein Kämpfer der DPR spricht mit OSZE-Truppe


Die OSZE greift nicht in Konflikte ein, sondern will zwischen den Parteien vermitteln, um Frieden zu stiften. Das tut sie in erster Linie mithilfe von diplomatischen Ansätzen, aber auch in Missionen vor Ort.
© picture alliance / Russian Look | Alexander Rekun

Die von der OSZE entsandten Mitarbeiter:innen beobachten zum Beispiel Wahlen und beraten Regierungen in der Frage, wie sie ihr Land stabilisieren sowie ein demokratisches System aufbauen und erhalten können.

Sie fördern dazu eine professionelle und wirkungsvolle Polizeiarbeit sowie eine unabhängige Medienlandschaft. Zu den weiteren Kerngebieten gehört zudem die Rüstungskontrolle beziehungsweise die Abrüstung in den Ländern. So stellt die OSZE auch Expert:innen bereit, die Regierungen dabei helfen, ihre Waffensysteme sicher zu lagern und zu vernichten.

OSZE-Mitarbeiter:innen dokumentieren Kugellöcher an Hauswand


OSZE-Mitarbeiter:innen vermitteln zwischen Konfliktparteien vor Ort. Dazu dokumentieren sie auch die Spuren, welche militärische Auseinandersetzungen hinterlassen, wie diese Kugellöcher in einer Hauswand im ostukrainischen Donbas.
© picture alliance/dpa/TASS | Alexander Reka

Die meisten OSZE-Mitarbeiter:innen und Ressourcen sind derzeit auf Mandate in Südosteuropa (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien), Osteuropa (Moldawien), im Südkaukasus (Georgien) und in Zentralasien (Kasachstan, Kirgistan, Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan) konzentriert.

 

Die Sonderbeobachtermission in der Ukraine

In der Ukraine hatte die OSZE schon ab 1999 ein Projektbüro aufgebaut, um sie nach dem Zerfall der Sowjetunion auf dem Weg in die Demokratie zu unterstützen. Nach der Krim-Krise im Jahr 2014 und dem darauffolgenden Donbas-Krieg in der Ostukraine startete die OSZE eine "Sonderbeobachtermission" mit dem Ziel, den Konflikt zu entschärfen und mit allen Parteien auf eine politische Lösung hinzuarbeiten. Daran beteiligten sich auch insbesondere die Regierungen des sogenannten "Normandie-Formats" - Deutschland, Frankreich, Russland und die Ukraine.

Selenskyj, Merkel, Macron und Putin auf Normandie-Gipfel 2019


Die "Normandie"-Staaten Deutschland, Frankreich, die Ukraine und Russland begleiteten die OSZE im Russland-Ukraine-Konflikt politisch. 2019 trafen sich die Regierungsoberhäupter - der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die damalige deutsche Kanzlerin Angela Merkel sowie die Präsidenten Frankreichs und Russlands, Emmanuel Macron und Wladimir Putin (von links) - zu Verhandlungen um einen Waffenstillstand im Donbas.
© Imago/ITAR-TASS

Mit zwischenzeitlich über 1.000 Mitarbeitern war die Ukraine-Mission die bislang größte in der Geschichte der OSZE. Die Organisation galt dort als wichtigster zwischenstaatlicher Vermittler. Mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 wurde jedoch beschlossen, den Einsatz vorübergehend zu beenden und alle OSZE-Teams aus der Ukraine abzuziehen - auch, weil Russland gegen das Mandat ein Veto eingelegt hat.

Kolonne von OSZE-Fahrzeugen


Rund eine Woche nach der russischen Invasion wurden alle OSZE-Teams und -Fahrzeuge nach 23 Jahren Einsatz aus der Ukraine evakuiert.
© Imago/SNA

Die Institutionen und Organe der OSZE

Die Organisation verfügt über eine Reihe von Gremien und Organen, über die sie ihre Mandate erfüllt. Alle Teilnehmerstaaten der OSZE sind gleichberechtigt. Um Entscheidungen treffen zu können, müssen alle 57 Nationen zustimmen. Dennoch gelten die Beschlüsse nicht als rechtlich bindend.

 

Das sind die wichtigsten Versammlungen und Ämter der OSZE

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OSCE Secretary General Helga Maria Schmid
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Hohe:r Kommissar:in für nationale Minderheiten (HKNM): Der/Die OSZE-HKNM wird tätig,...
RFOM-Konferenz
OSZE-Beauftragte:r für die Freiheit der Medien (RFOM): Der/Die Beauftragte...
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Peter Taylor spricht auf OSZE-Sicherheitskonferenz
Clinton und Merkel auf OSZE-Gipfeltreffen
Zbigniew Rau
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Konferenz des Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte
Kairat Abdrakhmanov, Hoher Kommissar fuer nationale Minderheiten bei der OSZE
RFOM-Konferenz

Was ist die rechtliche Grundlage der OSZE?

Die OSZE wurde zwischen 1973 und 1975 als Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) von 35 Staaten gegründet. Damals war sie als ein blockübergreifendes Forum für Dialog und Verhandlungen zwischen den verfeindeten Ost- und Westmächten im Kalten Krieg gedacht. Nach dem Ende der Sowjetunion und der Neuordnung Europas wurde ihr Name 1994 in OSZE geändert. Bis heute sind ihr 22 weitere Nationen beigetreten, zuletzt die Mongolei in im Jahr 2012.

Seit 1975 haben die Mitgliedsstaaten eine Reihe von Schlüsseldokumenten verabschiedet, welche die Grundprinzipien und Ziele der heutigen OSZE definieren.

 

Schlussakte von Helsinki (1975)

Die Schlussakte von Helsinki gilt als Gründungsdokument der Organisation. Sie wurde auf dem ersten Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der damaligen KSZE unterzeichnet und verpflichtet die Teilnehmerstaaten dazu, sich für Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit einzusetzen. Zudem fordert sie, dass sich alle Mitglieder um freundschaftliche Beziehungen und Zusammenarbeit in allen gesellschaftlichen Bereichen bemühen. Dabei sollen sie sich gegenseitig als gleichwertig ansehen.


35 Staaten - die USA, Kanada, die Sowjetunion und alle europäischen Staaten mit Ausnahme von Albanien und Andorra - unterzeichneten 1975 die Schlussakte von Helsinki in der finnischen Hauptstadt. Dabei waren (von links): BRD-Kanzler Helmut Schmidt, Staatsratsvorsitzender der DDR, Erich Honecker, US-Präsident Gerald Ford und der österreichische Kanzler Bruno Kreisky.
© picture-alliance/ dpa | dpa

 

Charta von Paris für ein neues Europa (1990)

Die Charta von Paris für ein neues Europa legte den Grundstein für eine friedliche Ordnung in Europa, nachdem Deutschland wiedervereinigt und der Kalte Krieg beendet worden war. Sie wurde 1990 in Paris von 32 europäischen Ländern sowie von den USA und Kanada unterschrieben. Alle Staats- und Regierungs-Oberhäupter der Teilnehmerstaaten erklärten darin die Spaltung Europas für beendet, verpflichteten sich zur Demokratie, versprachen ihren Völkern, dass sie die Menschenrechte und Grundfreiheiten achten wollen.

Familienfoto der Delegationsführer und Repräsentanten des KSZE-Gipfels in Paris


34 Staaten legten im Rahmen des KSZE-Gipfels in Paris den Grundstein für eine friedliche europäische Gemeinschaft.
© picture-alliance / dpa | afp

 

Europäische Sicherheitscharta (1999)

Die Europäische Sicherheitscharta ist ein Sicherheitskonzept. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie die friedliche Ordnung in Europa erhalten und geschützt werden kann. Sie wurde 1999 von 55 europäischen, asiatischen und amerikanischen Staaten auf einem Gipfel im türkischen Istanbul verabschiedet. Das Abkommen legt die politischen Verpflichtungen der OSZE-Mitglieder fest und stärkt die Fähigkeit der Organisation, Konflikte zu verhindern, sie friedlich beizulegen und von Krieg und Konflikten verwüstete Gesellschaften wieder aufzubauen.

US-Präsident Bill Clinton und Aserbaidschans Präsident Haydar Aliyev bei der Vertragsunterzeichnung


In Istanbul wurde das Sicherheitskonzept der OSZE vertraglich von 55 Staaten festgelegt. Im Bild der damalige US-Präsident Bill Clinton (rechts) und Aserbaidschans Präsident Haydar Aliyev bei der Unterzeichnung.
© picture-alliance / dpa | Tim_Sloan

 

Gedenkerklärung von Astana: Auf dem Weg zu einer Sicherheitsgemeinschaft (2010)

Die Gedenkerklärung von Astana: Auf dem Weg zu einer Sicherheitsgemeinschaft kam im ersten OSZE-Gipfeltreffen seit 1999 im kasachischen Astana zustande. 56 Regierungsvertreter:innen erneuerten in dem Dokument ihre Versprechen, sich den OSZE-Prinzipien zu verpflichten und diese wahrzunehmen. Bis heute hat es keinen OSZE-Gipfel auf Regierungsebene mehr gegeben.

Der russische Präsident Medwedew, Kanzlerin Merkel und UN-Generalsekretär Ban auf Gruppenfoto


2010 fand der letzte gemeinsame Gipfel von Regierungsoberhäuptern der OSZE-Staaten in Kasachstan statt. Im Bild: der damalige russische Präsident Dimitri Medwedew (links), die ehemalige deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der UN-Generalsekretär von 2010, Ban Ki-Moon.
© picture alliance / dpa | Hannibal Hanschke

Die Rolle von Deutschland in der OSZE

  • 🇩🇪

    Die Bundesrepublik Deutschland gehört seit 1973 zum OSZE-Bündnis dazu und trägt sowohl finanziell als auch personell wesentlich zur Arbeit der OSZE bei. In fast allen Feldeinsätzen und Einrichtungen der Organisation arbeiten heutzutage deutsche Expert:innen mit.

  • 💶

    Die Bundesregierung trägt zum Haushalt der OSZE jährlich die maximal möglichen zehn bis zwölf Prozent bei. Damit ist sie nach den USA der zweitgrößte Beitragszahler in der Organisation.

  • 🕵

    Etwa 70 Mitarbeiter:innen der Bundesrepublik arbeiten in OSZE-Feldmissionen, -Büros und -Institutionen mit. Zusätzlich beteiligt sich Deutschland an den Wahlbeobachtungs-Missionen von ODHIR und stellt dort regelmäßig bis zu 15 Prozent des Personals. Wenn in Deutschland selbst Wahlen stattfinden, sind dort ebenfalls OSZE-Wahlbeobachter:innen vor Ort.

Veröffentlicht: 05.04.2022 / Autorin: Laura Geigenberger